mini|Erste Seite von Mozarts Autograph Ave verum corpus (KV 618) ist eine Motette in D-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart für vierstimmigen gemischten Chor, Streicher und Orgel. Dies ist die berühmteste Vertonung des mittelalterlichen Hymnus Ave verum und trotz seiner Kürze (46 Takte) eines der bekanntesten Werke Mozarts.

Beschreibung mini|Ave verum, aufgeführt durch Chor und Orchester Senftenberg Mozart komponierte sein Ave verum ein knappes halbes Jahr vor seinem Tod, während er zugleich an der Zauberflöte und dem Requiem arbeitete. Das Autograph ist auf den 17. Juni 1791 datiert, es trägt zu Beginn die Anweisung: sotto voce (mit gedämpfter Stimme). Das Werk entstand wahrscheinlich zum Fronleichnams-Gottesdienst für Anton Stoll, Schullehrer und Chorregent der Pfarrkirche St. Stephan in Baden bei Wien, mit dem Mozart befreundet war.

Melodie Die Melodie beginnt wie folgt:

Text Ave, ave verum corpus natum de Maria Virgine. Vere passum, immolatum in cruce pro homine: Cuius latus perforatum unda fluxit et sanguine: Esto nobis praegustatum in mortis examine.

Den letzten Vers der Hymne: O Jesu dulcis! O Jesu pie! O Jesu fili Mariae. hat Mozart aus unbekannten Gründen weggelassen.

Rhythmisierte Übersetzung von Peter Gerloff:

Gruß dir, Leib des Herrn, geboren aus Marias reinem Schoß! Heimzuführen, was verloren, trugst du Kreuz und Todeslos. Von der speerdurchbohrten Seite flossen Blut und Wasser rot. Sei uns Vorgeschmack im Streite, Himmelskraft in Sterbensnot!Textfassung Peter Gerloffs zu Mozarts Satz im Notenbild (PDF; 34 kB)

Wirkungsgeschichte Franz Liszt zitiert Mozarts Ave verum im zweiten Satz seines Klavierwerks Evocation à la Chapelle Sixtine, das seinerseits von Pjotr Iljitsch Tschaikowski in seiner Orchestersuite Mozartiana orchestriert wurde.

Hector Berlioz nannte das Werk in seinem Grand Traité d’instrumentation et d’orchestration modernes als Vorbild für richtige Verwendung der menschlichen Stimme:

Alfred Einstein schreibt in seiner Mozart-Biographie:

Ausgaben Österreichische Nationalbibliothek, Wien, Mus. Hs. 18.975/3. Vollständige farbige Faksimile-Ausgabe der Originalhandschrift in Originalgröße. Hrsg. und kommentiert von Günter Brosche. ISBN 978-3-201-01741-1.

Literatur Ludwig von Köchel, Franz Giegling, Alexander Weinmann, Gerd Sievers (Hrsg.): Chronologisch-thematisches Verzeichnis sämtlicher Tonwerke Wolfgang Amadé Mozarts. 8. Auflage. Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 1983, ISBN 3-7651-0019-6.

Weblinks

Kirchenchor Baden St. Stephan

Einzelnachweise

Kategorie:Werk von Wolfgang Amadeus Mozart Kategorie:Geistliches Chorwerk Kategorie:Chorwerk aus dem 18. Jahrhundert Kategorie:Musik 1791