Der Bahnhof Landesdenkmal ist ein stillgelegter Haltepunkt an der Strecke der Aartalbahn auf dem Stadtgebiet von Wiesbaden. Benannt ist er nach dem „Landesdenkmal“.

Geografische Lage Der Haltepunkt Vgl.: Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 11. März 1916, Nr. 12. Bekanntmachung Nr. 159, S. 87. lag an der Kreuzung der Biebricher Allee mit der Bahnstrecke, Tafel S. 156 oben, verzeichnet den Haltepunkt nicht. und vermittelte so im Verkehr umsteigender Reisender. Die Biebricher Allee ist die Hauptverbindung zwischen der Wiesbadener Innenstadt und der am Rheinufer gelegenen, ehemals selbständigen Gemeinde Biebrich. Bei Eröffnung der Strecke und des Haltepunkts verkehrte hier schon seit 1889 die Wiesbadener Dampfstraßenbahn, betrieben von der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft (SEG). Die Allee wird mit einer Brücke über die Bahn geführt, die hier in einem Einschnitt verläuft. Auf der Südseite der Bahnstrecke, unmittelbar gegenüber dem Empfangsgebäude, befindet sich das „Henkell-Schloss“.

Die Aartalbahn verband den Wiesbaden Hauptbahnhof und seine Vorgänger-Bahnhöfe einerseits und Bad Schwalbach (damals: Langenschwalbach) und Diez andererseits. Die heutige Streckenführung entstand, als der 1906 eröffnete Hauptbahnhof Wiesbaden eine neue Zuführung der Strecke erforderte.Die Eisenbahn in Wiesbaden. In: odenwald-bahn.de, abgerufen am 23. März 2018. mini|links|Empfangsgebäude des Haltepunkts Landesdenkmal um 1910

Geschichte Biebrich wünschte anlässlich dieser Streckenverlegung je einen Halt an der Aartalbahn für seine Wohngebiete Adolfshöhe, wo später das Landesdenkmal entstand, und Waldstraße. Auch der Biebricher Verschönerungsverein reichte eine Petition für einen Bahnhof an der Adolfshöhe ein. Diese war damals jedoch noch dünn besiedelt. So machte die zuständige Königlich Preußische und Großherzoglich Hessische Eisenbahndirektion Mainz den Bau eines Haltepunkts an dieser Stelle – im Gegensatz zum Bahnhof Waldstraße – davon abhängig, dass die Gemeinde der Bahn kostenlos das Gelände überließ und sich finanziell am Bau beteiligte.Andreas Schmidt-von Rhein: Adolfshöhe und Biebricher Allee: Bindeglied zwischen Wiesbaden und Biebrich. In: specknet.de, abgerufen am 23. März 2018.

Die neue Streckenführung der Aartalbahn im Wiesbadener Stadtgebiet wurde am 2. Mai 1904 in Betrieb genommen, zum 1. Oktober 1907 der Haltepunkt Landesdenkmal „für den Personen-, Gepäck-, Expreßgut- und Paketverkehr“Eisenbahnverordnungsblatt, Band 30, C. Heymanns Verlag, 1907, S. 343; Königlich Preußische und Großherzoglich Hessische Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 28. September 1907, Nr. 49. Bekanntmachung Nr. 507, S. 563. eröffnet. Kurz darauf wurde er auch an die Eisenbahn-Telegrafenleitung angeschlossen.Königlich Preußische und Großherzoglich Hessische Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 2. November 1907, Nr. 56. Bekanntmachung Nr. 600, S. 653. Im ersten Winterhalbjahr wurden rund 10.000 Personen abgefertigt.Andreas Schmidt-von Rhein: Adolfshöhe und Biebricher Allee: Bindeglied zwischen Wiesbaden und Biebrich. In: specknet.de, abgerufen am 23. März 2018.

Am 25. September 1983 wurde der Personenverkehr auf dem Streckenabschnitt Wiesbaden–Bad Schwalbach eingestellt. Der nahe dem Haltepunkt abzweigende Gleisanschluss zur Firma Henkell wurde 2007 reaktiviert.

Infrastruktur Empfangsgebäude

Das Empfangsgebäude steht auf einem roten Sandsteinsockel und ist hell verputzt. Sein Doppelgiebel ist mit Schiefer eingedeckt. Da der straßenseitige Eingang in das Gebäude auf der Ebene der Biebricher Allee lag, führte eine überdachte Treppe zum tiefer gelegenen Bahnsteig im Geländeeinschnitt, den die Bahnstrecke nutzte.NN: Der ehemalige Bahnhof Landesdenkmal; S. 435. Das Empfangsgebäude ist ein Kulturdenkmal aufgrund des Hessischen Denkmalschutzgesetzes. S. 435. Heute nutzt es ein Kindergarten der Privatschule Obermayr.Expansionsdrang: Wiesbadener Privatschule zieht es hinaus ins Umland. In: Frankfurter Rundschau, 11. September 2008. Abgerufen am 24. Februar 2012.

Übrige Infrastruktur Östlich des Haltepunkts verzweigt sich die Strecke in Richtung Wiesbaden Hauptbahnhof und nach Wiesbaden Ost. Westlich folgte der Bahnhof Waldstraße.

Im Rahmen der Überlegungen zur Reaktivierung der Aartalbahn wird erwogen, hier wieder einen Haltepunkt anzulegen.

Literatur S. 435.

Weblinks

Der ehemalige Bahnhof Landesdenkmal. In: Sehenswertes Biebrich.

Einzelnachweise

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