Hibiskus oder Eibisch (Hibiscus) ist eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Malvoideae innerhalb der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Die je nach Autor 200 bis 675 Arten gedeihen hauptsächlich in den subtropischen bis tropischen Gebieten der Erde.
Trivialnamen Der deutschsprachige Trivialname Eibisch (mittelhochdeutsch ībesch(e), althochdeutsch ībisca), als Bezeichnung für den in der Heilkunde verwendeten Eibisch,Vgl. etwa Bernhard Schnell: Der deutsche „Macer“: Vulgatfassung. Mit einem Abdruck des lateinischen Macer floridus ‘De viribus herbarum’ kritisch herausgegeben (= Texte und Textgeschichte. Würzburger Forschungen. Band 50). Niemeyer, Tübingen 2003, ISBN 3-484-36050-X, S. 384 (zu althaea) und 390 (zu îbesche). stammt aus dem Altgriechischen ( ibískos), das ihn seinerseits vermutlich aus dem Keltischen entlehnt hat. Mit Eibisch werden im deutschsprachigen Raum außer der Gattung Hibiskus und einigen ihrer Arten auch die Gattungen Eibisch (Althaea) und Abelmoschus (Bisameibisch) sowie die Art Echter Eibisch (Althaea officinalis) bezeichnet.
Beschreibung mini|links|Illustration von Hibiscus waimeae mini|Die fünf Griffeläste mit Narben einer Sorte des Chinesischen Roseneibisch (Hibiscus rosa-sinensis) mini|Kapselfrucht und Samen von Hibiscus coccineus
Vegetative Merkmale Die Hibiscus-Arten wachsen als einjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen, als Halbsträucher, Sträucher und Bäume. Die Pflanzen sind bewehrt oder unbewehrt.
Die meist wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die meist einfachen Blattspreiten sind bei manchen Arten gelappt. Es sind Nebenblätter vorhanden.
Generative Merkmale Die Blüten stehen meist einzeln in den Blattachseln, selten in Blütenständen zusammen. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig. Es ist meist ein Außenkelch vorhanden, der fünf oder mehr Lappen aufweisen kann. Die fünf Kelchblätter sind meist glockenförmig verwachsen. Die fünf Kronblätter können die unterschiedlichsten Farben aufweisen. Bei der Unterfamilie Malvoideae sind die Staubfäden der vielen Staubblätter zu einer den Stempel umgebenden Röhre verwachsen, der sogenannten Columna. Die fünf Kronblätter überdecken sich in der Knospenlage gedreht („contort“); sie sind mit ihrer Basis ebenfalls mit der Columna verwachsen. Fünf Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen. Es sind fünf Griffeläste vorhanden mit kopfigen Narben.
Die fünffächerigen Kapselfrüchte öffnen sich fachspaltig = lokulizid.
mini|Hibiscus acetosella mini|Blüte von Hibiscus aponeurus mini|Hibiscus boryanus mini|Blüte von Hibiscus brachysiphonius mini|Hibiscus brackenridgei mini|Blüte von Hibiscus burtonii mini|Blüte von Hibiscus caesius mini|Kenaf (Hibiscus cannabinus) mini|Hibiscus clayi mini|Hibiscus insularis mini|Sumpfeibisch (Hibiscus moscheutos) mini|Hibiscus schizopetalus mini|Stundenblume (Hibiscus trionum) mini|Hibiscus waimeae
Systematik Die Gattung Hibiscus wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus 2, S. 693 aufgestellt. Synonyme für Hibiscus nom. cons. sind je nach Umfang dieser Gattung bei den unterschiedlichen Autoren: Bombix , Bombycella , Bombyx , Brockmania , Canhamo , Cotyloplecta , Erebennus , Fioria , Furcaria , Gourmania , Ketmia , Laguna , Marconia , Muenchhusia , Munchusia , Petitia , Sabdariffa , Solandra , Symphyochlamys , Talipariti , Triguera , Trionaea , Trionum , Triplochiton , Wilhelminia
Der Umfang der Gattung Hibiscus wird kontrovers diskutiert.
Es gibt je nach Autor 200 bis 675 Hibiscus-Arten (Auswahl): Hibiscus acapulcensis : Sie kommt nur im mexikanischen Bundesstaat Guerrero vor. Hibiscus acetosella : Sie kommt im tropischen Afrika und auf Mauritius vor. Hibiscus acicularis Hibiscus aculeatus Hibiscus adscensionis Hibiscus aethiopicus Hibiscus ahlensis Hibiscus allenii Hibiscus altissimus Hibiscus amambayensis Hibiscus amazonicus Hibiscus ambovombensis Hibiscus andersonii Hibiscus andongensis Hibiscus aneuthe : Sie kommt im nördlichen Northern Territory in Australien vor. Hibiscus angolensis Hibiscus ankaramyensis Hibiscus antanossarum Hibiscus aphelus : Sie kommt im nordöstlichen Western Australia vor. Hibiscus apodus Hibiscus aponeurus Hibiscus archboldianus Hibiscus arenicola Hibiscus argutus Hibiscus aridicola Hibiscus aridus Hibiscus arnhemensis : Sie kommt im nördlichen Northern Territory in Australien vor. Hibiscus arnottianus (Syn: Hibiscus boryanus non ): Sie kommt in zwei Unterarten in Hawaii vor. Hibiscus articulatus Hibiscus aruensis Hibiscus australensis Hibiscus austrinus Hibiscus austroyunnanensis Hibiscus bacalusius : Sie kommt im nordwestlichen Northern Territory in Australien vor. Hibiscus barbosae Hibiscus benensis Hibiscus benguellensis : Sie kommt nur in Angola vor. Hibiscus bennettii : Sie wurde 2019 von der Fidschi-Insel Vanua Levu erstbeschrieben. Hibiscus bequaertii Hibiscus berberidifolius : Sie kommt im östlichen tropischen Afrika, in Congo und Ruanda vor. Hibiscus bernieri Hibiscus bicalyculatus Hibiscus bifurcatus : Sie kommt auf Inseln in der Karibik und von Mexiko bis Paraguay vor. Hibiscus biseptus Hibiscus bojerianus (Syn: Hibiscus exochandrus , Hibiscus ferrugineus , Hibiscus myriaster , Hibiscus oblatus ): Sie kommt in Madagaskar vor. Hibiscus boranensis Hibiscus borealis Hibiscus borneensis Hibiscus boryanus : Sie kommt auf Mauritius sowie Réunion vor. Hibiscus bowersiae Hibiscus brachychlaenus Hibiscus brachysiphonius Hibiscus brackenridgei : Sie kommt in zwei Unterarten auf Hawaii vor. Hibiscus bragliae Hibiscus brennanii Hibiscus bricchettii Hibiscus burtt-davyi Hibiscus byrnesii : Sie kommt im nördlichen Northern Territory in Australien vor. Hibiscus cabralensis Hibiscus caerulescens Hibiscus caesius Hibiscus calcicola : Sie wurde 2005 aus Western Australia erstbeschrieben. Hibiscus calodendron Hibiscus calyphyllus : Sie kommt in Afrika und Madagaskar vor. Hibiscus cameronii (Syn: Hibiscus macrosolandra , Hibiscus rossii ): Sie kommt in Madagaskar vor. Hibiscus campanulatus Kenaf oder Ostindische Hanfrose (Hibiscus cannabinus ): Sie ist im tropischen und südlichen Afrika und in Indien verbreitet. Sie wird gelegentlich in Südeuropa angepflanzt. Hibiscus castroi Hibiscus celebicus Hibiscus ceratophorus Hibiscus cerradoensis Hibiscus chancoae Hibiscus chapadensis Hibiscus chrysochaetus Hibiscus citrinus Hibiscus clayi : Sie kommt in Hawaii vor. Hibiscus clypeatus : Sie kommt in drei Unterarten in Mexiko, Guatemala und auf Inseln in der Karibik vor. Hibiscus coatesii Hibiscus coccineus : Sie kommt in Florida und Georgia vor. Hibiscus cochlearifer Hibiscus coddii Hibiscus colimensis Hibiscus columnaris Hibiscus commixtus Hibiscus comoensis Hibiscus comorensis Hibiscus conceptionis Hibiscus congestiflorus Hibiscus conradsii Hibiscus contortus Sie wurde 2017 von der Thailändischen Halbinsel erstbeschrieben. Hibiscus convolvulaceus Hibiscus cooperi Hibiscus cordifolius Hibiscus corditectus Hibiscus corymbosus Hibiscus costatus : Sie kommt in Mexiko, Guatemala, Honduras, Belize, Nicaragua und Panama vor. Hibiscus coulteri Hibiscus crassinervius Hibiscus cuanzensis Hibiscus cucurbitaceus Hibiscus dalbertisii Hibiscus dasycalyx : Sie kommt in Texas vor. Hibiscus debeerstii Hibiscus decaspermus Hibiscus deflersii Hibiscus denudatus Hibiscus dimidiatus Hibiscus dinteri Hibiscus dioscorides Hibiscus diriffan Hibiscus discolorifolius Hibiscus discophorus Hibiscus divaricatus Hibiscus diversifolius : Sie kommt in tropischen und im südlichen Afrika, auf Madagaskar und Mauritius vor. Hibiscus dongolensis Hibiscus donianus Hibiscus drummondii Hibiscus elatus : Sie kommt in Kuba und Jamaika vor. Hibiscus elegans Hibiscus elliottiae Hibiscus ellipticifolius Hibiscus ellisii Hibiscus elongatifolius Hibiscus engleri Hibiscus eriospermus Hibiscus erlangeri Hibiscus erodiifolius Hibiscus escobariae Hibiscus exellii Hibiscus fallax : Sie kommt im nördlichen Northern Territory in Australien vor. Hibiscus fanambanensis : Sie wurde 2010 aus Madagaskar erstbeschrieben. Hibiscus faulknerae : Sie kommt in Kenia und in Tansania vor. Hibiscus ferreirae : Sie kommt in Brasilien und in Bolivien vor. Hibiscus ferrugineus : Sie kommt in Madagaskar vor. Hibiscus ficalhoanus : Sie kommt in Angola vor. Hibiscus fijiensis : Sie kommt in Vanua Levu vor. Hibiscus fischeri : Sie kam in Tansania vor und ist heute ausgestorben. Hibiscus flagelliformis : Sie kommt in Brasilien vor. Hibiscus flavifolius : Sie kommt in Äthiopien, Somalia, Kenia, Tansania und Uganda vor. Hibiscus flavoroseus : Sie kommt in Angola vor. Hibiscus fleckii : Sie kommt in Namibia und in Südafrika vor. Hibiscus floccosus : Sie kommt in Myanmar, Thailand und in Malaysia vor. Hibiscus fluminis-aprili : Sie kommt in Neuguinea vor. Hibiscus fluvialis : Sie kommt im nördlichen Australien vor. Hibiscus forsteri : Sie kommt in Queensland vor. Hibiscus fragilis : Sie kommt in Mauritius vor. Hibiscus fragrans : Sie kommt in Assam, Bangladesch, im östlichen Himalaja, in Myanmar und in Vietnam vor Hibiscus furcellatus : Sie kommt von Florida, Mexiko und den Inseln der Karibik bis Argentinien und Paraguay vor und außerdem in Hawaii. Hibiscus fuscus : Die beiden Unterarten kommen von Äthiopien und Dschibuti bis Südafrika vor. Hibiscus grandidieri : Sie kommt in Madagaskar vor. Hibiscus grandiflorus : Sie kommt in den südöstlichen Vereinigten Staaten bis Texas und im westlichen Kuba vor. Hibiscus hamabo : Sie kommt in Japan und Korea vor. Hibiscus hasslerianus : Sie kommt in Brasilien und in Paraguay vor. Hibiscus hastatus : Sie kommt in Neuguinea, den Fidschi- und den Gesellschaftsinseln sowie auf Hawaii vor. Hibiscus heterophyllus : Sie kommt nur in Queensland vor. Hibiscus indicus : Sie kommt in China und in Taiwan vor. Hibiscus insularis : Dieser Endemit kommt nur auf der Phillip-Insel vor, und ist eine der seltensten Arten dieser Gattung. Hibiscus laevis (Syn: Hibiscus militaris ): Sie kommt nur in den zentralen und östlichen Vereinigten Staaten vor. Hibiscus lasiocarpos : Sie kommt in den zentralen und östlichen Vereinigten Staaten, in Kalifornien und im mexikanischen Bundesstaat Chihuahua vor. Hibiscus lavateroides : Sie kommt in Mexiko, Guatemala, Honduras, Belize, Jamaika und auf Inseln in der Karibik vor. Hibiscus ludwigii : Sie kommt in der chinesischen Provinz Yunnan, auf den Philippinen, in Indien, Bangladesch, in Indochina, Indonesien, Singapur und auf Hawaii vor. Sumpfeibisch (Hibiscus moscheutos ): Sie kommt ursprünglich in den Vereinigten Staaten und im nordöstlichen Mexiko vor. Mandeleibisch (Hibiscus mutabilis ): Sie ist baumartig mit großen, fünflappigen Blättern und großen, achselständigen Blüten, welche morgens beim Aufblühen weiß, mittags rosenrot und abends purpurrot sind. Sie kommt in China, Japan und Taiwan vor. Hibiscus palustris : Sie kommt Nordamerika, Portugal, Italien, Frankreich, Algerien vor. Sie wird von manchen Autoren auch als Unterart Hibiscus moscheutos subsp. palustris zu Hibiscus moscheutos gestellt. Hibiscus paramutabilis : Sie kommt in den chinesischen Provinzen Guangxi, Hunan und Jiangxi vor. Hibiscus pedunculatus : Sie kommt in Südafrika, Eswatini und in Mosambik vor. Hibiscus physaloides : Sie kommt in Afrika und in Madagaskar vor. Hibiscus platanifolius : Sie kommt nur in Indien, Nepal und Sri Lanka vor. Hibiscus radiatus : Sie kommt in Indien, Bangladesch und Myanmar vor. Chinesischer Roseneibisch (Hibiscus rosa-sinensis ): Die Heimat ist wahrscheinlich das tropische Asien. Roselle (Hibiscus sabdariffa ): Die Heimat ist wahrscheinlich das tropische Afrika. Hibiscus schizopetalus : Sie kommt in Kenia, Tansania und Mosambik vor.