Die Red Bull X-Alps ist ein internationaler Wettkampf für Gleitschirmteams im Biwakfliegen, der seit 2003 im Zweijahresrhythmus ausgetragen wird. Er gilt als der härteste Gleitschirm-Wettkampf der Welt und als eines der härtesten Adventure-Races der Welt, da er über mehrere Tage – mit lediglich den nötigsten Pausen und Erholungsphasen – ausgetragen wird. Der Wettbewerb hat den Status einer inoffiziellen Weltmeisterschaft. Seit 2024 wird Hike & Fly bzw. Biwakfliegen zwar von der Fédération Aéronautique Internationale (FAI), im Speziellen von der Internationalen Hängegleiter- und Gleitschirmflug-Kommission (CIVL) offiziell anerkannt, es wurde aber noch keine Weltmeisterschaft ausgetragen.
Über die Austragung 2005 wurde der Dokumentarfilm „The Red Bull X-Alps 2005“ gedreht, welcher 2006 am 18. Internationalen Berg & Abenteuer Filmfestival Graz teilnahm. Seitdem wurde über jeden Bewerb Dokumentationen veröffentlicht und mit diversen Preisen ausgezeichnet.
Urheber des Wettbewerbes war Hannes Arch. Er wurde durch den Dokumentarfilm Glücklicher Ikarus inspiriert, in dem Toni Bender den Alpenhauptkamm von Brauneck bei Bad Tölz nach Bassano del Grappa überquert.
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Das Ziel des Wettkampfes ist, von Salzburg aus den Alpenbogen zu durchqueren. Hierbei müssen verschiedene Wendepunkte passiert werden. Die genaue Streckenführung variiert durch diese Wendepunkte, die von Ausgabe zu Ausgabe geändert werden. Die einzigen erlaubten Fortbewegungsmittel sind der Flug mit dem Gleitschirm und die Fortbewegung zu Fuß, wobei auch Nordic-Walking-Stöcke zugelassen sind. Jede Benutzung von Bergbahnen, Autos, Tunneln oder anderen Hilfsmitteln ist nicht erlaubt.
Die Dauer ist in der aktuellen Ausgabe auf zwölf Tage beschränkt. Bei vorherigen Austragungen gab es hier abweichende Regelungen. Für die Piloten, die das Ziel nicht erreicht haben, wird die fehlende Distanz zum Ziel gewertet.
Aus Sicherheitsgründen muss täglich zwischen 21:00 Uhr und 6:00 Uhr eine durchgehende Ruhepause von sieben Stunden eingehalten werden, in der die Teilnehmer sich nicht weiter als 250 m von ihrer Ruheposition weg bewegen dürfen. Jeder Teilnehmer verfügt über einen Nightpass, mit dem er einmalig von der Pflicht zur nächtlichen Ruhepause ausgenommen wird. Die Inanspruchnahme des Nightpass muss bis 12 Uhr mittags des fraglichen Tages angemeldet werden.
In der Woche vor dem eigentlichen Bewerb wird der sogenannte Prolog veranstaltet. Dieser ist ein Probe-Bewerb in kleinerem Rahmen und kann in wenigen Stunden absolviert werden. Die drei schnellsten des Bewerbes erhalten einen zweiten Nightpass für den Hauptbewerb. Außerdem muss die Ruhepause am zweiten Bewerbs-Tag um die Zeitdifferenz zum Sieger erweitert werden.
Ausrüstung Folgende Ausrüstungsgegenstände müssen die Athleten zu jedem Zeitpunkt mit sich tragen: Gleitschirm (mit Zertifizierung lt. EN 926-2, 926-1 oder LTF 91/09) Gurtzeug (mit Zertifizierung lt. EN 1651 mit Protektor lt. LTF 91/09) Rettungsfallschirm (mit Zertifizierung lt. EN 12491 oder LTF 91/09) Flughelm (dieser muss der EN-966-Norm entsprechen) zwei Signalraketen Smartphone primärer und sekundärer GNSS-Logger Satellitengestützte Notfunkbake (SPOT oder inReach)
Weiters müssen folgende Ausrüstungsgegenstände situationsbedingt mitgeführt werden: Klettergurtzeug mit Klettersteigset (ebenfalls EN-Zertifiziert) LVS-Gerät, Lawinenschaufel und Lawinensonde
Das Team Ein Team besteht aus dem Piloten und einem Assistenten (2013 waren zwei Assistenten zugelassen). Der Assistent darf den Piloten mit Informationen, Nahrung und Ausrüstung versorgen. Die meisten Athleten werden noch von weiteren Personen betreut, um die Aufgaben des Supporters besser zu verteilen, allerdings gilt nur der offizielle Assistent als Bindeglied zur Rennleitung.
Durchführung Dank der GNSS-Technologie kann der ganze Wettkampf über das Live-Tracking rund um die Uhr im Internet mitverfolgt werden. Über den Datenlogger und GSM-Handys wird der aktuelle Standort laufend an die Rennleitung übermittelt und auf der offiziellen Website sichtbar gemacht.
Zusätzlich dazu müssen die Piloten eine Kamera mitführen. Mit dem aufgenommenen Bild und Video-Material führen die Supporter das Online-Tagebuch der Piloten nach.
Red Bull X-Alps 2003 Der Red Bull X-Alps Wettbewerb 2003 war der erste X-Alps Gleitschirm-Wettbewerb im Biwakfliegen.
Streckenführung
Bei der ersten Austragung 2003 verlief die Strecke, wie auch in den Folgejahren, vom Dachstein-Gletscher in Österreich bis nach Monaco. Die Strecke wurde lediglich durch zwei Wendepunkte vorgegeben: # Wendepunkt Bemerkung 1 Verbier damit nicht die Strecke über die Po-Ebene gewählt werden kann 2 Mont Gros damit die Piloten direkt vom Berg nach Monaco hereinfliegen
Ergebnisse Von den 19 Teilnehmern, die am 14. Juli 2003 auf dem Dachstein starteten, erreichten lediglich drei Piloten das Ziel in Monaco. Rang Team Athlet Zeit/Zurückgelegte Strecke 1 SUI Kaspar Henny 11 d 22:55 h 2 FRA David Dagault 12 d 3:20 h 3 GER1 Stefan Bocks 12 d 8:00 h 4 GER2 Thomas Friedrich 672 km 5 SUI2 Urs Lötscher 668 km 6 SLO Uros Rozic 657 km 7 CAN Will Gadd 656 km 8 GER3 Holger Herfurth 648 km 9 ROM Toma Coconea 618 km 10 AUT2 Walter Holzmüller 554 km 11 TUR Buhara Arif Kemal 525 km 12 POL Krzysztof Ziolkowski 522 km 13 ITA Andy Frötscher 511 km 14 AUT1 Gerhard Gassner 486 km 15 MEX Carlos Carsolio 462 km 16 BUL Slavi Vasilev 357 km 17 GBR Jon Shaw 263 km
Die Siegerehrung wurde von Fürst Albert II. – damals noch in seiner Rolle als Prinz – persönlich vorgenommen. Er verlieh den drei Teams, die das Ziel erreichten, die olympischen Medaillen von Monaco.
Red Bull X-Alps 2005 Der Red Bull X-Alps Wettbewerb 2005 war der zweite X-Alps-Gleitschirm-Wettbewerb im Biwakfliegen und der erste, an dem auch ein Frauen-Team teilnahm. Der Start des Wettkampfes war zwischen dem 1. und 3. August 2005, abhängig vom Wetter, geplant.
Streckenführung
Die Wendebojen für die Austragung 2005 wurden gegenüber dem Wettkampf von 2003 leicht geändert: # Wendepunkt Bemerkung 1 / Zugspitze musste nördlich passiert werden 2 / Mont Blanc musste nördlich passiert werden 3 Mont Gros Treffen innerhalb von 100 m
Teilnehmende Teams und Ergebnisse Bis zum 30. April 2005 konnten sich die Teams für die Austragung 2005 anmelden. Neben dem Titelverteidiger Kaspar Henny waren 16 weitere Piloten aus insgesamt 13 Ländern mit ihren Teams gemeldet. Erstmals waren mit Kari Castle und Niki Hamilton auch zwei Frauen am Start, letztere in einem reinen Frauen-Team.
Bei dieser Austragung erreichten insgesamt vier Teams das Ziel in Monaco, während drei Teams aus Gesundheitsgründen das Rennen abbrechen mussten. Alle anderen Teams legten zwischen 25 und 88 Prozent der Distanz zurück.