mini|hochkant=1.02|Stolpersteine in Fidenza

Die Liste der Stolpersteine in der Provinz Parma enthält die Stolpersteine in der italienischen Provinz Parma, die an das Schicksal der Menschen aus dieser Provinz erinnern, die von Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben worden sind. Die Stolpersteine wurden von Gunter Demnig verlegt. Sie werden im Regelfall vor dem letzten selbstgewählten Wohnort des Opfers verlegt. Ihre Bezeichnung lautet auf Italienisch: Pietre d'inciampo.

Die ersten Verlegungen in dieser Provinz erfolgten am 16. Januar 2017 in der Provinzhauptstadt Parma.

Hintergrund Im Jahr 1936 hatte die Stadt Parma 109.365 Einwohner. Die jüdische Gemeinde, die seit dem 14. Jahrhundert dort ansässig war, bestand im Jahr 1938 aus 134 Personen. Dies ergab die aufgrund der in diesem Jahr eingeführten italienischen Rassengesetze erstellte Judenkartei. Als die deutschen Nationalsozialisten im September 1943 die Macht in Mittel- und Norditalien übernahmen, mussten die Juden um ihr Leben fürchten. Viele konnten flüchten oder sich verstecken. Aufgrund der vorliegenden Informationen wird die Zahl der jüdischen Opfer aus Parma auf 22 bis 24 Menschen geschätzt, darunter sechs Kinder zwischen 2 und 12 Jahren.Gedenkorte Europa 1939–1945: Parma, abgerufen am 18. März 2018

Hohe Verluste zu verzeichnen hatten die italienischen Widerstandskämpfer der Provinz. Aufgrund der Verdienste der Bevölkerung im Kampf gegen die deutsche Besatzung wurde Parma im Jahr 1947 mit der Medaglia d’Oro al Valor Militare ausgezeichnet, der italienischen Tapferkeitsmedaille. Beispielsweise wurden am 19. August 1944 die drei Gefängniswärter Gennaro Capuano, Enrico Marchesano und Giuseppe Patrone, die sich dem Widerstand angeschlossen hatten, von den deutschen Besatzern im Hof des Gefängnisses erschossen. Im Rahmen des sogenannten Unternehmen Wallenstein wurden zwischen 30. Juni und 7. Juli 1944 eine Vielzahl von Partisanen aus Parma umgebracht oder zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert.

Außerdem befanden sich unter den Opfern der Massaker auf Kefalonia und auf Korfu eine Reihe von wehrpflichtigen Männern aus Parma.Pietre della memoria: 4029 - Monumento ai Caduti di Cefalonia e Corfù – Parma, abgerufen am 5. Juli 2018ADE S.p.A. (servizi cimiteriali): Monumento ai Martiri di Cefalonia, abgerufen am 5. Juli 2018

Verlegte Stolpersteine Die Tabellen sind teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen. Bedonia In Bedonia wurden am 26. Januar 2022 acht Stolpersteine an zwei Adressen verlegt.

Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben120px HIER WOHNTECARLO BERGAMASCHIGEBOREN 1912GEFANGEN GENOMMENINTERNIERT BRUXERMORDET 27.3.1945 Piazza Caduti per la Patria, 1 wurde 1912 geboren. Er hatte zumindest einen Bruder, Mario. Er wurde zusammen mit seinem Bruder gefangen genommen und Bergamaschi wurde in Most in einem Außenlager des Flossenbürg interniert und musste dort Zwangsarbeit verrichten. Carlo Bergamaschi wurde dort am 27. März 1945 ermordet, als offizielle Todesursache wurde ein Petechienfieber angegeben.Gazzetta di Parma: Pietre d'inciampo: i deportati valtaresi non saranno mai più dimenticati, abgerufen am 29. März 2022

Seinem Bruder Mario gelang in Fontanellato die Flucht. Dessen Sohn Carlo, benannt nach seinem Onkel, war bei der Verlegung de Stolpersteines anwesend.120px HIER WOHNTEMARIA DOMAICGEBOREN 1900VERHAFTET 20.12.1943DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET Piazza Caduti per la Patria, 1 (1900–1943/45) 120px HIER WOHNTEALFREDO FINZGEBOREN 1905VERHAFTET 30.11.1943DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET Via Don S.Raffi, 19 (1905–1943/45) 120px HIER WOHNTEMARCELLO FINZGEBOREN 1909VERHAFTET 30.11.1943DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET Via Don S.Raffi, 19 (1909–1943/45) 120px HIER WOHNTEDAVIDE LEVICGEBOREN 1924VERHAFTET 30.11.1943DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET Piazza Caduti per la Patria, 1 (1924–1943/45) 120px HIER WOHNTESTELLA LEVICGEBOREN 1927VERHAFTET 30.11.1943DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET 30.9.1944 Piazza Caduti per la Patria, 1 (1927–1944) 120px HIER WOHNTERUDOLF MARTONGEBOREN 1916VERHAFTET 30.11.1943DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET Piazza Caduti per la Patria, 1 (1916–1943/45) 120px HIER WOHNTETINA ORNSTEINGEBOREN 1880VERHAFTET 30.11.1943DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET 10.4.1944 Via Don S.Raffi, 19 (1880–1944)

Borgo Val di Taro In Borgo Val di Taro wurden am 26. Januar 2022 drei Stolpersteine vor dem Rathaus verlegt.

Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTEGIOVANNIBRATTESANIGEBOREN 1920GEFANGEN GENOMMENINTERNIERT GÖRLITZERMORDET 8.6.1944 Piazza Prospero Manara, 6 120px HIER WOHNTEDORA KLEINGEBOREN 1913VERHAFTET 30.11.1944DEPORTIERTAUSCHWITZBEFREITBERGEN-BELSEN Piazza Prospero Manara, 6 120px HIER WOHNTEBARTOLOMEOLEONARDIGEBOREN 1917GEFANGEN GENOMMEN 9.x.1943INTERNIERT FALLINGBOSTELGESTORBEN 20.6.1945 Piazza Prospero Manara, 6

Busseto In Busseto wurden am 24. Januar 2022 zwei Stolpersteine an einer Adresse verlegt.

Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben 120px IN BUSSETO WOHNTEFAUSTINO CAVAGNAGEBOREN 1921VERHAFTET 6.1.1945DEPORTIERTMAUTHAUSENERMORDET 23.3.1945 Piazza Verdi 10 120px IN BUSSETO WOHNTEDESCIO FOÀGEBOREN 1879VERHAFTET 26.11.1943DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET 10.4.1944 Piazza Verdi 10

Calestano In Calestano wurden vier Stolpersteine verlegt.

Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTEMELANIA BERMANNGEBOREN 1891VERHAFTET 7.12.1943DEPORTIERTBERGEN-BELSENBEFREIT Via Giuseppe Mazzini, 16MunicipioCalestano (1891–) 120px HIER WOHNTEADOLFO REKNITZERGEBOREN 1926VERHAFTET 30.11.1943DEPORTIERTBUCHENWALDBEFREIT Via Giuseppe Mazzini, 16MunicipioCalestano (1926–) 120px HIER WOHNTECARLOTTA REKNITZERGEBOREN 1930VERHAFTET 30.11.1943DEPORTIERTRAVENSBRÜCKBEFREIT Via Giuseppe Mazzini, 16MunicipioCalestano (1930–) 120px HIER WOHNTEMEHEMED REKNITZERGEBOREN 1880VERHAFTET 30.11.1943DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET 10.4.1944 Via Giuseppe Mazzini, 16MunicipioCalestano (1880–1944)

Collecchio In Collecchio wurden am 26. Januar 2021 zwei Stolpersteine verlegt.

Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTEGUIDO BONATIGEBOREN 1923VERHAFTET 9.1.1945DEPORTIERTMAUTHAUSEN-GUSENERMORDET 26.4.1945 Vicolo Manghi wurde am 21. März 1923 in Collecchio geboren. Seine Eltern waren Artemio Bonati und Erminia, Kaufleute. Ab August 1944 war Bonati unter dem Decknamen „Villa“ Mitglied der Résistance. Am 8. Januar 1945 kam es zu Kampfhandlungen, die Mitglieder der Résistance wurden in der Folge verfolgt und am 9. Januar 1945 wurden 20 Kämpfer verhaftet, darunter Bonati. Er wurde in das KZ Mauthausen deportiert und von dort in das Außenlager Gusen überstellt. Guido Bonati wurde dort am 26. April 1945 ermordet.Pietre d'inciampo Parma: Guido Bonati, abgerufen am 21. März 2022Comune Collecchio: Guido Bonati, abgerufen am 21. März 2022 120px HIER WOHNTEARNALDO CASOLIGEBOREN 1911GEFANGEN GENOMMENDEPORTIERTLAGER MARKT PONGAUERMORDET 11.8.1944 Gaiano wurde am 3. April 1911 in Collecchio geboren. Casoli war verheiratet und hatte Kinder und diente als Soldat in der 36. Landinfanteriebrigade. Er kam in Gefangenschaft und wurde im Stammlager XVIII C (317) inhaftiert. Arnaldo Casoli wurde dort am 11. August 1944 ermordet.Pietre d'inciampo Parma: Arnaldo Casoli, abgerufen am 21. März 2022Comune Collecchio: Arnaldo Casoli, abgerufen am 21. März 2022

Colorno In Colorno wurde am 23. Januar 2021 zwei Stolpersteine verlegt.La Repubblica: Giorno della Memoria: a Parma e provincia 19 nuove Pietre d'inciampo, 22. Januar 2021, abgerufen am 18. Mai 2021

Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTEBATTISTELLIPASQUALINOGEBOREN 1908VERHAFTET 11.8.1943INTERNIERTSTALAG TORGAUERMORDET 7.6.1944 Piazza Giuseppe Garibaldi wurde am 17. April 1908 in Colorno geboren. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde er eingezogen. Er diente als Soldat im IV. Infanterieregiment. Nach dem Waffenstillstand von Cassibile wurde er am 11. September 1943 von Deutschen in Halle gefangen genommen und in Sachsen interniert. Als IMI (italienischer Militärinternierter) musste er Zwangsarbeit verrichten, im Regelfall in der Rüstungsindustrie. Battistelli war zuerst im Stammlager IV B, fünf Kilometer nordöstlich von Mühlberg/Elbe, eingesetzt und wurde später in das Stalag IV D (Arbeitskommando 504) nahe Torgau überstellt. Pasqualino Battistelli erkrankte und verlor am 7. Juni 1944 im Lazarett von Wurzen sein Leben.Pietre d'inciampo di Parma: Pasqualino Battistelli / La pietra è stata posta il 23 gennaio 2021 in Piazza Garibaldi a Colorno, abgerufen am 29. Mai 2021 120px HIER WOHNTEMASSIMILIANOPOLLITZERGEBOREN 1885VERHAFTET 7.10.1943DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET 19.1.1945DACHAU Piazza Giuseppe Garibaldi wurde am 23. März 1885 in Istanbul geboren. Er entstammte einer böhmisch-jüdischen Familie, seine Eltern waren Gregor Pollitzer und Bellina, geborene Dollmann. Er kam der Arbeit wegen 1907 nach Mailand und wurde Handelsvertreter eines britischen Unternehmens, welches Zinn und Weißblech herstellte und seinen Sitz in der Hauptstadt der Lombardei hatte. Er heiratete Alda Pasini Zambotto, eine katholische Mailänderin. Am 20. Juli 1940 wurde er das erste Mal verhaftet. Ihm wurden Kontakte zum britischen Milieu von Mailand zur Last gelegt, so brachte er Mitglieder des britischen Konsulats auch in seinem Haus unter, des Weiteren seine Aversion gegenüber allen totalitären Regimes, somit auch gegen die italienischen Faschisten und die deutschen Nationalsozialisten. Er wurde im Lager Ferramonti di Tarsia in Cosenza interniert und von dort am 5. Januar 1941 in das Lager Montechiarugolo überstellt. Im Mai 1942 wurde ihm schließlich der Status eines „Zivilinternierten“ zugesprochen, der zwar seinen zugewiesenen Wohnort Colorno nicht verlassen durfte, sich aber innerhalb der Stadt frei bewegen konnte. Nach der Kapitulation Italiens und der Besetzung großer Landesteile durch das NS-Regime wurde Pollitzer im Oktober 1943 erneut verhaftet. Die SS überstellte ihn als politischen Gefangenen in das Lager Scipione und von dort am 17. Februar 1944 in das Durchgangslager Fossoli. Auch dort blieb er nicht lange. Es folgte die Inhaftierung im Kerker von Verona und am 2. August 1944 seine Deportation mit dem Transport No. 14 in das Vernichtungslager Auschwitz. Am 6. August 1944 erreichte der Transport Auschwitz. Er konnte Auschwitz überleben und wurde in das KZ Dachau überstellt. Massimiliano Pollitzer wurde, laut Stolperstein, dort am 19. Januar 1945 vom NS-Regime ermordet, laut weiterer Quellen ist sein Todesdatum unbekannt.Pietre d'inciampo Parma: Massimiliano Pollitzer / Pietra d'inciampo posata il 23 gennaio 2021 in Piazza Garibaldi a Colorno, abgerufen am 18. Mai 2021CDEC: Pollitzer, Massimiliano, abgerufen am 18. Mai 2021Istituto storico della Resistenza e dell'età contemporanea di Parma: Pollitzer Massimiliano, abgerufen am 18. Mai 2021

Fidenza

In Fidenza wurden sechs Stolpersteine an zwei Adressen verlegt. Initiiert wurde das Projekt gemeinsam von der Stadtverwaltung, dem Istituto Storico della Resistenza und von Età Contemporanea di Parma.Comune di Fidenza: La memoria dei deportati, pietre d’inciampo per ricordare quattro fidentini, abgerufen am 14. September 2020