mini|Flüchtlingslager Kutupalong (März 2017) mini|Flüchtlingslager Kutupalong (September 2017) Das Flüchtlingslager Kutupalong liegt im Distrikt Cox’s Bazar im südöstlichen Bangladesch an der Grenze zu Myanmar. Im Lager leben vor allem Rohingya, die vor den Massenverfolgungen in Myanmar flohen. Es ist mit mehr als einer Million Menschen Stand 2026 das größte Flüchtlingslager der Welt.
Bewohner Im Lager leben vor allem aus Myanmar geflohene Rohingya, die vor den dortigen Massenverfolgungen flohen. Viele der Flüchtlinge kamen, oft nach tagelangen Märschen oder Bootsfahrten, erschöpft, traumatisiert oder ausgehungert an; sie erlitten sexualisierte Gewalt und andere Menschenrechtsverletzungen. Weitere haben in ihren Dörfern oder unterwegs Familienmitglieder verloren. Der Zustrom setzte sich in den Monaten des Jahres 2018 kontinuierlich fort. Im März 2020 lebten hier 640.000 Menschen, im August 2024 mehr als 950.000 Flüchtlinge, im Januar 2026 waren es über eine Million.
Politische Entwicklung Im November 2017 unterzeichneten die Regierungen von Bangladesch und Myanmar eine Vereinbarung über die Rückführung von Rohingya-Flüchtlingen bzw. Zwangsvertriebenen aus Myanmar. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen besuchte am 2. Juli 2018 das Lager mit den Leitern des UNHCR, des UNFPA und der Weltbank, die Zuschüsse in Höhe von bis zu 480 Mio. USD ankündigten.
Vor dem Internationalen Strafgerichtshof wird seit 2019 der „Völkermord-Fall Rohingya“ verhandelt.
Bedingungen Die Lebensbedingungen im Flüchtlingslager zeichnen sich durch eine unzureichende medizinische Versorgung und mangelnden Zugang zu sauberem Trinkwasser, Strom, Privatsphäre oder Bildungsangeboten aus. Die UN-Organisation UNHCR warnt schon länger vor der Gefahr von vielen Toten im Fall von Naturkatastrophen wegen der unzureichenden Behausungen der Menschen.
Am 22. März 2021 brach ein Brand im Camp 8W aus, der schnell auf die Camps 8E, 9 und 10 übergriff. Dabei kamen mindestens 15 Menschen ums Leben und hunderte wurden verletzt. Mehr als 10.000 Unterkünfte wurden zerstört. Am 5. März 2023 brach im Camp 11 erneut ein Feuer aus. Über 2800 Schutzunterkünfte wurden durch den Großbrand beschädigt oder zerstört. Etwa 16.000 Menschen waren betroffen, darunter 5274 Rohingya, die ihre Unterkünfte verloren.
Mitte Mai 2023 war das Lager durch den Zyklon Mocha der Kategorie 5 mit Windstärken über 315 km/h im Golf von Bengalen bedroht,z. B. „Kachelmannwetter“ gemäß Satelliten-Radar der am 14. Mai bei Sittwe im Grenzgebiet von Bangladesch/Myanmar auf Land traf. Im Vorfeld waren hier aus den betreffenden Küstenregionen Bangladeschs und Myanmars rund 400.000 Menschen evakuiert worden. Mitte Juli 2026 starben dort 17 der landesweit 51 Opfer der Fluten.
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Einzelnachweise
Kategorie:Flüchtlingslager Kategorie:Cox’s Bazar (Distrikt) Kategorie:Geographie (Bangladesch)