Die Sch’tis in Paris – Eine Familie auf Abwegen (Originaltitel: La Ch’tite Famille) ist eine französische Filmkomödie von Dany Boon aus dem Jahr 2018. Nach Aussage des Regisseurs handelt es sich nicht um eine Fortsetzung seines Erfolgsfilms Willkommen bei den Sch’tis aus dem Jahr 2008.
Handlung Valentin und seine Gefährtin Constance sind beide renommierte Möbeldesigner und Innenarchitekten. Sie bereiten eine Retrospektive ihrer bisherigen Arbeiten im Palais de Tokyo in Paris vor. Aber es kommt anders als geplant.
Valentin stammt aus einer Familie aus dem Département Nord. Dies verschwieg er aber und behauptete, dass seine Mutter ihn nach seiner Geburt verlassen und im Waisenhaus abgegeben habe. Er trainierte sich auch die Sprache seiner Heimat ab. Nun kommen seine Mutter, sein Bruder, seine Schwägerin und seine Nichte überraschend in die Hauptstadt und suchen ihn in der Ausstellung auf.
Die Begegnung erschüttert Valentin. Kurz darauf hat er einen Unfall, den Constances Vater verursacht, mit einer Kopfverletzung. Er verliert sein Gedächtnis und kann sich nur an Geschehnisse erinnern, die geschahen, bevor er seine Heimat vor fünfundzwanzig Jahren verließ. Mit 17 Jahren hatte er einen Mofa-Unfall und er fühlt sich in die Zeit direkt nach diesem Unfall zurückversetzt – die Zwischenzeit ist von einer Amnesie überdeckt. Er spricht auch nicht mehr sein fehlerfreies Französisch, sondern die Sprache der Sch’tis.
Produktion Idee und Besetzung Die Sch’tis in Paris ist der sechste Spielfilm unter der Regie von Dany Boon. Laut Boon kamen ihm die ersten Ideen zu dem Film 2011. Boon ist auch der Hauptdarsteller und spielt mit zwei weiteren Schauspielerinnen aus dem Norden, Line Renaud und Valérie Bonneton, mit denen er bereits in anderen Filmen zusammenarbeitete. Auch bei der Besetzung weiterer Rollen castete er mit Pierre Richard sowie Guy Lecluyse aus Willkommen bei den Sch’tis und Nichts zu verzollen, Laurence Arné aus Nichts zu verschenken (Radin!, 2016) und François Berléand Schauspieler aus seinen vorherigen Filmen.
Dreharbeiten Die Dreharbeiten dauerten zehn Wochen. Sie fanden Anfang Sommer 2017 in der Nähe von Paris, insbesondere in der Cité du cinéma bei Saint-Denis sowie am Sommerende bei Hauts-de-France statt.
Rezeption
Kritiken Zum Kinostart 2018 fielen die Kritiken gemischt bis kritisch aus. Während einige Rezensenten den Slapstick-Humor lobten, vermissten viele Kritiker den Charmes des Vorgängers.
Die Süddeutsche Zeitung hebt die Änderungen von Regisseur Dany Boon hervor, die keine Geschichte ergeben.
Die Münchener Abendzeitung urteilt, Dany Boon und Pierre Richard überzeugen in ihren Hauptrollen, der Film reiche jedoch nicht an den Erfolg des ersten Teils heran. Wohlwollender analysiert epd Film die Fortsetzung, in der "Drive", oft lustig und eine herzige Komödie, die aber nie mehr sein will, zu erkennen sei. Bemerkenswert sei der Film jedoch wie schon sein Vorgänger hinsichtlich der Synchronisation.
Birgit Roschy sieht bei epd Film in der Fortsetzung ein "harmonieseliges Round-Up", etwas mutlos, das aber Biss bekomme, wenn über Kunstmätzchen mit dreibeinigen Designerstühlen und Rückenproblemen als Running Gag gespottet werde; dann erreiche der Film als Kunstsatire tatsächlich eine Qualität, die an The Square, Buster Keaton oder Jacques Tatis Klassiker Mein Onkel erinnere.
Veröffentlichung Der Trailer zum Film wurde am 20. Dezember 2017 auf YouTube veröffentlicht. Der Film kam am 23. Februar 2018 im Norden Frankreichs heraus. Am 28. Februar 2018 folgten die übrigen Landesteile und am 22. März 2018 Deutschland.
Synchronisation Die Figur des Valentin wird in der deutschen Fassung von Christoph Maria Herbst gesprochen.
Weblinks
La Ch’tite Famille bei Unifrance (französisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2018 Kategorie:Französischer Film Kategorie:Filmkomödie Kategorie:Culture-Clash-Komödie