Hans-Joachim Wagner (* 9. März 1924 in Gera; † 4. Januar 2014 in Homburg) war ein deutscher Rechtsmediziner und Hochschullehrer. Er wirkte unter anderem als Professor und Direktor des Instituts für Rechtsmedizin der Universität des Saarlands in Homburg.
Ausbildung und berufliche Tätigkeit Hans-Joachim Wagner, geboren in Thüringen als Sohn von Margarete Wagner, geborene Bergner, und des Prokuristen Armin Wagner, begann sein Medizinstudium an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, schloss es an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ab, wo er 1951 auch zum Dr. med. promoviert wurde. Das Thema seiner Dissertation ist die Geschichte der Aufdeckung des Giftmordes vom Ende des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. 1960 folgte in Mainz die Habilitation. In der Habilitationsschrift ging es um die Rolle von Antibiotika und Sulfonamiden bei der Todeszeitbestimmung. An der Universität Mainz begann Wagner auch seine Lehrtätigkeit.
Im Jahr 1966 ernannte die Universität Mainz Wagner zum außerordentlichen Professor. Er folgte 1968 einem Ruf an die Universität des Saarlandes in Homburg als Lehrstuhlinhaber für Gerichtliche Medizin (Rechtsmedizin) und Gründungsdirektor des Instituts für Gerichtsmedizin (seit 1971 Institut für Rechtsmedizin). Das Tätigkeitsgebiet des Instituts beschränkte sich nicht auf das Saarland, sondern erstreckte sich auch auf Teile von Rheinland-Pfalz und ab 1986 Luxemburgs. Wagner lehnte Rufe an die Universitäten in Erlangen und in Bonn ab, und blieb bis zur Emeritierung 1993 im Saarland. Bis zu seiner Emeritierung war Wagner Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin e. V.
Hans-Joachim Wagner war mit Hildegard Wagner, geborene Staschick verheiratet.
Hauptarbeitsgebiete Analyse von Verletzungsmustern von VerkehrsopfernVgl. etwa Hans-Joachim Wagner: Verkehrsunfall. In: Wolfgang Schwerd (Hrsg.): Kurzgefaßtes Lehrbuch der Rechtsmedizin für Mediziner und Juristen mit vollständiger Berücksichtigung des Gegenstandskatalogs 1979 für die Ärztliche Prüfung und entsprechenden Texthinweisen. 3., überarbeitete und ergänzte Auflage. Deutscher Ärzte-Verlag, Köln-Lövenich 1979, ISBN 3-7691-0050-6, S. 55–63. als Grundlage der Optimierung der Fahrgastzelle und von Sicherheitsgurten und anderen Sicherheitseinrichtungen Untersuchung der Fahrsicherheit und ihrer Beeinträchtigung durch Krankheit, Medikamente, Rauschmittel, Alkoholeinfluss Etablierung von Grenzwerten für Alkohol und Rauschmittel Interdisziplinäre Grundlagen für Fahreignungsprognosen Er publizierte über 100 Fachveröffentlichungen. Im Fall Birgit Dressel trat Wagner als Gutachter auf.Rutschbahn in den legalen Drogensumpf, in: Der Spiegel Nr. 37, 1987; Spiegel online, 7. September 1987.
Ehrungen Bundesverdienstkreuz 1. Klasse Verdienstorden des Großherzogtums Luxemburg (Kommandeur) Senator-Lothar-Danner-Medaille des Bundes gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr, Konrad-Händel-Preis der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin Ernst-von-Bergmann-Plakette der Bundesärztekammer Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin Ehrenvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin
Literatur Rechtsmediziner Professor Hans-Joachim Wagner gestorben. In: Saarbrücker Zeitung vom 9. Januar 2014. Wagner, Hans-Joachim. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1296.
Weblinks
Die DGRM trauert um Prof. Dr. Hans-Joachim Wagner. Deutsche Gesellschaft für Rechtsmedizin Nachruf für Professor Dr. med. Hans-Joachim Wagner, Universität des Saarlandes, Homburg. Deutsche Gesellschaft für Verkehrsmedizin. PDF-Dokument
Einzelnachweise
Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Johannes Gutenberg-Universität Mainz) Kategorie:Hochschullehrer (Homburg) Kategorie:Rechtsmediziner Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Träger des Verdienstordens des Großherzogtums Luxemburg (Komtur) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1924 Kategorie:Gestorben 2014 Kategorie:Mann