←1999 Europawahl 2004 2009→ EVP-ED Christdemokraten, Konservative 268 –27 SOZ Sozialdemokraten, Sozialisten 200 –32 ALDE Liberale, Zentristen 88 +21 Grüne/EFA Grüne, Regionallisten 42 –5 VEL/NGL Linke, Sozialisten, Kommunisten 41 –14 Ind/Dem EU-Skeptiker 37 +19 UEN Nationalkonservative 27 –3 Fraktionslose 29 –15 Summe 732 +106 Die Europawahl im Juni 2004 war die sechste Europawahl, bei der die Abgeordneten des Europäischen Parlaments gewählt wurden.bis 1979 entsendeten die nationalen Parlamente Abgeordnete ins Europaparlament; 1979 wurden sie zum ersten Mal direkt gewählt (Europawahl 1979). Sie fand in den 25 Mitgliedstaaten der Europäischen Union an einem bzw. zwei von vier festgelegten Wahltagen statt: in Großbritannien und den Niederlanden am Donnerstag, dem 10. Juni, in Irland und Tschechien am 11. Juni, in Italien, Lettland und Malta am 12. Juni, in den übrigen 17 Mitgliedstaaten am Sonntag, dem 13. Juni.

343.657.800 Menschen waren wahlberechtigt. Das Wahlsystem unterschied sich im Einzelnen von Land zu Land: in 20 der 25 Staaten gab es einen landesweiten Wahlkreis, daher nur eine Liste. In Großbritannien gab es 11 Wahlkreise, in Frankreich 8, in Irland 4, in Belgien 4 und in Polen 13. Insbesondere in Großbritannien (England, Schottland, Wales, Nordirland) und Belgien (Flandern, Wallonien, Brüssel) wurde dabei Rücksicht auf regionale Besonderheiten genommen. In sechs Ländern, darunter Deutschland, waren die Listen von den Parteien vorgegeben und die Wähler wählten mit einer Partei deren Kandidaten in der Reihenfolge, in der sie auf der Liste standen. In Irland, Luxemburg und Nordirland dagegen hatten die Wähler so viele Stimmen wie Sitze zu vergeben waren und konnten frei panaschieren.

Es gab in einigen Ländern Sperrklauseln: fünf Prozent (u. a. Deutschland, Frankreich, Polen, Tschechien), vier Prozent (Österreich, Schweden) und drei Prozent (Griechenland) bzw. waren wegen der Wahl in Wahlkreisen obsolet. Die Höchstgrenze war EU-weit auf fünf Prozent festgelegt. Die Sitze wurden in vielen Ländern nach dem d’Hondtschen Verfahren vergeben, Deutschland verteilte die Sitze nach dem Hare/Niemeyer-Verfahren.

Bulgarien und Rumänien traten zum 1. Januar 2007 der Europäischen Union bei (Osterweiterung, Teil II). Beide Länder entsandten zunächst Abgeordnete, die vom jeweiligen Parlament bestimmt waren. In Bulgarien fand am 20. Mai 2007 eine Direktwahl statt, in Rumänien am 25. November 2007.www.wahlrecht.de

Siehe auch Liste der Mitglieder des 6. Europäischen Parlamentes.

Sitzverteilung mini|Zusammensetzung der Delegationen der einzelnen Mitgliedstaaten nach den Wahlen Sitzverteilung bei Konstituierung des Parlaments am 20. Juli 2004: Land \ Fraktion EVP-ED SOZ ALDE Grüne/EFA GUE/NGL Ind/Dem UEN Andere Summe Belgien CD&V 3N-VA 1CDH 1CSP 1MCC 1 PS 4SP.A/Spirit 3 MR 2VLD/Viviant 3 Groen 1Ecolo 1 VB 324 Dänemark KF 1 SD 5 V 3RV 1 SF 1 N 1 Junib. 1 DF 114 Deutschland CDU 40CSU 9 SPD 23 FDP 7 Grüne 13 Linke 799 Estland IL 1 SDE 3 EK 1RE 16 Finnland KOK 4 SDP 3 Kesk 4SFP 1 Vihr 1 V 1 14 Frankreich UMP 17 PS 31 UDF 11 LV 6 PCF 2AO 1 MPF 3 FN 7 78Griechenland ND 11 PASOK 8 KKE 3SYN 1 LAOS 1 24Irland FG 5 Labour 1 Harkin 1 SF 1 Sinnott 1 FF 4 13Italien FI 16UDC 5SVP 1AP-UDEUR 1PP 1 DS 12SDI 2Unabh. 2 DL 7LEB 2SC 2MRE 1 Verdi 2 RC 5PdCI 2 LN 4 AN 9 NPSI 2AS 1MSFT 1 78Lettland JL 2TP 1 LC 1 PCTVL 1 TB/LNNK 4 9Litauen TS 3 LSDP 2 DP 5LiCS 2 VNDPS 1LDP 1 13Luxemburg CSV 3 LSAP 1 DP 1 Gréng 1 6Malta PN 2 PL 3 5Niederlande CDA 7 PvdA 7 VDD 4D66 1 GL 2ET 2 SP 2 CU/SGP 227 Österreich ÖVP 6 SPÖ 7 Grüne 2 Martin 2FPÖ 1 18 Polen PO 15PSL 4 SLD 5SDPL 3SRP 1 UW 4 LPR 10 PiS 7 SRP 5 54 Portugal PSD 7CDS-PP 2 PS 12 PCP 2BE 1 24 Schweden M 4KD 1 SAP 5 FP 2C 1 MP 1 V 2 Junil. 219 Slowakei SDKU 3KDH 3MKP 2 SMER-SD 3 ĽS-HZDS 3 14 Slowenien NSi 2SDS 2 ZLSD 1 LDS 2 7 Spanien PP 24 PSOE 24CD 1EAJ-PNV 1 LV 1ICV 1ERC 1 IU 1 54 Tschechien ODS 9SNK 3KDU-CSL 2 CSSD 2 KSCM 6 Nezávislí 2 24 Ungarn Fidesz 12MDF 1 MSZP 9 SZDSZ 2 24 Vereinigtes Königreich Cons. 27UUP 1 Labour 19 LibDem 12 GP 2SNP 2PC 1 SF 1 UKIP 11 UKIP 1DUP 1 78 Zypern DISY 2GTE 1 DIKO 1 AKEL 2 6 Gesamt 268 200 88 42 41 37 27 29 732

Literatur Christina Holtz-Bacha (Hrsg.): Europawahl 2004. Die Massenmedien im Europawahlkampf. VS Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 978-3-531-14595-2. Oskar Niedermayer, Hermann Schmitt (Hrsg.): Europawahl 2004. VS Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 978-3-531-14256-2. Jens Tenscher (Hrsg.): Wahl-Kampf um Europa. Analysen aus Anlass der Wahlen zum Europäischen Parlament 2004. VS Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 978-3-531-14340-8.

Weblinks

Offizielle Wahl-Homepage des Europäischen Parlaments Centrum für angewandte Politikforschung: Audio-Interview zur Funktion des EP, den Prognosen zur Wahlbeteiligung und den Themen des Wahlkampfs

Einzelnachweise