mini|Links das Logo der Federación Nacional de Cafeteros de Colombia (2010)
Federación Nacional de Cafeteros de Colombia () ist eine Interessen- und Berufsorganisation Kolumbiens mit Sitz in Bogotá. Sie befasst sich mit den Anliegen und der Repräsentation von mehr als einer halben Million kolumbianischer Kaffeeerzeuger – sowohl national wie auch international.
Im Kaffeejahr 2024/2025 haben seine Mitglieder insgesamt 14,87 Millionen Sack hochwertigen Kaffees, davon alleine rund 12,2 Mio. für den Export, à 60 Kilogramm produziert. Rund 80 % der Produktion wurden exportiert.
Die Organisation wird seit 2023 vom Agraringenieur Germán Alberto Bahamon Jaramillo als Generaldirektor geleitet.
Geschichte
Die Kaffeepflanze ist das wichtigste und einträglichste Agrarprodukt Kolumbiens. Im Jahr 1927 beschlossen die kolumbianischen Kaffeeanbauer eine Organisation zu gründen, die sie national und international repräsentiert. So wurde der Nationalverband der Kaffeeanbauer Kolumbiens (FNC) geboren, der heute als eine der größten landwirtschaftlichen NGOs der Welt gilt. Der FNC arbeitet gemeinnützig und ist politisch unabhängig.
Organisation Seit 1927 ist die FNC das wichtigste Gremium in der Landwirtschaft Kolumbiens, mit Präsenz in allen ländlichen Gebieten, wo Kaffee produziert wird. Die Arbeit des Verbandes dreht sich um die Kaffeebauern und deren Familien und soll sicherstellen, dass der kolumbianische Kaffee auf nachhaltige Weise angebaut, gemeinsame Interessen innerhalb der Kaffeeanbaugemeinschaften gestärkt und Café de Colombia in den USA cafedecolombia.com, abgerufen am 21. März 2018 (englisch) und auch in der Europäischen Union als eingetragenes Prüf- und Markenzeichen positioniert wird.Unión Europea otorga a “Café de Colombia” Indicación Geográfica Protegida dw.de, abgerufen am 21. März 2018 (spanisch)
Die Federación Nacional de Cafeteros de Colombia vertritt mehr als 550.000 Kaffeeanbauer-Familien. Die Organisation ist demokratisch aufgebaut, sowie mit einer gewerkschaftlichen Struktur versehen um die notwendigen Entscheidungen rund um Anbau und Vermarktung zu treffen und durchzusetzen. Die gemeinsam entwickelten Prioritäten kommen dem Gemeinwohl der Kaffeebauern und deren Familien zuteil. Wichtigstes Ziel ist es dabei die Lebensqualität der Kaffeeproduzenten zu erhöhen. Die FNC ist auch in der Forschung tätig, was zur Optimierung der Produktionskosten und der Kaffeequalität beiträgt. Dabei wird mit einer Regulierung sowohl die Vermarktung des geernteten Kaffees maximiert als auch der Verkaufspreis optimiert. federaciondecafeteros.org, abgerufen am 19. März 2018 (englisch)
Kaffeeproduktion der FNC + Kaffeeproduktion in Kolumbien nach Kaffeejahren (2015/16–2024/25) Kaffeejahr Zeitraum Produktion (in Mio. 60-kg-Säcken) Bemerkungen 2015/16 1. Okt 2015 – 30. Sep 2016 14,20 – 2016/17 1. Okt 2016 – 30. Sep 2017 14,23 – 2017/18 1. Okt 2017 – 30. Sep 2018 14,20 – 2018/19 1. Okt 2018 – 30. Sep 2019 13,56 – 2019/20 1. Okt 2019 – 30. Sep 2020 14,75 – 2020/21 1. Okt 2020 – 30. Sep 2021 13,90 – 2021/22 1. Okt 2021 – 30. Sep 2022 12,60 Deutlicher Rückgang v. a. durch übermäßige Niederschläge (La Niña), reduzierte Düngemittelverwendung und logistische Probleme. 2022/23 1. Okt 2022 – 30. Sep 2023 11,10 Tiefstand infolge anhaltender La Niña-Bedingungen, Bodenübersättigung, Investitionsrückstand und unregelmäßiger Blütezyklen. 2023/24 1. Okt 2023 – 30. Sep 2024 11,34 Leichte Erholung bei nachlassenden Regenfällen. 2024/25 1. Okt 2024 – 30. Sep 2025 14,87 Rekordernte – höchster Stand seit über 30 Jahren.
Ein Kaffeejahr ist der Zeitraum zwischen dem 1. Oktober und dem 30. September des folgenden Jahres.
Krise der Kaffee-Kooperativen aufgrund von Termingeschäften Ab 2017 förderte die FNC Kaffee-Termingeschäfte. In den Jahren 2021 bis 2023 gerieten mehrere regionale Kaffee-Kooperativen in Kolumbien in eine finanzielle Krise, nachdem sie Termingeschäfte zu deutlich niedrigeren Preisen abgeschlossen hatten, als später auf dem Weltmarkt erzielt wurden. Viele dieser Geschäfte wurden über die Handelsabteilungen der FNC abgewickelt. Als die internationalen Kaffeepreise stark anstiegen, mussten die Kooperativen weiterhin zu den vertraglich festgelegten, niedrigeren Preisen liefern, während sie den Kaffeebauern aufgrund des gestiegenen Inlandspreises höhere Auszahlungspreise leisten mussten. Fedecafé bestand auf der Erfüllung der bestehenden Exportverträge mit ausländischen Käufern, um das Vertrauen in kolumbianische Lieferverpflichtungen zu wahren. Kritiker aus dem Kooperativensektor warfen der Föderation jedoch vor, die wirtschaftlichen Risiken einseitig auf die Produzenten abzuwälzen und zu spät auf die Verluste der Kooperativen reagiert zu haben. Infolge dieser Situation verloren zahlreiche Kooperativen erhebliche Mittel, waren in Liquidation oder stellten zeitweise ihre Tätigkeit ein, während Fedecafé Unterstützungsprogramme und Kreditlinien zur Stabilisierung des Sektors ankündigte.
Weblinks Website der FNC (en/es) Statistiken seit 1972 (es)
Quellen
Kategorie:Kaffee als Thema Kategorie:Bauernverband Kategorie:Berufsverband (Essen und Trinken) Kategorie:Landwirtschaft (Kolumbien) Kategorie:Organisation (Bogotá) Kategorie:Gewerkschaft (Kolumbien) Kategorie:Organisation (Landwirtschaft) Kategorie:Verbandsgründung 1927