Basisdaten Bundesstaat Reichsland Elsaß-Lothringen Bezirk Lothringen Verwaltungssitz Château-Salins Fläche 976 km² (1910) Einwohner 45.303 (1910) Bevölkerungsdichte 46 Einw./km² (1910) Gemeinden 132 (1910) Lage des Kreises Château-Salins 300px Der Kreis Château-Salins (anfänglich Kreis Salzburg) war von 1871 bis 1920 ein Landkreis im Bezirk Lothringen des Reichslandes Elsaß-Lothringen. Von 1940 bis 1944 war er unter dem Namen Landkreis Salzburgen als Teil des im besetzten Frankreich errichteten CdZ-Gebiets Lothringen nochmals eingerichtet. Das Gebiet des Kreises bildet heute den westlichen Teil des Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins im französischen Département Moselle.
Der Kreis Château-Salins im Deutschen Kaiserreich Verwaltungsgeschichte Nachdem Elsaß-Lothringen durch den Frankfurter Friedensvertrag an das Deutsche Reich gefallen war, wurde 1872 aus dem bis dahin französischen Arrondissement Château-Salins der Kreis Salzburg gebildet.Gesetz, betreffend die Einrichtung der Verwaltung vom 30. Dezember 1871 Der Kreisdirektor hatte seinen Sitz in der Stadt Château-Salins, die ebenfalls kurze Zeit „Salzburg“ benannt wurde. Damit gehörte der Kreis Château-Salins zum Bezirk Lothringen im Reichsland Elsaß-Lothringen. Kurze Zeit später erhielten Kreis und Kreisstadt den französischen Namen Château-Salins zurück. Nach den Ergebnissen der Volkszählung vom 1. Dezember 1900 war der Kreis Château-Salins mit 69,7 % – neben dem Landkreis Metz mit 57,1 % – einer der zwei Kreise des Reichslandes Elsaß-Lothringen, in denen eine Mehrheit der Bevölkerung Französisch als Muttersprache angegeben hatte.
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde der Kreis 1918 von Frankreich besetzt, kam am 17. Oktober 1919 unter französische Verwaltung und gehörte mit dem Inkrafttreten des Versailler Vertrages am 10. Januar 1920 wieder als Arrondissement Château-Salins dem französischen Staat an.
Kreisdirektoren Die Landräte im Reichsland trugen die Amtsbezeichnung Kreisdirektor.
1871–1872Lambert Rospatt 1872–1880Sigismund von Kramer 1880–1882Karl Hack 1882–1886German Killinger 1886–1891Eduard Sengenwald 1891–1896Emil Kayser 1896–1897Eduard Knüppel 1897–1901Max Menny 1901–1903Freiherr von Türcke 1903–1912Georg Mahl 1913–1918Back
Kommunalverfassung Zunächst galt auch zu deutscher Zeit das französische Gesetz vom 18. Juli 1837 über die Gemeindeverwaltung weiter. Zum 1. April 1896 wurde aber die bisherige Kommunalverfassung abgelöst und die neue Gemeindeordnung für Elsaß-Lothringen vom 6. Juni 1895 eingeführt. Sie galt für alle Gemeinden und unterschied nicht zwischen solchen mit ländlicher oder städtischer Verfassung.
Einwohnerentwicklung Einwohner 1871 1890 1900 1910Kreis Château-Salins52.77448.95646.89445.303 Gemeinden mit mehr als 1000 Einwohnern (Stand 1910): Château-Salins2402Dieuze5852Vic-sur-Seille1761
Gemeinden Im Jahre 1910 umfasste der Kreis Château-Salins 132 Gemeinden. Durch kaiserliche Verordnung vom 2. September 1915 erhielten 79 Gemeinden einen amtlichen deutschen Namen, wobei meist auf historische Namensformen oder Übersetzungen zurückgegriffen wurde. Diese sind in Klammern gesetzt. Aboncourt (Abenhofen) Ajoncourt (Analdshofen) Alaincourt (Allenhofen) Albesdorf Amelécourt (Almerichshofen) Attilloncourt (Edelinghofen) Aulnois (Erlen) Bacourt (Badenhofen) Baudrecourt (Baldershofen) Bensdorf Bermeringen Bessingen Biedesdorf Bioncourt (Bionshofen) Böllingen Bourdonnay (Bortenach) Bréhain (Bruchheim) Burgaltdorf Burlioncourt (Burlingshofen) Chambrey (Kambrich) Château-Bréhain (Bruch-Kastel) Château-Salins Chenois (Eichendorf) Chicourt (Diexingen) Conthil Coutures (Kolters) Craincourt (Kranhofen) Dalheim Dédeling (Dedlingen) Delme (Delm) Dieuze (Duß) Dommenheim Donjeux (Domningen) Donnelay (Dunningen) Dorsweiler Dürkastel Eschen Fonteny (Fonteningen) Fossieux (Fossingen) Freialtdorf Frémery (Fremerchen) Fresnes-en-Saulnois (Eschen am Wald) Gebesdorf Gebling Geinslingen Geistkirch Genesdorf Gerbécourt (Gerbertshofen) Gisselfingen Givrycourt (Hampat) Grémecey (Gremsich) Güblingen Habudingen Hampont (Hudingen) Hannocourt (Handorf) Harraucourt an der Seille (Haraldshofen) Hunkirch Insmingen Insweiler Jallaucourt (Gellshofen) Juville (Juweiler) Kerprich bei Dieuze (Kerprich bei Duß) Kleinbessingen Kuttingen Lagarde (Gerden) Laneuveville-en-Saulnois (Neuheim i. Loth.) Lauterfingen Leiningen Lemoncourt (Lemhofen) Lesse (Lesch) Ley Lezey (Litzingen) Liedersingen Linderchen Lindre-Basse (Unterlinder) Lindre-Haute (Oberlinder) Liocourt (Linhofen) Lohr Losdorf Lubécourt (Lubenhofen) Lucy (Lixingen) Maizières (Machern bei Wich) Malaucourt (Mallhofen) Manhoué (Manwald) Marimont (Morsberg) Marsal (Salzmar) Marthil Molringen Moncourt (Monhofen i. Loth.) Montdidier (Didersberg) Morville an der Nied (Morsweiler an der Nied) Morville bei Vic (Morsheim) Moyenvic (Medewich) Mulcey (Milzingen) Münster Nebing (Nebingen) Neufvillage (Neudörfel) Obreck Ommeray (Ommerich) Oriocourt (Orhofen) Oron (Orn) Pettoncourt (Pettenhofen) Pewingen Prévocourt (Probsthofen) Puttigny (Püttingen) Puzieux (Püschingen) Reich Reiningen Rodalben Rohrbach Salonnes (Salzdorf) Saint Epvre (Sankt Erffert) Saint Médard Sotzeling Tarquinpol (Taichenphul) Tincry (Dinkrich) Vahl Vannecourt (Warnhofen) Vaxy (Wastingen) Vergaville (Wirtsdorf) Vic (Wich) Villers an der Nied (Niedweiler) Viviers (Weiher) Weißkirchen Wiebersweiler Wirmingen Wittersburg Wuisse (Wiß) Xanrey (Schenris) Xocourt (Schollhofen) Zarbeling (Sarbelingen) Zemmingen
Der Landkreis Salzburgen im Zweiten Weltkrieg Geschichte Im Zweiten Weltkrieg stand Elsaß-Lothringen von 1940 bis 1944 unter deutscher Besatzung. Während dieser Zeit bildete das Gebiet des Arrondissements Château-Salins zunächst den Landkreis Salzburg. Zu seiner Verwaltung wurde ein deutscher Landkommissar in Château-Salins eingesetzt. Das Kreisgebiet wurde nicht im völkerrechtlichen Sinne annektiert, sondern war Teil des CdZ-Gebiets Lothringen, das dem Gauleiter für den Gau Saarpfalz (ab 1942 Westmark) in Saarbrücken unterstellt. Zur Unterscheidung vom gleichnamigen Landkreis im Reichsgau Salzburg wurde der Kreisname am 25. Januar 1941 in Landkreis Salzburgen geändert. Zum 1. April 1941 wurden die Kreisgrenzen geringfügig geändert. Die beiden Gemeinden Eschen bei Mörchingen und Pewingen wurden in den Landkreis Sankt Avold umgegliedert und die Gemeinde Nellingen wurde aus dem Landkreis Saargemünd in den Landkreis Salzburgen umgegliedert. Vom gleichen Zeitpunkt an wurde der Verwaltungschef wie im Deutschen Reich als Landrat bezeichnet. Zwischen 1940 und 1943 waren folgende Landräte eingesetzt:
Landkommissar 1940Wagner (kommissarisch)
Landräte 1940Wagner 1940–1941Theo Gauweiler (1909–1942) 1942Leonhard Lorschneider (kommissarisch) 1942–1943Friedrich Kipp
Zwischen November und Dezember 1944 wurde das Kreisgebiet durch alliierte Streitkräfte zurückerobert und an Frankreich zurückgegeben. Von Frankreich wurden wieder das Vorkriegs-Arrondissement Château-Salins eingerichtet.
Kommunalverfassung Ab 1. Januar 1941 galt für alle Gemeinden im Landkreis die Deutsche Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935.
Hierzu erging am 1. Februar 1941 eine Durchführungsverordnung, wonach aus mehreren Gemeinden Gemeinschaftliche Bürgermeistereien gebildet werden konnten. Am 1. April 1941 wurde die Kreisordnung für Lothringen vom 25. März 1941 eingeführt, wonach unter anderem die bisherigen Kantone aufgelöst wurden.
Das Kreisgebiet war zuletzt in die Städte Duß, Salzburgen, Salzmar und Wich und 17 weitere Gemeinden gegliedert. Diese Gemeinden bildeten – je nach Größe – eigene Ortspolizeibezirke oder waren zu Gemeinschaftlichen Bürgermeistereien zusammengefasst.
Eindeutschung von Ortsnamen Nach dem 2. August 1940 wurden die 1918 gültigen amtlichen deutschen Ortsnamen zunächst wieder eingeführt. Am 25. Januar 1941 wurde für alle Ortsnamen „endgültig“ eine deutsche Fassung festgelegt, die teilweise von der im Jahre 1918 abwich, z. B.:
Château-Salins: 1918: Château-Salins, 1941: Salzburgen Conthil: 1918: Conthil, 1941: Kontich Dalhain: 1918: Dalheim, 1941: Dalheim (Westmark) Delme: 1918: Delm, 1941: Delmen Francaltroff: 1918: Altdorf (Freialtdorf), 1941: Freialtdorf Lagarde: 1918: Gerden, 1941: Lagarde Lucy: 1918: Lixingen, 1941: Lixingen bei Delmen
Literatur Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 167–184 (online) Statistisches Büreau des Kaiserlichen Ministeriums für Elsaß-Lothringen: Ortschafts-Verzeichniß von Elsaß-Lothringen. Aufgestellt auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. C. F. Schmidts Universitäts-Buchhandlung Friedrich Bull, Straßburg 1882, S. 103–110.
Einzelnachweise
Chateausalins Kategorie:Département Moselle Kategorie:Geschichte (Grand Est) ChateauSalins Kategorie:Aufgelöst 1920 Kategorie:Château-Salins