mini|Der Lutherbrunnen Dietersdorf ist ein Ortsteil der Stadt Treuenbrietzen im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg. Am 31. Dezember 2002 wurde Dietersdorf nach Treuenbrietzen eingemeindet.
Geografische Lage Der Ort liegt südwestlich der Kernstadt Treuenbrietzen an der B 2. Die Landesgrenze zum Bundesland Sachsen-Anhalt verläuft wenige Kilometer südlich. Nachbarorte sind Ortsteile von Treuenbrietzen: im Nordwesten Rietz, im Nordosten Frohnsdorf, im Südosten Feldheim, im Süden Marzahna und Zeuden sowie Lobbese im Südwesten. Südlich liegen außerdem die Gemeindeteile bzw. Wohnplätze Schwabeck und Schwabeck Gasthof. Dietersdorf liegt in der ausgedehnten Pflügkuffer Heide, die im Süden in eine landwirtschaftlich genutzte Offenfläche, die Wiesenpläne übergeht. Das Gelände liegt auf einer Höhe von rund .
Geschichte und Etymologie Etymologie Die schriftliche Überlieferung setzt 1420 mit der schulte von diderstorff ein; 1465 ist von der dideristborffen marcke die Rede. 1548 wurde eine wüste Dorfstadt Dirigßdorff bei Ludenßdorff genannt; 1897 erscheint die Kombination Dietersdorf, Lutherbrunnen im Ortsverzeichnis. Der Name leitet sich von einem „Mann mit dem deutschen Personennamen Dietrich“Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 45, ISBN 3-937233-17-2. ab.
13. bis 17. Jahrhundert Herrschaftlich lag der Ort vor 1426 in der Vogtei Rabenstein; vor 1466 bis nach 1602 hielten die von Seelen Hebungen (1466) bzw. die wüste Dorfstätte (1526, 1602); vor 1681 bis 1872 stand der Komplex unter dem Amt Belzig Rabenstein.
Bereits 1419/1420 war der mittelalterliche Ort wüst; der Richter saß in Pflügkuff und hatte dort das Gericht mit sechs Hufen. 1506 zinsten in Pflügkuff zwei Einwohner von wüsten Dietersdorf, einer besaß die wüste Gerichtsbarkeit mit sechs freien Hufen. 1565 nutzten neun Hufner zu Pflügkuff insgesamt 29 Hufen der Wüstung in der Staffelung 6, 4, 3½, zweimal 3, 2½ und zweimal 2 Hufen; 1591 blieb diese Verteilung unverändert. Kirchlich gehörte 1575 eine wüste Hufe zu Dietersdorf dem Pfarrer zu Haseloff; eine weitere Hufe gehörte der Kirche zu Pflügkuff.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 93)
18. und 19. Jahrhundert 1743 sind in Pflügkuff ein Dreihufner mit sechs wüsten Hufen, ein weiterer Dreihufner mit vier wüsten Hufen, ein Vierhufner mit 3½ wüsten Hufen, zwei Dreihufner mit je drei wüsten Hufen, ein Zweihufner mit drei wüsten Hufen, ein Dreihufner mit 2½ wüsten Hufen sowie zwei Dreihufner mit je zwei wüsten Hufen zu Dietersdorf verzeichnet.
Um 1818 wurde ein Chausseehaus errichtet. 1822 bestanden 31 Hufen, davon 29 Hufen von Pflügkuff genutzt, eine Hufe gehörte der Pfarre zu Haseloff und eine Hufe der Kirche in Pflügkuff. Nach 1824 erfolgte die Anlage der Kolonie. 1858 wird Dietersdorf als Kolonie mit 20 Wohn und 15 Wirtschaftsgebäuden geführt.
20. Jahrhundert Im Jahr 1931 bestanden 54 Wohnhäuser mit 63 Haushaltungen; 1939 zählte man 7 land und forstwirtschaftliche Betriebe mit 20–100 Hektar, 15 mit 10–20 Hektar, 8 mit 5–10 Hektar sowie 17 mit 0,5–5 Hektar.
1958 entstand die erste LPG des Typs I mit 8 Mitgliedern und 31 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche, 1960 eine LPG Typ I mit 59 Mitgliedern und 296 Hektar LN; 1973 wurde eine LPG genannt.
Bevölkerungsentwicklung Einwohnerentwicklung in Dietersdorf von 1858 bis 1971 Jahr 1858 1871 1885 1895 1925 1939 1946 1964 1971 Einwohner 119 148 229 250 265 238 303 233 226
Sehenswürdigkeiten Baudenkmale In der Liste der Baudenkmale in Treuenbrietzen sind für Dietersdorf zwei Baudenkmale aufgeführt: der Lutherbrunnen im Ortszentrum Grenzsteine am Ortsausgang Richtung Wittenberg
Weblinks
Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 93 und 94)
Einzelnachweise
Siehe auch Liste der Bodendenkmale in Treuenbrietzen Liste der Naturdenkmale in Treuenbrietzen#Dietersdorf
Kategorie:Ort im Landkreis Potsdam-Mittelmark Kategorie:Geographie (Treuenbrietzen) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Potsdam-Mittelmark) Kategorie:Ersterwähnung 1420 Kategorie:Gemeindeauflösung 2002