mini|Nationaldenkmal auf dem Veitsberg in Prag

Das Nationaldenkmal auf dem Veitsberg () in der tschechischen Hauptstadt Prag wurde in den Jahren 1928 bis 1933 im Auftrag des tschechoslowakischen Staatsgründers Tomáš Garrigue Masaryk nach einem Entwurf des Architekten Jan Zázvorka errichtet. Es umfasst unter anderem das Reiterdenkmal des böhmischen Nationalhelden Jan Žižka, die Ehrenhalle und das Grabmal des unbekannten Soldaten.

Beschreibung Das Nationaldenkmal auf dem Veitsberg besteht aus einem neun Meter hohen und 16,5 Tonnen schweren Reiterstandbild des Hussitenführers Jan Žižka sowie aus einer dahinter anschließenden mehrstöckigen Ehrenhalle, die innen mit Marmor verkleidet und insgesamt 31 m hoch ist. Die gesamte Anlage des Nationaldenkmals weist eine Länge von 143 m auf, daneben umfasst sie im Bereich von Reiterstandbild und Ehrenhalle zahlreiche unterirdische Räume, in denen u. a. das Grabmal des unbekannten Soldaten untergebracht ist. Das Žižka-Reiterstandbild gilt als eine der größten Bronzestatuen der Welt.

Geschichte mini|Fernansicht des Nationaldenkmals mini|Das neun Meter hohe Reiterstandbild mini|Innenansicht der Ehrenhalle Die Idee zum Žižka-Denkmal auf dem Veitsberg im – ebenfalls nach Žižka benannten – Stadtteil Žižkov entstand schon 1877. Der Baubeschluss wurde 1882 gefasst, als Böhmen noch zu Österreich-Ungarn gehörte. 1907 wurde dafür ein Grundstück von der Stadt Prag kostenlos zur Verfügung gestellt; bis zum Ersten Weltkrieg verzeichnete das Projekt jedoch keine Fortschritte.

Nach der Gründung der Tschechoslowakei im Jahr 1918 wurde der Ruf nach einer nationalen Gedenkstätte zu Ehren der Tschechoslowakischen Legionäre lauter. Schließlich wurde das Nationaldenkmal in den Jahren 1928 bis 1933 nach Plänen des Architekten Jan Zázvorka errichtet. 1931 wurde die Reiterstatue Jan Žižkas aufgestellt, ein Werk des Bildhauers Bohumil Kafka und eines der größten bronzenen Reiterdenkmäler Europas. Die künstlerischen Arbeiten und das Innere wurde erst 1938 fertiggestellt. Eine im selben Jahr geplante große Einweihungsfeier fiel wegen des Münchner Abkommens aus.https://www.vhu.cz/narodni-pamatnik-na-vitkove-s-hrobem-neznameho-vojina/

Nach dem Februarumsturz 1948 vereinnahmten die Kommunisten das Nationaldenkmal für sich. Sie richteten dort eine Gedenkstätte für ausgewählte verstorbene Mitglieder der Tschechoslowakischen Kommunistischen Partei ein. So ließen sie den 1953 verstorbenen stalinistischen Diktator Klement Gottwald einbalsamieren und beim Nationaldenkmal in einem Mausoleum beisetzen. Gottwalds Leichnam wurde 1962 kremiert.Von einigen Historikern wird behauptet, dass Gottwalds Leichnam entfernt werden musste, da die Einbalsamierung misslang. Das wird von vielen Fachleuten angezweifelt. Der wahre Grund scheint jedoch darin zu liegen, dass 1962 die Zeit des Personenkults in der Tschechoslowakei vorbei war. Die Urne Klement Gottwalds sowie die Urnen weiterer Kommunisten (Gusta Fučiková, Marta Gottwaldová, Josef Haken, Jan Harus, Josef Hlavicka, Čeněk Hruška, Jiří František Chaloupecký, Antonín Janoušek, Josef Juran, Augustin Kliment, Václav Kopecký, Marie Majerová, Stefan Major, Václav Nosek, Bohuslav Novotný, Julie Prokopová, Antonín Sochor, Rudolf Strechaj, Josef Tesla, Rudolf Vetiska, Jan Vodička, Bohuslav Vrbenský und Antonín Zmrhal) wurden bis 1990 im Nationaldenkmal am Veitsberg aufbewahrt. Nach der Samtenen Revolution 1989 wurden sie schließlich aus dem Mausoleum entfernt und in einem Sammelgrab in den Olšany-Friedhöfen bestattet.

Heute befinden sich im Gebäude Ausstellungen des Nationalmuseums.

Grab des Unbekannten Soldaten Im Inneren des Nationaldenkmals befindet sich auch das Grab des unbekannten Soldaten des tschechischen Volkes mit einer Gedenkstätte für die Gefallenen. 2006 wurden die Urnen von Alois Eliáš und seiner Ehefrau Jaroslava feierlich im Nationaldenkmal beigesetzt. auf Radio Prag vom 5. Juli 2006, abgerufen am 26. April 2011.

Einzelnachweise

Weblinks

Nationaldenkmal auf dem Veitsberg Besucherinformation auf den Seiten des Nationalmuseums (tschechisch) Plan des Nationaldenkmals (Querschnitt) Detailbeschreibung (tschechisch)

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