Ellende wurde von Lukas Gosch als Solo-Musikprojekt im Ambient-, Atmospheric- und Post-Black-Metal-Bereich in Graz 2011 gegründet. Der Name bezieht sich auf das mittelhochdeutsche Wort ellende bzw. elilenti, welches als „in fremdem Land“ bzw. „fremd, verbannt“ gedeutet wird und sich später in das Wort Elend mit zunehmend negativer Konnotation entwickelte.
Geschichte Ellende wurde als Soloprojekt von Lukas Gosch alias L.G. gegründet. Als Multi-Instrumentalist spielt L.G. bei Aufnahmen alle Instrumente selbst ein und P.F. übernimmt dabei das Drum-Recording.Interview: Ellende – L.G. von Daniel Hadrovic, auf Stormbringer-Metal.de, abgerufen am 11. Januar 2026. Unter dem Namen Farbbringer ist er zudem als Maler künstlerisch tätig und gestaltet auch seine Album-Cover selbst oder animiert selbst gezeichnete Grafiken für seine Musikvideos.Single „Wahrheit Teil II“ and animated musicvideo released auf Ellende.at, abgerufen am 12. Januar 2026.
Als Ein-Mann-Band entstand die erste EP Rückzug in die Innerlichkeit, die am 21. März 2012 in Eigenregie veröffentlicht wurde.Ellende – Rückzug in die Innerlichkeit auf Metal-Archives.com, abgerufen am 11. Januar 2026. Den Vertrieb im Großhandel, der auf 100 Stück limitierten CDs, übernahm das deutsche Label Naturmacht Productions, zusätzlich wurde eine limitierte Musikkassette von Fallen-Angels Productions vertrieben.Ellende – Rückzug in die Innerlichkeit MC auf Discogs.com, abgerufen am 11. Januar 2026. Durch das Engagement von Session-Musikern konnte L.G. anschließend die EP auch live präsentieren.
mini|hochkant|links|Lukas Gosch (2024) Im Frühjahr 2013 wurde Ellende von dem österreichischen Label Talheim Records unter Vertrag genommen, wo am 25. August 2013 auch das selbstbetitelte Debütalbum Ellende erschien.Review: Ellende – Ellende auf Stormbringer-Metal.de, abgerufen am 11. Januar 2026. Es folgten Auftritte in Österreich, Tschechien, Deutschland und dem Baltikum. Die Live-Besetzung bestand aus Paul Färber alias „P.F.“ (Karg, Nekrodeus) am Schlagzeug, Lukas Benedicic alias „L.B.“ (Necrodeus) und Dinko Bakic alias „D.B.“ (Roadking) an den Gitarren, Georg „Norgrim“ (Seduced) am Bass sowie Alex „V.P.“ an der Violine und Dieter an der Viola. Aufgrund des Aufwands entschied sich L.G. ab Mitte 2013, bei Auftritten vorerst ohne Live-Streichinstrumente fortzufahren.
Am 22. November 2014 wurde die auf 500 Exemplare limitierte EP Weltennacht als LP bei Talheim Records veröffentlicht. Daraufhin folgte die erste 10-tägige Europatour mit der estnischen Atmospheric-Black-Metal-Band Thou Shell of Death sowie weitere Auftritte bei Konzerten und Festivals. Ende 2015 stieß Sebastian „S.L.“ (Nekrodeus) hinzu und löste Georg „Norgrim“ als Live-Bassist ab.
Am 14. November 2016 erschien das zweite Studioalbum Todbringer als 18-seitiges rundes „Flower“-Digipack mit einer Limitierung von 1000 Stück bei Talheim Records. Inhaltlich verarbeitet das Album die Sterblichkeit des Menschen und betrachtet existenzielle Leiden wie die Einsamkeit, den Tod und das Sterben selbst. Im Zuge dieser Veröffentlichung spielte die Band 2017 auf renommierten Festivals wie dem Ragnarök-Festival und dem Dark Easter Metal Meeting in München sowie auf der Trauma Tour I von Harakiri for the Sky.
mini|hochkant|links|Lukas Gosch (2022) Im Februar 2018 entschied sich Ellende, die Zusammenarbeit mit Talheim Records zu beenden, worauf der Vertrag von beiden Seiten aufgehoben wurde. Zwei Monate später wurde Ellende von AOP Records unter Vertrag genommen.Ellende signs to AOP Records! auf ellende.at, abgerufen am 10. Januar 2026. Anschließend erfolgte dort am 30. November 2018 die Wiederveröffentlichung der Debüt-EP Rückzug in die Innerlichkeit.Review: Ellende – Rückzug in die Innerlichkeit von Gunther, auf Metalunderground.at, abgerufen am 11. Januar 2026.
Am 29. März 2019 erschien das dritte Studioalbum Lebensnehmer bei AOP Records als CD und LP, zusätzlich wurden Musikkassetten über das russische Black-Metal-Label Depths of Void vertrieben. Mit diesem Album schafften Ellende es erstmals in die Deutschen Albumcharts auf Platz 94. Das Album schließt inhaltlich wie musikalisch an das Vorgängeralbum Todbringer an und setzt sich mit existenzieller Verzweiflung und Verlust auseinander.Review: Ellende – Lebensnehmer von Marco Gräff, auf Hellfire-Magazin.de, abgerufen am 12. Januar 2026.Ellende – Lebensnehmer auf Supremechaos.de, abgerufen am 12. Januar 2016.
Die bisher genannten Veröffentlichungen wurden im Audioriotrecordings Studio in Bärnbach (Österreich) aufgenommen, gemischt und gemastert. Ab dem Jahr 2020 wurden alle nachfolgenden Alben von Markus Stock von der Klangschmiede Studio E aufgenommen, gemischt und gemastert.Ellende – Releases auf Ellende.de, abgerufen am 10. März 2026.
Am 30. September 2022 erschien das vierte Studioalbum Ellenbogengesellschaft bei AOP Records und stieg in der ersten Woche auf Platz 21. der Österreichischen Hitparaden und Platz 31. der Deutschen Albumcharts. Inhaltlich setzt es sich mit dem zunehmenden Egoismus und der Rücksichtslosigkeit in unserer Gesellschaft auseinander sowie dem Verlust von Zwischenmenschlichkeit und Solidarität.
Am 30. August 2024 erschien das fünfte Studioalbum Todbringerin bei AOP Records. Hierbei handelt es sich um eine Neuaufnahme mit nur leichter Überarbeitung des bereits 2016 erschienenen Albums Todbringer, dessen reguläre Wiederveröffentlichung durch die bestehende Lizenzsituation mit Talheim Records verhindert wurde.Review: Ellende – Todbringerin von Martin Wickler, auf Metal-Hammer.de, abgerufen am 8. März 2026.Review: Ellende – Todbringerin von Meredith Schmiedeskamp, auf Rockhard.de, abgerufen am 8. März 2026. Das Album erreichte in der ersten Veröffentlichungswoche den 37. Platz der Deutschen Albumcharts sowie den 14. Platz der Österreichischen Hitparaden. Das Albumcover zeigt eine zum Titel passende Abwandlung von Jan Vermeers Gemälde Dienstmagd mit Milchkrug aus dem 17. Jahrhundert und wurde wie alle bisherigen Cover von Lukas Gosch alias Farbbringer selbst gestaltet.Interview: Lukas Gosch – Ellende auf Dark-Art.com, abgerufen am 10. März 2026.
Das sechste Studioalbum Zerfall erschien am 2. Januar 2026 ebenfalls bei AOP Records und erreichte die bislang höchsten Chartplatzierungen mit dem 7. Platz in den Deutschen Albumcharts und dem 4. Platz in den Österreichischen Hitparaden. Als Gastmusiker sind Klara Bachmair von Firtan (Violine) und Peter Mairhofer von Norikum (Gitarre) auf dem Album vertreten.Review: 'Ellende – Zerfall' von Izzy Izbourne, auf Stormbringer.at, abgerufen am 10. März 2026.
Stil Musikalisch wird Ellende mit Dornenreich verglichen.
Ellende spielen atmosphärischen, mit Shoegaze-Elementen angereicherten Post-Black-Metal. Sie sind bekannt für das Wechselspiel ruhiger, nachdenklicher Phasen, in denen auch Streichinstrumente, Klavier und akustische Gitarren zum Einsatz kommen, gepaart mit atmosphärischem Black Metal, der dicht, melancholisch und melodisch ist. Dazu kommen ein intensiver Gesang, der unter die Haut geht, geniale Riffs und knüppelharte Highspeed Attacken, schreibt das Hellfire-Magazin. Zerbrechlich wirkende Melodien wechseln sich mit rasender Agonie ab,Review Ellende – Lebensnehmer von Anthalerero, auf Stormbringer-Metal.at, abgerufen am 12. Januar 2016. Ellende erzeugen so einen wahren Rausch dunkler Gefühlsebenen, schreibt das Webzine Metalunderground.at.Review: Ellende – Lebensnehmer von Gunther, auf Metalunderground.at, abgerufen am 12. Januar 2026.
Galerie
Diskografie
Studioalben
EPs 2012: Rückzug in die Innerlichkeit (CD, Selbstverlag; MC, Fallen Angels Productions; Wiederveröffentlichung 2018: CD/LP, AOP Records) 2014: Weltennacht (LP limitiert auf 500 Exemplare, Talheim Records) 2021: Triebe (CD/LP, AOP Records)
Samplerbeiträge 2018: Der Letzte Marsch auf Sense Of Underground Volume III (Teratogen)
Musikvideos 2015: Weltennacht (Regie/Produktion: Dr.Winter / Teratogen) 2016: Ballade auf den Tod (Official Visualizer) (Produktion: Lukas Gosch) 2022: Abschied (Regie/Produktion: Oliver König / MBience Visuals) 2025: Zerfall (Regie/Produktion: Oliver König / MBience Visuals) 2025: Wahrheit Teil II (Regie/Produktion: Lukas Gosch) 2025: Zeitenwende I feat. Klara (Firtan) (Official Visualizer) (Regie/Produktion: Lukas Gosch)
Rezeption Beim Debütalbum Ellende lobt Stormbringer-Metal.de die vielen guten Riffs und Ideen sowie das gelungene Einbinden von echten Streichinstrumenten, die einzelne Passagen effektiv tragen und einen voluminösen Sound aufweisen, schreibt das Musikmagazin. Das Album wird als „Wirklich gutes Teil“ bezeichnet und mit 4 von 5 möglichen Punkten bewertet. Auch die Re-Release der Debüt-EP Rückzug in die Innerlichkeit wird von Metalunderground.at als gelungen bezeichnet und exzellent bewertet (5/5 Punkten).
Das Hellfire-Magazin bewertet das zweite Studioalbum Todbringer sehr gut (9/10 Punkten) und schreibt anerkennend:
Das Musikmagazin Metal Hammer bewertet das dritte Studioalbum Lebensnehmer sehr gut (5/7 Punkten) und lobt die faszinierenden Variationen der immer gleichen Melodie und seine facettenreichen, aber nie überladenen instrumentalen Arrangements, die hypnotische Wirkung entfalten und große kathartische Momente spenden.Review: Ellende – Lebensnehmer von Robert Müller, auf Metal-Hammer.de, abgerufen am 12. Januar 2026. Das Webzine Metalunderground.at vergibt für das Album sogar die Höchstpunktzahl mit 5/5 Punkten.
Das Webzine Strombringer-Metal.de bewertet das Album Lebensnehmer ebenfalls sehr gut (4.5/5 Punkten) und schreibt bildhaft:
Der Metal Hammer bewertet das vierte Studioalbum Ellenbogengesellschaft sehr gut (5/7 Punkten) und lobt das vielschichtige Können der Österreicher. Ellende vertonen hier triste Lyrik im Post-Black-Metal-Gewand und erzeugen einen depressiven Strudel, der mit seiner geballten Emotionalität alles in die düsteren Abgründe reißt, schreibt das Musikmagazin.Review: Ellende – Ellenbogengesellschaft von Tom Lubowski, auf Metal-Hammer.de, abgerufen am 20. Februar 2026.
Auch das sechste Studioalbum Zerfall wird von Metal Hammer sehr gut bewertet (5/7 Punkten) und dabei besonders hervorgehoben, dass es an großen Momenten auf diesem Album nie mangelt.Review: 'Ellende – Zerfall' von Robert Müller, auf Metal-Hammerl.de, abgerufen am 10. März 2026. Das Webzine Zephyr's Odem vergibt für das Album sogar die Bestnote mit 10/10 Punkten, weil bei diesem großartigen Album auch die technische Produktion meisterhaft ausgefallen ist.Review: 'Ellende – Zerfall' auf Zephyrs-Odem.de, abgerufen am 10. März 2026.
Weblinks
Offizielle Website von Ellende
Einzelnachweise
Kategorie:Österreichische Band Kategorie:Post-Black-Metal-Band Kategorie:Musik (Graz)