Nadschāsa (, oder auch Najāsa) bezeichnet im Islam den Zustand ritueller Unreinheit und damit das Gegenteil von Tahāra.

Es bezeichnet darüber hinaus auch die Anwesenheit von rituell unreinen Substanzen.

Das arabische Adjektiv zu Nadschāsa lautet .

Religiöse Bedeutung Ist der Gläubige im Zustand der rituellen Unreinheit, so ist vor rituellen Handlungen, wie z. B. dem Gebet (Salāt), die rituelle Reinigung vorzunehmen. Je nach Art der Verunreinigung ist entweder die kleine Waschung (Wudu’) oder die große Waschung (Ghusl) zu vollziehen. Bei Nicht-Vorhandensein von Wasser ersatzweise auch mit z. B. Sand (Tayammum), wobei dies jedoch nicht ähnlich durchgeführt wird wie mit der Waschung durch Wasser.

Arten von ritueller Unreinheit Kleine Unreinheit (chafīfa) Durch kleine Unreinheiten verliert man den Zustand der rituellen Reinheit (Tahāra). Kleine Unreinheiten sind z. B.: Toilettengang Ablassen von Darmgasen Berühren der eigenen Genitalien Berühren der Genitalien des Partners mit lustvollen Motiven Um nach einem durch eine kleine Unreinheit verursachtem Verlust der rituellen Reinheit letztere wieder zu erlangen, muss mindestens die kleine Waschung (Wudū') vollzogen werden.

Große Unreinheit (ghalīza) Große Unreinheiten können nur mit der großen Waschung (Ghusl) beseitigt werden, wie beispielsweise:

Zustand nach sexuellem Verkehr Zustand der Frau nach Ende der monatlichen Blutung und des Wochenbetts Zustand des Mannes nach – auch ungewollter – Ejakulation von Sperma

Rituell unreine Substanzen Bestimmte Dinge verunreinigen Körper oder Kleidung, sodass diese rituellen Unreinheiten unter Umständen entfernt werden müssen. Auch Plätze können verunreinigt sein, sodass etwa das Ritualgebet (Salāt) dort nicht erlaubt ist.

Rituell unreine Substanzen können in bestimmten Fällen und in bestimmtem Umfang entschuldigt sein.

Einzelnachweise

Kategorie:Rituelle Reinheit im Islam