Cheney () ist eine City im Spokane County im US-Bundesstaat Washington. Zum United States Census 2020 hatte Cheney 13.255 ständige Bewohner. Die Eastern Washington University hat ihren Sitz in Cheney, und dessen Bevölkerung wächst zeitweise auf etwa 17.600 Menschen, wenn in der Eastern Washington University Vorlesungen stattfinden.

Geschichte Nach dem Eisenbahn-Tycoon Benjamin Pierce Cheney aus Boston benannt, wurde Cheney am 28. November 1883 offiziell anerkannt.

Cheney ist stolz auf sein Kleinstadt-Flair, welches durch diverse Einflüsse der Eastern Washington University verbessert wird, einer regionalen öffentlichen Universität mit mehr als 10.000 Vollzeit-Studenten. Die Seattle Seahawks aus der National Football League führten von 1976 bis 1985 und erneut von 1997 bis 2006 die meisten ihrer Trainingslager an der Eastern Washington University durch.

Cheney entwickelte sich zu der heute bekannten Stadt wegen seiner engen Beziehungen zu Bildung, Reit-Trecks und zur Landwirtschaft. Dies bildet die starke ökonomische Basis für die Gemeinde und war das Ergebnis eines viel größeren Ereignisses, das in den Vereinigten Staaten stattfand. 1858 brach der letzte Indianer-Aufstand in Ost-Washington aus. Weil das isolierte Ost-Washington das Gebiet dieser Indianer-Unruhen während der frühen Territorium-Phase war, siedelten sich bis in die 1860er und frühen 1870er Jahre keine Weißen dort an. Im letzten Teil der Dekade wurden die Siedler von mächtigen Vorräten an Wasser und Holz angezogen und die Zusage zu einer Eisenbahnstrecke ließ ihre Häuser nahe einer Gruppe von Quellen in einem Weidengebüsch am Ufer aus dem Boden schießen, wo heute der Bahnhof der Burlington Northern steht.

Der Name der Gemeinde, ursprünglich Section Thirteen wurde zu Willow Springs, danach zu Depot Springs (aufgrund seiner Nähe zur Eisenbahn), dann Billings (zu Ehren eines Präsidenten der Northern Pacific Company) und schließlich zu Cheney zu Ehren von Benjamin Pierce Cheney, einem Direktor der Northern Pacific Railroad.

Benjamin P. Cheney war der älteste Sohn eines Hufschmieds, geboren 1815 in Hillsborough (New Hampshire). Im Alter von 16 begann er als Fahrer einer Postkutsche zwischen Nashua und Keene zu arbeiten. Fünf Jahre später war er Strecken-Agent in Boston und organisierte bald eine Express-Linie zwischen Boston und Montreal. Später vereinigte er diese und weitere Linien zur United States and Canada Express Company, welche er 37 Jahre später mit American Express vereinigte und gleichzeitig der größte Aktionär von American Express wurde. Das einzige Mal, dass Cheney die Stadt Cheney besuchte, war am 18. September 1883 im Gefolge der „Last Spike Ceremony“, was die Vereinigung der Ost- und West-Abteilungen der Eisenbahngesellschaft darstellte. Cheney spendete ein paar Dollar für die Benjamin P. Cheney Academy in der Stadt. Die Bahngesellschaft spendete 3,2 ha (8 ac) Land, so dass die Lehrgebäude gebaut werden konnten. 1880 wurde die Bahnlinie durch die Stadt geführt, und 1883 wurde die Stadt als Gebietskörperschaft anerkannt; die Straßen waren innerhalb eines Dreiecks angelegt, dessen Basis parallel zu den Gleisen verlief. Die Bahngleise liefen jedoch nicht auf einer exakten Ost-West-Linie, so dass die Stadt zum Plan verschoben ist; der neuere Teil von Cheney ist eher nach dem Kompass gebaut.

Nach einer Serie von durch Gesetzgebungs-Vorgänge verursachten Grenzänderungen wurde das Spokane County geschaffen, ohne dass bereits ein County Seat bestimmt worden wäre. Die Konkurrenten um die Ehre waren Cheney und Spokane Falls (heute Spokane). Cheney errang eine Mehrheit der Stimmen, doch aufgrund vermeintlicher Unregelmäßigkeiten bei der Stimmabgabe wurde der Zuschlag Spokane Falls erteilt. Als dies vor Gericht gebracht wurde, entschied ein Richter am Berufungsgericht, die Stimmen müssten neu ausgezählt werden. Die Neuauszählung unterblieb jedoch tatsächlich, und die Einwohner von Cheney nahmen die Dinge in die eigenen Hände.

In einer Nacht, als die Einwohner von Spokane Falls bei einer Galahochzeit weilten, drang eine Abordnung von „Cheneyites“ in das Büro des Prüfers ein und nahm die Bücher in Beschlag; die eigene Nachzählung ergab Cheney als Sieger der Wahl und die Abordnung machte sich samt der Akten in die Dunkelheit auf. Der „große Diebstahl“ wurde nicht bestritten und von einer Gerichtsentscheidung 1881 bestätigt.

Cheney blieb bis 1886 County Seat, als das schneller wachsende Spokane Falls die Sache erneut zur Abstimmung brachte und den Sitz zurückerrang. Von diesem Zeitpunkt an dreht sich die Geschichte von Cheney um das Wachsen der State Normal School, dem späteren Eastern Washington College of Education, welches später zum Eastern Washington State College und schließlich zur Eastern Washington University wurde. Die strenge Ausrichtung von Cheney auf Bau und Vermarktung seines Colleges diente weitestgehend der Wiedererlangung des verlorenen Prestiges nach dem Verlust des County Seat.

Als Washington 1889 Bundesstaat wurde, konnte Cheney die Erlaubnis zur Gründung einer der (bundes-)staatlichen Normalschulen erlangen, was unter dem Mandat des Enabling Act of 1889, also des Gesetzes zur Gründung der Bundesstaaten Washington und Montana und der Teilung von Dakota in North und South Dakota, stand. Das überzeugendste Argument war der faktische Start einer Normalschule mit der Benjamin P. Cheney Academy.

Unstimmigkeiten zwischen Abgeordneten und Gouverneur endeten in drei Vetos zur Beschlagnahme der Normalschule in den folgenden 25 Jahren, doch brachten die Bürger von Cheney jedes Mal die Mittel zum Betreiben des Colleges bis zur nächsten Legislaturperiode auf. Das Wachstum der Cheney Normal School und die Transformation des Grenzlandes in eine lebendige Gemeinde bildeten die Basis für das wechselnde Verhalten in dem Gebiet. Die geistigen Urheber der Kleinstadtatmosphäre waren die Frauen der Grenzer. All ihre Energie, die einst den Westen zum Heim ihrer Familien gemacht hatte, wurde in die Erschaffung einer Vision der bevorzugten Lebensentscheidungen für die Jugend verwandelt.

Die Battle of Four Lakes Die Battle of Four Lakes fand am 1. September 1858 etwa fünf Meilen (8 km) nördlich der Stadt Cheney in einer heute als Four Lakes bekannten Gegend statt. Die Battle of Four Lakes war die finale Schlacht in einer zweiphasigen Strafexpedition gegen die Konföderation der Coeur d’Alene, Spokane, Palouse und Nördlichen Paiute aus den Gebieten der heutigen Bundesstaaten Washington und Idaho (die „Confederated Tribes“; dt. „Konföderierte Stämme“), welche im August 1856 begann. Die zwei Phasen der Strafexpedition bilden gemeinsam den Yakima-Krieg und den Spokane–Coeur-d’Alene–Palous-Krieg. Angriffe von Indianern auf US-Truppen im Inland Empire lösten eine Strafexpedition aus, die später Yakima-Krieg genannt wurde, quasi die erste Phase der gesamten Strafexpedition. In der zweiten Phase sandte der Befehlshaber des Department of the Pacific, eines Hauptkommandos der U.S. Army im 19. Jahrhundert, General Newman S. Clarke eine Einheit von Soldaten unter dem Kommando von Colonel George Wright zu Verhandlungen mit den Confederated Tribes aus Washington und Idaho in den heute als Spokane-Coeur d’Alene-Palous-Krieg bekannten Konflikt. Col. Wrights Truppen waren mit den neuesten Waffen gut vorbereitet und griffen Mitglieder der Confederated Tribes unter dem Kommando von Chief Kamiakin etwas nördlich des heutigen Cheney über eine viertägige Periode hinweg an; sie lenkten die Confederated Tribes in die Battle of Four Lakes, woraufhin diese um Frieden ersuchten. Der Krieg wurde auf einer von Col. Wright am Latah Creek (südwestlich von Spokane) am 23. September 1858 einberufenen Ratsversammlung offiziell beendet, welche den Stämmen einen Friedensvertrag aufzwang. Nach diesem Vertrag wurden die meisten Stämme in Reservationen eingewiesen. Es wird berichtet, dass Col. Wright nicht einen Soldaten in der Battle of Four Lakes verlor. Ein an die Schlacht erinnerndes Denkmal wurde 1935 am Ort der Schlacht durch die Spokane County Pioneer Society errichtet. Der Informationsgehalt des Denkmals ist umstritten. Das Denkmal beansprucht, dass eine Einheit von 700 US-Soldaten eine Streitmacht von 5.000 Indianern in der Schlacht besiegte. Viele historische Berichte legen nahe, dass die US-Einheit aus 500 Soldaten und 200 Maultiertreibern und die „Streitmacht“ der Indianer aus nicht mehr als 500 Personen bestand. Nach der Battle of Four Lakes floh Chief Kamiakin nach Kanada. Vor Ort ist die Schlacht auch als Battle of Spokane Plains bekannt, weil sie sich aus dem Four-Lakes-Gebiet in die Ebenen unmittelbar westlich von Spokane und nordöstlich von Cheney ausbreitete. Das Granit-Denkmal der Schlacht ist an der Ecke 1st Street/ Electric Avenue in Four Lakes zu besichtigen.

Geographie Cheney liegt in einer Höhe von 717 Metern.

Cheney ist der höchste Punkt der Bahnstrecke zwischen Spokane und Portland und befindet sich oberhalb der sanftesten Steigung vom Spokane Valley zum Columbia Plateau, was der Grund für sein frühes Wachstum und die Eisenbahn-Anbindung war. Die Stadt ist auf den welligen Hügeln der Palouse erbaut und überblickt die Channeled Scablands, die durch die prähistorischen Missoula-Fluten im Süden und Osten geformt wurden. Diese Einöden beinhalten heute Toteisseen und Feuchtgebiete sowie das Turnbull National Wildlife Refuge. Es gibt mehrere Seen, die gemeinsam mit dem Spokane River und dem Little Spokane River in einem Umkreis von etwa 30 Kilometern um Cheney liegen und vielfältige Erholungsmöglichkeiten wie Bootfahren, Schwimmen, Wasserski und Angeln bieten.

Nach dem United States Census Bureau nimmt die Stadt eine Gesamtfläche von 11,14 km² ein, wovon 11,06 km² Land- und der Rest Wasserflächen sind.

Nahegelegene Städte Spokane Medical Lake Airway Heights Four Lakes

Klima Cheney liegt an der Grenze der semiariden Region, die bis zu den Ausläufern der Rocky Mountains reicht, wo die Sommer heiß und trocken und die Winter kalt, feucht und windig sind.

Winter – relativ kalt, feucht, schnee- und windreich; der Windchill-Faktor kann deutlich unter null liegen und die Temperaturen können zeitweise zweistellige Minusgrade erreichen

Frühjahr – moderate Temperaturen, gelegentlich feucht; sehr windig mit durchschnittlichen Tageshöchsttemperaturen um 20 °C und Nachttemperaturen um 10 °C

Sommer – sehr heiße, trockene Hitze mit wenig oder ohne Niederschlag; die Temperaturen steigen zeitweise deutlich über 37 °C und sinken nachts etwas ab; durchschnittliche Höchsttemperaturen über 30 °C, nach Mitternacht um 15 °C

Herbst – Moderate Temperaturen, manchmal mit wenig oder ohne Niederschlag; die Übergangsperiode vom Sommer zum Winter kann sehr kurz sein; im Ergebnis verlieren die laubabwerfenden Bäume schnell ihre Blätter, scheinbar über Nacht, sie werden nur leicht orange; die mittleren Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 15 und 22 °C und fallen über Nacht auf Werte zwischen 0 und 10 °C

Metropolregion Downtown Historic District Etwa vier Blocks vom EWU-Campus entfernt bietet die Historic Downtown Cheney einen traditionellen Mix von Laden- und Dienstleistungsgeschäften sowie Verwaltungsbüros. Die Eastern Washington University, die City of Cheney und die Gemeinschaft der Geschäftsinhaber begründeten 1999 eine Partnerschaft zwischen Universität und Gemeinde, die sie „Pathways to Progress“ (etwa: „Wege zum Fortschritt“) nannten. Pathways to Progress machte sich rasch die Grundsätze und Prinzipien des Ansatzes in der Main Street zur Wiederbelebung der Innenstadt zu eigen, bildete einen Lenkungsausschuss und startete den Prozess zur Bildung einer gemeinnützigen Körperschaft nach Sektion 501(c)(3) im Title 26 des United States Code; Pathways to Progress wurde schließlich nicht nach Sektion 501c(3) registriert.