Die Gesellschaft für Landeskunde und Denkmalpflege Oberösterreich, bis 2013 Oberösterreichischer Musealverein, ist ein 1833 gegründeter Verein zur Förderung der Landeskunde.
Geschichte Am 1. Oktober 1833 trat der Verein auf Betreiben des oberösterreichischen Landrates Anton von Spaun und des Geschichtsforschers und Florianer Chorherrn Franz Kurz ins Leben. Weitere Gründungsmitglieder waren Regierungspräsident Alois Ugarte, Bischof Gregor Thomas Ziegler, Graf Philipp Engl zu Wagrein, Freiherr Johann von Stiebar, der Linzer Bürgermeister Joseph Bischoff, der Vorstand der Linzer Kaufmannschaft Franz Planck und der Apotheker Anton Hofstätter.Wimmer 1923, S. 1. Am 19. November 1833 wurden die Statuten des Vereins von Kaiser Franz I. während seines Aufenthalts in Linz bestätigt. Der Verein, der damals mit vollem Namen „Verein des vaterländischen Museums für Oesterreich ob der Enns mit Inbegriff des Herzogthums Salzburg“ hieß, hatte unter anderem zum Ziel, ein Museum in Oberösterreich zu errichten. Als Vorbild diente dabei das 1811 gegründete Joanneum in Graz, ähnlich wie später das 1868 geschaffene Steiermärkische Landesarchiv als Vorbild zur Gründung des Oberösterreichischen Landesarchivs im Jahr 1896 diente. Anfangs war der jeweilige Statthalter bzw. Regierungspräsident Leiter des Vereins, ab 1869 ein eigens bestellter Vereinspräsident.
Bei der ersten Vollversammlung 1834 hatte der Verein bereits 719 Mitglieder.Wimmer 1923, S. 2. 1839 übernahm Erzherzog Franz Karl von Österreich die Schirmherrschaft, daher trägt das Museum in Linz den Namen „Francisco-Carolinum“. Im Jahr 1844 gründeten die dem Salzburgkreis zuzurechnenden Mitglieder einen eigenen Musealverein in Salzburg, wodurch sich sowohl die Zahl der Mitglieder als auch die Höhe der Zuwendungen halbierte und die Herausgabe des Musealblattes aus finanziellen Gründen Ende 1844 vorübergehend eingestellt werden musste.Wimmer 1923, S. 3. In dieser schwierigen Zeit kam dem Verein die Auffindung des keltischen Gräberfeldes Hallstatts durch den Salinen-Bergmeister Johann Georg Ramsauer zugute. Der Kustos des Vereines, Georg Weißhäupl, zeichnete den Plan des Leichenfeldes und getreue Abbildungen der Fundobjekte, und es wurde der Grundstock einer Sammlung keltischer Altertümer angelegt.
1884 wurde mit dem Bau des Museum Francisco-Carolinum (heute OÖ. Landesmuseum) begonnen, das am 29. Mai 1895 durch Kaiser Franz Joseph I. eröffnet wurde. 1896 wurde das OÖ. Landesarchiv gegründet.
1938 wurde zunächst der Verein untersagt, und Präsident Ignaz Zibermayr trat zurück. 1938 bis 1945 war der Verein unter dem Namen „Verein für Landeskunde und Heimatpflege im Gau Oberdonau“ mit dem „Museum des Reichsgaus Oberdonau“ betraut.
1946 erfolgte die Wiederherstellung des OÖ. Musealvereins unter Präsident Eduard Straßmayr. 1976 wurde der Vereinsname in „Oberösterreichischer Musealverein – Gesellschaft für Landeskunde“ geändert. 2013 vereinigte sich der Musealverein mit dem „Verein Denkmalpflege in Oberösterreich“ zur heutigen „Gesellschaft für Landeskunde und Denkmalpflege Oberösterreich“.
Vereinsnamen 1833–1938 und 1946–1976: Verein des vaterländischen Museums für Oesterreich ob der Enns mit Inbegriff des Herzogthums Salzburg, kurz Oberösterreichischer Musealverein 1939–1945: Verein für Landeskunde und Heimatpflege im Gau Oberdonau 1976–2013: Oberösterreichischer Musealverein – Gesellschaft für Landeskunde seit 2013: Gesellschaft für Landeskunde und Denkmalpflege Oberösterreich
Präsidenten Präses:Verein auf denkmalpflege.at. 1834–1855 Johann Ungnad von Weißenwolff 1855–1863 Johann Freiherr von Stiebar auf Buttenheim 1863–1869 Anton Ferdinand Ritter von Schwabenau Präsidenten: 1869–1871 Karl von Hohenwart-Gerlachstein 1872–1875 Karl von Hohenlohe-Waldenburg 1875–1877 Otto von Wiedenfeld 1878–1879 Rudolf von Handel 1880–1883 Moritz von Az 1883–1885 Karl Obermüller (Vizepräsident) 1885–1889 Moritz von Eigner 1889–1891 Karl Obermüller (Vizepräsident) 1891–1907 Gandolf von Kuenburg 1907–1922 Julius Wimmer 1922–1938 Ignaz Zibermayr 1938–1944 Rudolf Lenk 1946–1959 Eduard Straßmayr 1960–1964 Herbert Jandaurek 1964–1991 Kurt Holter 1991–1994 Georg Heilingsetzer 1995–2000 Georg Wacha 2001–2010 Gerhard Winkler 2010–2019 Georg Spiegelfeld-Schneeburg seit 2019 Dominik Grundemann-Falkenberg
Publikationen Seit der Gründung im Jahr 1833 ist der Verein auch medial aktiv.Publikationen auf denkmalpflege.at.
Schriftenreihen (Auswahl): Jahrbuch der Gesellschaft für Landeskunde und Denkmalpflege (1835–2013 Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines): Ein Teil der Beiträge aus den Jahrbüchern befinden sich als frei zugängliche PDF-Dateien in der Zoologisch-Botanischen Datenbank (ZOBODAT) oder im Forum oö geschichte. Vom 112. Band (1967) bis zum 149. Band (2004) erschienen die Jahrbücher in zwei Teilen: Der Teil I (Abhandlungen) enthält die wissenschaftlichen Aufsätze und im Teil II (Berichte) werden die Tätigkeitsnachweise des Musealvereines und anderer Institutionen veröffentlicht.Gerhard Winkler: Register zu den Bänden 1 (1835) – 150 (2005) des Jahrbuches. Ergänzungsband zum Jahrbuch des OÖ. Musealvereines – Gesellschaft für Landeskunde Band 153 (2008). Linz 2009, S. 6 (). Beiträge zur Landeskunde von Oberösterreich (1972–2004): Es erschienen 16 Bände in der historischen Reihe und drei Bände in der naturwissenschaftlichen Reihe. Mitteilungsblätter der Gesellschaft für Landeskunde und Denkmalpflege, ehemals Mitteilungen aus dem OÖ. Musealverein (seit 1971).
Vom Oberösterreichischen Urkundenbuch wurden zuerst folgende Bände herausgegeben:Wimmer 1923, S. 4f. 1856: 2. Band mit den Urkunden von 777 bis 1230 1862: 3. Band mit den Urkunden von 1231 bis 1282 1867: 4. Band mit den Urkunden von 1283 bis 1307 1869: 5. Band mit den Urkunden von 1308 bis 1329 1872: 6. Band mit den Urkunden von 1330 bis 1346 Wichtige Urkunden des Oberösterreichischen Urkundenbuches sind im Online-Archiv Monasterium abrufbar.
Literatur Julius Wimmer: Die Geschicke des Oberösterreichischen Musealvereines durch neunzig Jahre. 1833 – 19. November – 1923. Linz 1923, 66 Seiten (). Eduard Straßmayr: Die obersten Vorstände und Präsidenten des oberösterreichischen Musealvereines. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Jahrgang 98, Linz 1953, S. 163–175 (). Eduard Straßmayr: 125 Jahre Oberösterreichischer Musealverein. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Band 103, Linz 1958, S. 103–107 (). Kurt Holter: 140 Jahre Oberösterreichischer Musealverein. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Band 118a, Linz 1973, S. 9–16 ().
Weblinks Homepage des Vereins auf denkmalpflege.at.
Einzelnachweise
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