alternativtext=Manga Meli called „Chief Meli“ captured and killed by hanging for alleged participating in an revolt against der „Deutsche Schutztruppe“ in Old Moschi |mini|Manga Meli. Fotografie von A. Kerim. Original abgedruckt in Hans Meyers Der Kilimandjaro von 1900.Hans Meyer: Der Kilimandjaro: Reisen und Studien, Classic Library, Bad Griesbach 2021 (Nachdruck), S. 81. Mangi Meli (teilweise auch Kiwusa, * 1866; † 2. März 1900 in Moschi, heute Tansania) war ein Anführer des Volkes der Chagga. Name Der Name setzt sich aus Mangi für König und Meli (Swahili für Dampf- oder Postschiff) zusammen.Meli, in: Akyeampong, Emmanuel K./ Gates, Henry Louis Jr.: Dictionary of African Biography: Abach - Brand, Band 1, S. 187. Als weiterer Name ist Kiwusa überliefert, was als (Menschen-)Menge übersetzt werden kann.
Leben alternativtext=Later chief Meli as boy standing next to Dr.Hans Meyer visiting the Meli family before his Kilimanscharo ascent|links|mini|Mangi Meli, im weißen Gewand links. Mittig Hans Meyer, während seines Aufenthaltes in Moschi vor der Besteigung des KilimandscharoIn Bartholomäus Grill: Wir Herrenmenschen. Unser rassistisches Erbe. Eine Reise in die deutsche Kolonialgeschichte, Siedler Verlag, Berlin 2019, ist auf S. 77 ein Hinweis, vermutlich auf dieses Bild, vorhanden. Demnach sei Meli "im weißen Gewand" zu sehen. Meli war Sohn des Häuptlings Mandara, im Alter auch Rindi genannt, der ab 1860 durch die Kontrolle des Karawanenweges südlich des Kilimandscharo zu Macht und Einfluss gelangte und dessen Sitz seine Boma in Moschi war. Als die Deutschen in den 1880er Jahren ihren Einfluss von der ostafrikanischen Küste ins Inland ausdehnten, kooperierte Mandara mit ihnen.Hans Meyer: Zum Gipfel des Kilimandscharo, VEB F. A. Brockhaus Verlag, Leipzig 1989, ISBN 3-325-00207-2, S. 69 f.
Mangi Meli wurde 1891 Anführer der Chagga, die rund um das Kilimandscharo-Massiv in Tansania leben. Etwa zur gleichen Zeit wurde von einem benachbarten Anführer ein Komplott arrangiert, bei dem ein afrikanischer Kolonialsoldat auf dem von Mangi Meli regierten Gebiet starb.
Die deutschen Kolonialherren, die zu jener Zeit das Gebiet von Tansania kontrollierten, verlangten eine Kompensation, die allerdings von Mangi Meli abgelehnt wurde. In diesem Zusammenhang kam es zu einer Revolte der ansässigen Chagga-Krieger gegen die deutsche Kolonialmacht. Die Chagga griffen mit ca. 150 mit Zündschloss-Gewehren bewaffneten Kriegern die sich in Unterzahl verteidigende, aber besser bewaffnete deutsche Schutztruppe am 10. Juni 1892 in ihrer Garnison in Moschi an, wurden jedoch unter großen Verlusten zurückgeschlagen. Auch die deutsche Schutztruppe hatte Verluste zu beklagen, deren verstreute und zum Teil zerstörte Grabplatten noch heute auf einem Feld vor der an der Stelle der alten Garnison neu entstandenen „Secondary Schule“ zu finden sind. Im August 1893 wurde Mangi Meli schließlich durch deutsche Truppen geschlagen, wenngleich ihm im Anschluss zugestanden wurde, weiter zu regieren.
Hinrichtung Obwohl sich Mangi Meli den deutschen Kolonisten gegenüber als loyal zeigte, wurde er im Jahr 1900 von den Deutschen beschuldigt, mit anderen Anführern der Chagga eine Verschwörung zu planen. Andere Quellen sprechen von einem versuchten Überfall auf die Militärstation Moschi oder der Weigerung, eine so genannte Hüttensteuer zu bezahlen. Zusammen mit 18 anderen Anführern der Chagga wurde er durch Hängen in der Nähe von Moschi hingerichtet. Überlieferungen zufolge habe Meli sieben Stunden am Strick gehangen, bevor er mit einem Kopfschuss hingerichtet wurde.
Kurze Zeit später wurde die Hinrichtung als Fehler angesehen und der Verantwortliche, Hauptmann Karl Kurt Johannes, von seiner Verantwortung entbunden. Seit 2019 existiert eine Gedenkstätte im Chagga-Zentrum Moshi, in der eine Dauerausstellung beheimatet ist. Im gleichen Jahr, am Todestag Melis, wurde unter dem für die Hinrichtung genutzten Baum ein spendenfinanziertes Monument mit einer Büste von Mangi Meli errichtet. Die Inschrift – auf Kichagga, Kiswahili, Englisch und Deutsch – lautet:
Verbleib des Schädels Es wird angenommen, dass der Schädel von Mangi Meli nach seiner Hinrichtung abgetrennt und nach Deutschland gebracht wurde. Ferner wird vermutet, dass sich der Schädel in einem Lager der Stiftung Preußischer Kulturbesitz befindet. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der rituellen Bedeutung des Schädels werden Rückforderungen erhoben, jedoch nicht von offizieller Seite der Regierung in Tansania. 2018 wurde mithilfe der DNA eines Enkels Melis, Isaria Anael Meli, ein Genvergleich mit allen sechs Schädeln aus der Sammlung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die nachweislich aus den Gebieten um den Kilimandscharo stammen, vorgenommen. Dabei wurden keine Übereinstimmungen festgestellt. Als weitere mögliche Orte, an denen sich der Schädel befindet, werden nunmehr Rostock, Dresden und Straßburg vermutet.
Literatur Bartholomäus Grill: Wir Herrenmenschen. Unser rassistisches Erbe. Eine Reise in die deutsche Kolonialgeschichte. Siedler Verlag, Berlin 2019.
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Einzelnachweise
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