Sokoliwka (ukrainisch ; russisch /, polnisch Sokołówka) ist ein Dorf in der ukrainischen Oblast Lwiw in der Westukraine mit etwa 800 Einwohnern.
Die Ortschaft liegt im Westen der historischen Landschaft Galizien im Rajon Solotschiw am Fluss Pusta (Пуста), etwa 19 Kilometer nordöstlich vom ehemaligen Rajonzentrum Busk und 63 Kilometer östlich vom Oblastzentrum Lwiw entfernt.
Es gehört zur Stadtgemeinde Busk, bis 2020 bildete es zusammen mit den Dörfern Bajmaky (Баймаки), Hrabyna (Грабина), Labatsch (Лабач) und Ryschany (Рижани) die Landratsgemeinde Sokoliwka.
Der Ort wurde 1644 zum ersten Mal schriftlich erwähnt, erhielt 1685 das Magdeburger Stadtrecht, lag zunächst in der Adelsrepublik Polen-Litauen, Woiwodschaft Ruthenien,Rizzi Zannoni, Woiewodztwo Ruskie, Część Krakowskiego, Sędomirskiego y Bełzkiego z granicami Węgier, y Polski, ktore gory Karpackie nakształt łańcucha wyciągnione, od góry Wolska aż do Talabry, wyznaczaią.; 1772 und kam 1772 als Sokolowka zum damaligen österreichischen Kronland Galizien (bis 1918 dann mit dem Status eines Marktes im Bezirk Złoczów).
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges kam der Ort zur Polen, war hier ab 1921 als Sokołówka in die Woiwodschaft Lwów, Powiat Złoczów, Gmina Sokołówka eingegliedert und wurde im Zweiten Weltkrieg erst von der Sowjetunion und ab 1941 bis 1944 von Deutschland besetzt und dem Distrikt Galizien angeschlossen. Nach der Rückeroberung durch sowjetische Truppen 1944 kam er 1945 wiederum zur Sowjetunion und wurde in die Ukrainische SSR eingegliedert, seit 1991 ist der Ort Teil der heutigen Ukraine. Unter sowjetischer Herrschaft wurde dem Ort der Marktstatus aberkannt und zum Dorf herabgestuft.
Wirtschaft und wirtschaftliches Leben des Dorfes
Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts bildete die Landwirtschaft die Grundlage der lokalen Wirtschaft. Die Bewohner bauten auf den fruchtbaren Feldern rund um die Siedlung Getreide- und technische Nutzpflanzen an, was die Eigenversorgung mit Lebensmitteln sowie den Austausch mit benachbarten Gemeinden ermöglichte. Auch in der Sowjetzeit blieb dies der wichtigste Wirtschaftszweig, insbesondere der Anbau von Weizen, Roggen und Gerste sowie technischer Kulturen für die Bedürfnisse der örtlichen Kolchosen und Absatzmärkte.
In der Wirtschaftsstruktur des Dorfes spielten traditionell auch verarbeitende Betriebe und Handwerke eine bedeutende Rolle. Historisch bestanden Mühlen, in denen Getreide zu Mehl verarbeitet wurde, wodurch die landwirtschaftlichen Erzeugnisse eine höhere Wertschöpfung erfuhren und Arbeitsplätze für einen Teil der Bevölkerung entstanden.
Darüber hinaus übten die Dorfbewohner im 19. und 20. Jahrhundert verschiedene Handwerke aus, die ihr Haupteinkommen ergänzten, darunter Böttcherei, Ziegelherstellung, Glockengießerei und Handel. Der Handel stellte einen wichtigen Bestandteil des örtlichen Lebens dar: Es gab zahlreiche Geschäfte unterschiedlicher Ausrichtung, und auf Jahrmärkten wurden unter anderem Vieh und Pferde verkauft, die teilweise sogar aus Russland herangeführt wurden.
Dank des im Jahr 1685 verliehenen Magdeburger Rechts entwickelte sich Sokolivka zu einem regionalen Handelszentrum. Dies begünstigte den Verlauf von Handelswegen zwischen Ost und West durch das Dorf, während lokale Jahrmärkte und regelmäßige Wochenmärkte zu einer bedeutenden Einkommensquelle für die Bevölkerung wurden.
Im 17. und 18. Jahrhundert wurde die wirtschaftliche Entwicklung Sokolivkas auch durch die Tätigkeit der Grundbesitzer gefördert. Der polnische Gutsbesitzer Marjan Kruschelnyzkyj errichtete am Fluss Sokoli eine Wassermühle und eine Brauerei, was zur Entwicklung der verarbeitenden Gewerbe und des lokalen Handwerks beitrug, die Beschäftigung erhöhte und das wirtschaftliche Leben der Siedlung jener Zeit ergänzte.
Persönlichkeiten Jadwiga Rudnicka (* 1931), polnische Politikerin
Weblinks Eintrag zum Ort in der Enzyklopädie der Geschichte der Städte und Dörfer der Ukrainischen SSR (ukrainisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Oblast Lwiw Kategorie:Busk (Ukraine) Kategorie:Ersterwähnung 1644