Benedikt Scheps war eine Detektiv-Figur im deutschen Stummfilm der späten 1910er Jahre, die von dem Schauspieler Rudi Oehler verkörpert wurde. Detektiv Benedikt Scheps (auch Benedikt Schöps geschrieben) ermittelte – nach augenblicklichem Wissensstand – in vier Fällen.
Filmographie 1919: Der Gattenmörder GECD #22960: Regie: Octav von Klodnicki, hier auf 1918 datiert., „Benedikt Scheps, 1. Abenteuer“ 1919: 3000 Mark Belohnung GECD #20597, hier wird alternativ zu Neisser auch noch Hans Werckmeister als möglicher Regisseur genannt., „Benedikt Scheps, 2. Abenteuer“ 1919: Das Geheimnis des Fabrikanten Henderson GECD #23212 , „Benedikt Scheps, 3. Abenteuer“ 1919: Der Fall Meier GECD #21752
Hintergrund Regie führte immer Karl Neisser. Nur beim ersten Film der Reihe, Der Gattenmörder, der nach einer literarischen Vorlage von Harry Waghalter gedreht wurde, war Octav von Klodnicki Spielleiter, der schon vorher in Wenn Gräber sich öffnen (1918) Regie geführt und zu Die geborgte Villa (1918) das Drehbuch geschrieben hatte.vgl. filmportal.de Die vier Filme wurden von der Berliner Firma Macht-Film des Schauspielers, Drehbuchautors und Produzenten Conrad Tietze hergestellt.
Die Namensgebung des Helden, „Benedikt Scheps“ – Scheps klingt ähnlich dem Namen des populären Detektivs Stuart Webbs – erfolgte vermutlich nicht von ungefähr, sondern weil dieser damals für viele Detektivfiguren auf Grund seines Erfolges Vorbild und nachahmenswertes Beispiel war. An sich bedeutete Scheps oder Schöps „Kastrierter Schafhammel“, auch „Hammelfleisch“wiktionary, und wäre, da man gemeinhin auch ungeschickte oder einfältige Menschen als „Schöps“ bezeichnet auch Schafskopf, vgl. woerterbuchnetz.de, nicht eigentlich etwas Positives, was man sich für einen Detektiv wünschen würde.
Aufklärung bringt eine Werbeanzeige der Macht-Film vom März 1919 in der Zeitschrift Kinemaenthalten in: Zeitschrift Kinema, Band 9 (1919), Heft 25. PDF erstellt am: 15. Juni 2018. Quelle: ETH Zürich, Rämistrasse 101, 8092 Zürich, Schweiz, die sich kühn „An die Film-Verleiher der ganzen Welt!“ wendet:
Bei Oehler handelte es sich also um einen „beliebten Komiker“, und der Name deutete tatsächlich auf eine komische Detektivfgur hin. Der Anzeige sind zwei Zeichnungen zu dem Film 3000 Mark Belohnung beigefügt, die mit den Werbezeilen „‚3000 Mark Belohnung‘ – ein großer Kassenschlager!“ und „Benedikt Scheps füllt die Kinokassen“ unterschrieben sind und eine clownhafte Detektivfigur zeigen.
Laut Anzeige der Macht-Film waren zehn Folgen der Serie geplant. Benedikt Scheps’ erstes Abenteuer war „überall erfolgreich“, sein zweites Abenteuer 3000 Mark Belohnung schon „vorführbereit“ und sein drittes Abenteuer Das Geheimnis des Fabrikanten Henderson bereits „in Arbeit“.
Rudi Oehler spielte bei der Macht-Film-Produktion auch noch andere Rollen.vgl. Filmographie bei filmportal.de In Verlorene Töchter (1918) war er der Varietéagent Müller, in Wenn Gräber sich öffnen (1918) der Professor Dr. Bender.vgl. Filmographie bei GECD Zu dem Kriminalfilm Der Fall Meier schrieb Oehler auch das Drehbuch.
Das Konzept eines Clowns als Detektiv bzw. eines Detektivs als Clown sucht zwei filmische Genera, den komischen und den Detektivfilm, zu verbinden. Es scheint indes beim Publikum nicht so gut angekommen zu sein, wie es die Anzeige der Macht-Film suggerieren wollte.
Komische Detektive im Stummfilm gab es erst wieder 1927 in dem Kriminalreißer Der Bettler vom Kölner Dom, und hier gleich zwei: In Gestalt des Detektiv-Paares Napoleon Bonaparte Schmitz und Carolus Caesar Müller, die von Carl Geppert und Hermann Blaß gespielt wurden.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmreihe Kategorie:Stummfilm Kategorie:Kriminalfilm Kategorie:Fiktive Person Kategorie:Filmkomödie