Walter Krauland (* 10. April 1912 in Mooswald bei Gottschee, Österreich-Ungarn; † 13. August 1988 Vöcklabruck, Österreich)S. Schwalm: Crossing Krauland" - die Erschließung des Nachlasses Krauland in Kalliope im Universitätsarchiv der Freien Universität Berlin in: Der Archivar Bd. 59 (2006) Heft 1, S. 71 f. war ein österreichischer Rechtsmediziner und Hochschullehrer.

Werdegang Krauland wurde als Sohn eines Gymnasialdirektors in der deutschen Gottscheer Sprachinsel geboren. Er trat zum 26. Oktober 1932 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 1.307.480),Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/22870194 im Mai 1938 zudem noch der SS (SS-Nummer 296.478).Bundesarchiv R 9361-III/105900https://www.uibk.ac.at/universitaetsarchiv/medizinische-berufungsakten-seit-1869-/medizinische-habilitationsakten/krauland-walter.pdf Er begann 1931 ein Medizinstudium an der Universität Wien, das er 1936 mit der Promotion bei Carl Sternberg abschloss. Seit 1931 gehörte Krauland auch der Wiener akademischen Burschenschaft Olympia an, der er zeitweise als Sprecher vorstand und für die er sechs Mensuren focht. Nach Abschluss des Studiums arbeitete er als Assistent bei Karl Meixner (ebenfalls Alter Herr der Burschenschaft Olympia) in Innsbruck, bei dem er 1942 mit der Arbeit Über die Aneurysmen der Schlagadern am Hirngrund und ihre Entstehung habilitierte.Helge Dvorak: In memoriam Walter Krauland; in: Burschenschaftliche Blätter, 104. Jg. (1989), H. 5, S. 58.

Im Jahr 1950 wechselte er an die Westfälische Wilhelms-Universität Münster, wo er außerplanmäßiger Professor wurde. Krauland wurde 1955 als Nachfolger von Victor Müller-Heß auf den Lehrstuhl für Gerichtliche und Soziale Medizin der Freien Universität Berlin berufen. Krauland behielt den Lehrstuhl bis zu seiner Emeritierung 1983; abgelöst wurde er durch Volkmar Schneider

Interessenschwerpunkt und Arbeitsgebiete Walter Kraulands Hauptinteressen lagen auf dem Gebiet der Neuropathologie und Neurotraumatologie. Die Messung von Alkohol im Blut und seine Folgen in der Verkehrsmedizin waren ein von Krauland intensiv bearbeitetes Gebiet.Vgl. etwa Walter Krauland mit Hans Joachim Mallach, H. Gossow und K. Freudenberg: Über die Abhängigkeit der Blutalkoholkonzentration von Trinkmenge, Alter, Gewicht und Nahrungskarenz. In: Blutalkohol. Band 2, 1963/1964, S. 293 ff.Vgl. auch Walter Krauland, Hans-Joachim Mallach, K. Freudenberg: Der Gipfelpunkt der Blutalkoholkonzentration nach Belastung mit 0,75 g Alk./kg Körpergewicht. In: Blutalkohol. Band 3, 1966, S. 397 ff. In den 1960er Jahren gehörte er zu den ersten Medizinern die bei Crash-Tests mitwirktenImmo Sievers: Das Fachgebiet Kraftfahrzeuge der TU Berlin im Wandel der Zeit. In: Volker Schindler, Immo Sievers (Hrsg.): Forschung für das Auto von morgen: Aus Tradition entsteht Zukunft. Springer, Berlin 2008, ISBN 978-3-540-74150-3, S. 3–126, insbesondere S. 92.

Neben seiner Habilitationsschrift galt sein Buch Über die Quellen des akuten und chronischen subduralen Hämatoms von 1961 als Standardwerk.

Gutachter bei Todesfällen Krauland trat in vielen Todesfällen als Gutachter auf. Zu seinen bekanntesten Fällen zählen der Günther RouthiersRolf Düdder: Nach einem brutalen Polizeieinsatz: Warum starb Günther Routhier? Es wurde gelogen und vertuscht. Zeit online 3. April 1981, abgerufen am 17. März 2018 und Benno Ohnesorgs.

Ehrungen Senator-Lothar-Danner-Medaille des Bundes gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr, 1978 Mitglied des Akademischen Rats der Humboldt-Gesellschaft, 1981 Goldenes Doktordiplom der Universität Wien, 1988 Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin

Literatur Helge Dvorak: In memoriam Walter Krauland; in: Burschenschaftliche Blätter, 104. Jg. (1989), H. 5, S. 58. Volkmar Schneider: In Memoriam: Professor Krauland, in: Zeitschrift für Rechtsmedizin, Bd. 102 (1989), S. 7 f. Volkmar Schneider: Festschrift zum 65. Geburtstag von Prof. Dr. med. Walter Krauland, o. Professor und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Rechtsmedizin der Freien Universität Berlin Freie Universität Berlin, 1977

Weblinks

Volkmar Schneider: Die Berliner Rechtsmedizin in Zeiten politischer Umbrüche Vortrag Oktober 2010. Gesellschaft für Natur- und Heilkunde in Berlin

Einzelnachweise

Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Münster) Kategorie:Hochschullehrer (Freie Universität Berlin) Kategorie:Rechtsmediziner Kategorie:Burschenschafter (20. Jahrhundert) Kategorie:Österreicher Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:SS-Mitglied Kategorie:Geboren 1912 Kategorie:Gestorben 1988 Kategorie:Mann