Der Balbach ist ein 12 km langer, etwa südwestwärts laufender Bach anfangs im bayerischen Landkreis Würzburg, später im baden-württembergischen Main-Tauber-Kreis, der beim Stadtteil Unterbalbach der Stadt Lauda-Königshofen von rechts in die mittlere Tauber mündet.

Name Der Name des Gewässers hat – wie das Grundwort Bach selbst und seine vielen anderen Zusammensetzungen – neben dem üblicherweise männlichen Geschlecht im lokalen Dialekt mundartlich auch das weibliche Geschlecht. Das Bestimmungswort leitet sich von einem Personennamen *Ballo ab, einer Form von Baldo.

Geographie

Verlauf Der Balbach entsteht etwas südlich des Büttharder Gemeindewaldes nahe der Kreisstraße WÜ 37 nach Oesfeld auf etwa . Hier beginnt ein aus einem Rohr gespeister anfänglicher Grabenlauf. Nach der amtlichen Karte liegt etwas westlich des Rohrendes im angrenzenden Feld eine Quelle, die sich auf Luftfotos jedoch nicht durch eine erkennbare Rinne, Abschwemmungen, eine veränderte Vegetationsfärbung oder Ähnliches bestätigen lässt. Jedoch läuft zum Grabenanfang eine über 150 Meter lange Rinne von Nordosten her zu, die an der Spitze einer vor dem Gemeindewald liegenden Waldinsel beginnt.

Der Graben des Balbachs folgt Feldwegen in ziemlich bald südwestlicher Richtung in weniger als 300 Metern Abstand zur Kreisstraße. Nachdem er das größtenteils rechts liegende Oesfeld durchquert hat, läuft ihm von Ostnordosten her sein erster etwas größerer Zufluss Tiefe Wiesenbach zu. Nun folgt dem bisher völlig kahlen Graben, der inzwischen etwas eingetieft ist, mit Unterbrechungen eine Galerie. Etwa wo die Mulde zum Kerbtal wird, steht auf dem linken Hang Wald, bald danach etwa ab der Landesgrenze zu Baden-Württemberg auch auf dem rechten.

Kurz nach dieser fließt in der Nähe des Weilers Neubronn von Igersheim der unbeständige Neubronner Bach wiederum von links zu. Die nun K 2847 genannte Talstraße folgt nahe dem Bach, der nun dauerhaft ins Stadtgebiet von Lauda-Königshofen übertritt. Nach weiteren Zuflüssen von links und rechts erreicht der Bach in nun westsüdwestlichem Lauf das zweite Taldorf Oberbalbach, das in einer Talspinne steht. Unterhalb des Ortes passiert er dessen isoliert am Ufer stehende Georgsmühle und wird dann von seinem bedeutendsten Zufluss Deubach von rechts verstärkt. Gleich danach liegt am rechten Hang ein Steinbruch im Muschelkalk.

Dem Lauf des nunmehr kleine Richtungswechsel zeigenden Bachs folgt nun fast durchgehend Ufergehölz. Er quert nun den Erddamm eines gewöhnlich leeren Hochwasserrückhaltebeckens und auf dem rechten Talhang liegen ab nun Weinberge. Weiter abwärts zweigt nach links ein früherer Mühlkanal ab, der am linken Hangfuß bis an den Ortsrand von Unterbalbach in offenem Lauf dem Bach folgt.

Unterbalbach, das im Taltrichter des sich nun zum Taubertal hin öffnenden Balbachtals liegt, durchquert der Balbach in nun fast schon westlicher Richtung. In den Neubaugebieten des Dorfes, die schon in der breiten rechten Tauberaue liegen, knickt der Lauf nach rechts ab und mündet schließlich nach etwas über einem halben Kilometer zuletzt nordwestlichen Laufs an der Kläranlage des Dorfes von rechts und auf etwa in die mittlere Tauber.

Der Balbach ist ca. 10,0 km lang, hat ein Einzugsgebiet von 32,7 km² und mündet etwa 133 Höhenmeter unter seinem Grabenanfang, er zeigt also ein mittleres Sohlgefälle von rund 11 ‰.

Einzugsgebiet Der Balbach entwässert ein 32,7 km² großes Gebiet, dessen gesamter oberer Teil mit dazu den Höhen rechts des Untertals naturräumlich zur Messelhäuser Hochfläche, dessen Rest überwiegend zur Großrinderfelder Fläche rechnet, ausgenommen nur die kleine Mündungsbucht, die Teil des Mittleren Taubertals ist. Alle diese drei sind Unterräume des Naturraums Tauberland. Der mit höchste Punkt ist der Gipfel der Deubacher Höhe an der südlichen Wasserscheide.

Reihum grenzen ans entwässerte Gebiet die Einzugsgebiete der folgenden Gewässer: an der Westseite ist meist die aufnehmende Tauber selbst das nächste Gewässer außerhalb, erst am Nordwesteck konkurriert auf kurzem Abschnitt der Marbacher Graben oder Kiliansgraben; jenseits der Nordgrenze entwässern der Messelhausener Graben und der Wurmbach zum Wittigbach, dem Hauptoberlauf des nächsten großen Tauber-Zuflusses Grünbach, der Lochgraben und der Mühlbach zum Wittigbach-Zufluss Insinger Bach; im Südosten ziehen der Maßbach über den Nassauer Bach, der Harthauser Talbach und dann der Erlenbach südwärts zur Tauber; jenseits der Südgrenze schließlich gibt es vor der Tauber keine Zuflüsse zu dieser von merklicher Größe.

Das Einzugsgebiet ist überwiegend offen, seine Waldanteile liegen überwiegend an den Talhängen und auf einem kleinen Teil der Hochflächen. Der größte Gebietsanteil am Mittel- und Unterlauf gehört zur Stadt Lauda-Königshofen, der zweitgrößte zu Markt Bütthard am Oberlauf, noch kleinere Anteile vorwiegend zwischen diesen beiden zu Igersheim und ein winziger Zwickel im Süden zur Stadt Bad Mergentheim. Außer den Orten am Lauf, siehe dazu den Abschnitt → Ortschaften, liegen im Einzugsgebiet nur noch die Igersheimer Weiler Neubronn mündungsnah in der Unterlaufmulde des Balbach-Zuflusses Neubronner Bach und Reckerstal nahe an der linken Wasserscheide am Ursprung des Reckerstaler Bachs sowie das Lauda-Königshöfer Dorf Deubach im Tal des gleichnamigen rechten Zuflusses.

Zuflüsse und Seen Hierarchische Liste der Zuflüsse und 10px Seen von der Quelle zur Mündung. Gewässerlänge, Seefläche, Einzugsgebiet und Höhe nach den entsprechenden Layern auf der Onlinekarte der LUBW. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt.

Ursprung des Balbachs auf etwa ca. 1,5 km nordöstlich von Bütthard-Oesfeld nahe der Kreisstraße WÜ 37

(Graben aus der Dick), von rechts und Westen auf etwa an einem Einzelanwesen vor Oesfeld, 0,7 km und ca. 0,7 km². Entsteht auf etwa neben einer Graslandfläche in der Dick. Tiefer Wiesenbach, von links und Ostnordosten auf etwa am unteren Ortsende von Oesfeld, 1,4 km und 3,0 km². Entspringt auf etwa an einem Feldwegknick östlich von Oesfeld. Neubronner Bach, von links und Ostnordosten auf etwa bei MÜNDUNGSORT, ca. 1,4 km und ca. 2,9 km². Entsteht auf etwa fast drei Kilometer südlich von Oesfeld an einem Feldwegabzweig vor dem Wald Rötelsee. Unbeständig wasserführender Graben überwiegend neben Feldwegen. (Zufluss parallel zum Messelhäuser Weg), von rechts und Nordwesten auf etwa entlang der Gemeindegrenze Igersheim/Lauda-Königshofen, ca. 0,7 km und ca. 0,3 km². Entsteht auf etwa an einem Graswegdreieck. Reckerstaler Bach, von links und Südosten auf etwa über einen Kilometer vor Oberbalbach am Abzweig des Wegs von der Talstraße K 2847 nach Igelsheim-Reckerstal, 1,3 km und ca. 1,2 km². Entsteht auf etwa am Südwestrand von Reckerstal. (Bach aus dem Heideloch), von links und Südosten auf etwa hinterm Damm des Rückhaltebeckens vor Oberbalbach, ca. 1,0 km und ca. 0,5 km². Der Feldweggraben des Oberlaufs beginnt auf etwa an einem Feldwegdreieck westlich von Reckerstal. Leitetalgraben, von rechts und Norden auf etwa kurz vor dem Sportplatz am Ostrand von Oberbalbach, 0,8 km und ca. 1,1 km². Entsteht auf etwa an einem Feldwegabzweig wenig vor seiner Waldklinge. (Bach aus dem Messelhäuser Tal), von rechts auf etwa verdolt im östlichen Ortsbereich von Oberbalbach, Tallänge ca. 1,2 km und ca. 1,1 km². Entsteht auf allenfalls etwa oberhalb des Klingenwaldes an der Kreuzung eines Graswegs mit dem durchs Tal herauf führenden Feldweg. Führt nur episodisch Wasser. Brünnleingraben, von rechts und Nordnordwesten auf etwa am unteren Ortsrand von Oberbalbach, 0,8 km und ca. 0,6 km². Entsteht auf etwa etwa 0,8 km nordwestlich der Ortsmitte von Oberbalbach nahe einer Feldweggrabel an den Steinigen Äckern. (Bach aus dem Igersheimer Tal), von links und Südosten auf etwa zwischen Oberbalbach und der Georgsmühle, 1,3 km und ca. 1,6 km². Entsteht auf etwa am Gewann Teich. Deubach, von rechts aus dem Nordnordosten auf etwa nach der Georgsmühle und kurz vor dem Muschelkalkbruch am rechten Talrand, 3,6 km und 5,6 km². Entsteht auf etwa etwas neben der K 2800 Messelhausen–Deubach. (Zufluss vom Muckenwinkel), von rechts und Westen auf etwa etwa einen halben Kilometer vor dem Deubacher Dorfrand, ca. 0,8 km und ca. 1,0 km². Entsteht auf etwa an einem Feldwegdreieck zwischen dem Wäldern auf dem Kirchberg im Westen und auf dem Fuchsberg im Osten. Unbeständig. Rossgraben, von links und Südosten auf etwa gegenüber dem Muschelkalkbruch am rechten Talrand, 1,6 km und 1,9 km². Entsteht auf etwa etwas über dem Rainholz. 10px Durchfließt auf etwa weniger als einen halben Kilometer talabwärts des vorigen den Damm eines zweiten Rückhaltebeckens ohne Dauereinstau. → (Abgang eines Kanals), nach links auf etwa im Gewann Wehr. Er läuft ca. 0,7 km lang offen am linken Hangfuß und endet dann, zumindest in offenem Lauf, nahe dem folgenden. 10px Passiert einen Teich im Gewann Schindgrube auf etwa am linken Unterhang kurz vor dem Ortsrand von Unterbalbach, unter 0,2 ha.

Mündung des Balbachs von rechts und zuallerletzt Südosten auf etwa an der Kläranlage von Lauda-Königshofen-Unterbalbach in die mittlere Tauber. Der Bach ist ca. 12,0 km lang und hat ein Einzugsgebiet von 32,7 km².

Ortschaften am Lauf mit ihren Zugehörigkeiten. Nur die Namen tiefster Schachtelungsstufe bezeichnen Siedlungsanrainer.

Bayern Landkreis Würzburg Markt Bütthard Oesfeld (Pfarrdorf, überwiegend rechts) Baden-Württemberg Main-Tauber-Kreis Gemeinde Igersheim (ohne Besiedlung am Bach) Stadt Lauda-Königshofen Oberbalbach (Dorf) Georgsmühle (Siedlungsplatz, rechts, zu Oberbalbach) Unterbalbach (Dorf)

Geologie Das Balbachtal ist ein für die Nebentäler der mittleren Tauber recht typisches Muschelkalktal. Der Bach beginnt seinen Lauf in der auf quartäre Ablagerung zurückgehenden Lösssedimentinsel auf der Hochlage im und um den Büttharder Gemeindewald. Aus dieser Schicht wechselt er – nach der bayerischen amtlichen Quelle, die allerdings nur recht grob auflöst – bei Oesfeld übergangslos in den Oberen Muschelkalk, der im gesamten Einzugsgebiet die größte Fläche einnimmt; beidseits der hier sich erstmal stärker eintiefenden Talmulde liegt jedoch ab Oesfeld zunächst Lettenkeuper (Erfurt-Formation). Jenseits der bayerischen Landesgrenze sind die Hochflächen beidseits des Tales weit mit Oberem Muschelkalk bedeckt. Auf dem linken Kamm zu den Nachbareinzugsgebieten setzt sich jedoch die Lettenkeuper-Bedeckung als Inselkette bis zur Reisfelder Höhe am oberen Igersheimer Tal fort und weitere, auch große Lösssedimentinseln finden sich auf beiden Hochflächen sogar bis nahe an die Wasserscheide zur Tauber.

Im Tal steht der Mittlere Muschelkalk am Unterhang erstmals ungefähr an der Mündung des Reckerstaler Bachs an, der Untere erstmal nach Oberbalbach im Bereich der Georgsmühle. Er ist die tiefste Schicht, die von der Talerosion erreicht wurde. In der Talsohle begleitet den Bach schon vor der Landesgrenze ein sich ausweitendes Auenlehmband, schon vor Oberbalbach liegen an dessen Rand sporadisch an den Nebentaleinmündungen holozäne Abschwemmmassen, am Hangfuß gibt es dann mehr und mehr Abschnitte mit lössführenden Fließerden. Auf knapp dem letzten Kilometer in der flachen Taubertalaue liegt das Bett in dessen breiter Auenlehmzone.

Der Lauf des Balbachs wird mehrfach von Störungslinien gequert, denen zumindest abschnittsweise Nebentäler folgen: der Tiefe Wiesenbach bei Oesfeld; das Heideloch kurz vor Oberbalbach; Igersheimer Tal und Brünnleingraben in Oberbalbach; Rossbachgraben und ein anscheinend durch den Kalkabbau im gegenüberliegenden Steinbruch verschwundenes Tälchen.

Dort im Steinbruch werden Gesteine vom Oberen bis hinab zum Unteren Muschelkalk abgebaut.

Natur und Schutzgebiete mini|Steinriegel im Tal oberhalb von Oberbalbach Der Balbach ist, zumindest in seinem baden-württembergischen Teil, ein grobmaterialreicher karbonatischer Mittelgebirgsbach.