mini|Karte des Oberrheinkreises Der Oberrheinkreis (amtlich Ober-Rheinkreis) war eine von 1832 bis 1864 existierende Mittelinstanz der Staatsverwaltung des Großherzogtums Baden.
Geschichte Zum 1. Mai 1832 wurden die bisherigen sechs Kreise aufgelöst und zur Kosteneinsparung durch vier neu gegründete Kreise ersetzt.Großherzoglich Badisches Staats- und Regierungs-Blatt 1832, S. 133 Die Behörde hieß zudem nun nicht mehr Kreisdirektion, sondern Kreisregierung. Aus dem Dreisamkreis und Teilen des bisherigen Kinzigkreises wurde der neue Ober-Rheinkreis mit dem Sitz in Freiburg gebildet.
Jeder der Kreise erhielt eine Kreisregierung, der ein Regierungs-Direktor vorstand. Zur Kreisregierung gehörten ferner Regierungs-Räte und Regierungs-Assessoren. Die Kreisregierung des Oberrheinkreises war 1834 z. B. mit insgesamt 37 Stellen ausgestattet.Hof- und Staats-Handbuch des Großherzogthums Baden. 1834, S. 218
Die Kreisregierungen waren für alle zur Staatsverwaltung gehörigen Sachgebiete verantwortlich: Aufsicht über die Ämter (Bezirksämter), Aufsicht über den größten Teil der Lokal- und Bezirksstiftungen, Indigenatserteilung (Heimatrecht), Gewerbekonzessionen, Dienst- und Strafpolizei und andere.
Mit dem Gesetz, die Organisation der innern Verwaltung betreffend vom 5. Oktober 1863,Großherzoglich Badisches Regierungs-Blatt 1863, S. 399 wirksam zum 1. Oktober 1864,Vollzugsverordnung siehe Großherzoglich Badisches Regierungs-Blatt 1864, S. 333 wurden die vier alten Kreise aufgelöst und damit die mittlere Verwaltungsebene abgeschafft. An die Stelle der Mittelinstanzen traten Landeskommissärbezirke als reine Aufsichtsorgane. Das Gebiet des ehemaligen Oberrheinkreises wurde dem Landeskommissärbezirk Freiburg zugeordnet.
Die badischen Kreise im Vergleich centre|500px Auszug aus dem Hof- und Staats-Handbuch des Großherzogthums Baden. 1834Auszug aus dem Hof- und Staats-Handbuch des Großherzogthums Baden. 1834; S. 417 mit den Eckdaten der Kreise (Fläche in geographischen Quadratmeilen; Anzahl der Bezirksämter; Anzahl der Gemeinden; Einwohner (Seelenzahl), davon evangelisch, katholisch, mennonitisch, israelitisch); eine geographische Quadratmeile entsprach 55,06 Quadratkilometern (7,420439 km × 7,420439 km).
Der Oberrheinkreis war flächenmäßig der größte der badischen Kreise (4295 km²) und stand von der Einwohnerzahl her an zweiter Stelle. Die Fläche entsprach etwa 43 % der Fläche des späteren Regierungsbezirks Südbaden. Da der früher vorderösterreichische Breisgau weitgehend zum Kreis gehörte, waren etwa 70 % der Bevölkerung Katholiken.
Gebiet des Oberrheinkreises 1832 wurde aus den Ämtern des Dreisamkreises und den Ämtern Ettenheim, Hornberg und Triberg des Kinzigkreises der Ober-Rheinkreis gebildet. Sitz der Kreisregierung war Freiburg im Breisgau.
Zum Kreis gehörten 18 Bezirksämter mit 471 Gemeinden:Hof- und Staats-Handbuch des Großherzogthums Baden. 1834, S. 218 Stadtamt Freiburg (1864 mit dem Landamt zum Bezirksamt Freiburg vereinigt) Landamt Freiburg (1864 mit dem Stadtamt zum Bezirksamt Freiburg vereinigt) Amt Breisach Amt Ettenheim Amt Hornberg (1857 aufgehoben) Amt Emmendingen Amt Jestetten (1857 aufgehoben, 1864 als Bezirksamt wieder errichtet) Amt Kenzingen Amt Lörrach Amt Müllheim Amt Säckingen Amt St. Blasien Amt Schönau Amt Schopfheim Amt Staufen Amt Triberg Amt Waldkirch Amt Waldshut
Regierungs-Direktoren 1832–1835: Carl August BeeckKarl August Ferdinand von Wechmar: Handbuch für Baden und seine Diener oder Verzeichnis aller badischen Diener vom Jahr 1790 bis 1840, nebst Nachtrag bis 1845. Heidelberg 1846, S. 118 und Dieter Kauß: Beeck, Carl August. 1835–1845: Friedrich von ReckKarl August Ferdinand von Wechmar: Handbuch für Baden und seine Diener oder Verzeichnis aller badischen Diener vom Jahr 1790 bis 1840, nebst Nachtrag bis 1845. Heidelberg 1846, S. 42 und 1845–1850: August Marschall von Bieberstein 1851–1864: Friedrich Theodor Schaaf
Siehe auch Verwaltungsgliederung Badens
Literatur Adam Ignaz Valentin Heunisch: Geographisch-topographische Beschreibung des Großherzogthums Baden: nach den Bestimmungen der Organisation vom Jahre 1832 größtentheils nach officiellen Quellen : nebst einer ausführlichen Karte des Großherzogthums Baden, nach der neuen Kreis-Eintheilung, mit Zufügung der Nachbarstaaten und mit Angabe der Poststationen und Stundenentfernungen. Heidelberg 1833, II. Der Oberrheinkreis. S. 298–346 Digitalisat Eintheilung des Großherzogthums in vier Kreise und Aufstellung von Regierungen betreffend. In: Großherzoglich Badisches Staats- und Regierungs-Blatt Nr. IX. vom 18. Februar 1832, S. 133
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Einzelnachweise
Kategorie:Kreis (Behörde in Baden)