mini|350px|Blick auf Aizpute

Aizpute (Hasenpot, Hasenpoth, ) ist eine Stadt an der Tebra (Tebber) in der historischen Landschaft Bandava (Bandowe) im Bezirk Dienvidkurzeme (Südkurland) der Region Kurzeme (Kurland) in Lettland. Im Jahr zählte Aizpute Einwohner.

Geschichte Aizpute wird erstmals im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt. 1248 ließ Dietrich von Grüningen, der Landmeister in Livland des Deutschen Ordens, die Ordensburg Hasenpoth bauen. 1253 wurde das Weichbild der jungen Siedlung geteilt, und zwar in einen dem Orden gehörenden Anteil, Ordens-Hasenpoth genannt, und in einen bischöflichen Anteil, Bischofs-Hasenpoth genannt.Bernhart Jähnig: Verfassung und Verwaltung des Deutschen Ordens und seiner Herrschaft in Livland (= Schriften der Baltischen Historischen Kommission. Band 16). Lit, Berlin 2011, ISBN 978-3-643-11005-3, S. 122. So wurde die aufblühende Stadt zum Sitz sowohl von Ordensrittern der Komturei Goldingen als auch des kurländischen Domkapitels. Zudem gab es in Hasenpoth ein Kloster der Franziskanerinnen, das der hl. Klara geweiht war. Es wurde 1484 gegründet, 1523 durch ein Feuer schwer beschädigt und um 1559 aufgelöst.Santa Sprogev-Valdmane: Aizputes Sv. Jāņa baznīcas vēsture / Die Geschichte der St. Johanniskirche in Hasenpoth. Harro von Hirschheydt, Aizpute 2000, ISBN 9984-9329-3-1, S. 36. Eine weitere Burg ist die – abgegangene – Bischofsburg Hasenpoth.

Der Reichtum ging zurück, als der Hafen der Stadt nach dem Nordischen Krieg geschlossen wurde und die nahe gelegene Stadt Liepāja (dt.: Libau) die Rolle als bedeutendes Handelszentrum an der Ostseeküste übernahm. Die Stadt gehörte ab 1795 zum Russischen Kaiserreich und war Kreisstadt im Gouvernement Kurland. Während der Russischen Revolution 1905 fand hier ein größeres Gefecht statt.

2009 vereinigte sich die Stadt mit fünf umliegenden Gemeinden zum Bezirk Aizpute mit 10.368 Einwohnern, der 2021 im Bezirk Dienvidkurzeme aufging.

Wirtschaft In der ehemaligen 1890 gegründeten Kartonagenfabrik Lindenberg befindet sich seit 1960 ein Metall verarbeitender Betrieb. Das Fabrikgebäude wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtethttps://www.redzet.eu/photo/lindenbergas-kartonazas-fabrika-aizpute-V-002-22/view/Lindenbergas_kartonāžas_fabrika Kartonfabrik Lindenberg.

Sehenswürdigkeiten Ruinen der Ordensburg Hasenpoth St. Johanniskirche, die älteste erhaltene Kirche Kurlands Kirche der 7-Tags-Adventisten, ehemals orthodoxe Kirche Baptistenkirche, erbaut 1938/1939 Ehemalige Synagoge, erbaut im 18. Jahrhundert, im 19. Jahrhundert erweitert, jetzt Kulturhaus Wassermühle (unweit der Johanniskirche) Schloss Katzdangen (lett. Kazdanga, östlich von Aizpute)

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Stadt Nach Geburtsjahr geordnet Heinrich Blumenthal (1804–1881), Arzt und Pädagoge Leon Gustav Wilhelm von Buchholtz (1838–1911), Gutsherr und Politiker Paul von Bienenstamm (1843–1911), Finanzbeamter, Kollegienrat Oskar Lieven (1852–1912), Chemiker und Unternehmer Eduard von Keyserling (1855–1918), deutscher Schriftsteller und Dramatiker des Impressionismus, wurde auf Schloss Tels-Paddern, heute Schule Kalvene (dt.: Kalwen) südlich von Aizpute, geboren Martha von Grot (1867–1962), deutsch-baltische Reformpädagogin Theodor von Hahn (1880–1949), Konsul Tatjana Barbakoff (1899–1944), deutsche Tänzerin Anna Dagda (1915–1996), Sängerin Alfreds Dombrovskis (1923–2000), Schachmeister Ivars Silārs (1938–2019), Arzt, Politiker und Chronist Aivars Jerumanis (* 1938), Politiker Jānis Kalnmalis (* 1939), lettischer Maler Tālivaldis Deksnis (1946–2018), lettischer Organist Pēteris Vasks (* 1946), lettischer Komponist Ingrīda Circene (* 1956), Politikerin, lettische Gesundheitsministerin (2003–2004 und 2011–2014) Oskars Spurdziņš (* 1963), Politiker, lettischer Finanzminister (2004–2007) Mareks Segliņš (* 1970), Politiker, lettischer Innenminister (1999–2002, 2007–2009) und Justizminister (2009–2010) Māris Vītols (* 1972), Politiker, lettischer Minister für Erziehung und Wissenschaft (1999–2000) Anton Konstantinowitsch Sabolotny (* 1991), russischer Fußballspieler

Mit Aizpute verbundene Persönlichkeiten Nach Geburtsjahr geordnet Johann Heinrich Blumenthal (1734–1804), deutsch-baltischer Mediziner und evangelischer Theologe Isaschar Falkensohn Behr (1746–1817), jüdischer Arzt und Lyriker, lebte in Hasenpoth Ulrich von Schlippenbach (1774–1826), Landrat des Kreises Pilten mit Sitz in Aizpute Ernst Jacob Seraphim (1795–1850), oberster Jurist in Bezirk Aizpute (1821–1850)Ernst Seraphim: Baltische Schicksale im Spiegel einer kurländischen Familie 1756–1919, Berlin 1935 Harro von Hirschheydt (1925–2017), deutsch-baltischer Verleger Mārtiņš Freimanis (1977–2011), lettischer Musiker, Schauspieler und Sänger, in Aizpute aufgewachsen

Städtepartnerschaft , Schweiz (seit 1991) , SchwedenMirdza Birzniece: Aizpute. Ceļvedis pa pilsētu un tās apkārtni. Aizpute 1996, S. 50

Literatur in der Reihenfolge des Erscheinens V. E. Bloks, I. K. Šteinbergs: Aizpute. Tūrisma ceļvedis pa Aizputes rajonu. Riga 1960. Art. Aizpute. In: Astrīda Iltnere, Uldis Placēns (Red.): Latvijas pilsētas. Enciklopēdija. Preses Nams, Riga 1999, ISBN 9984-00-357-4, S. 42–49. Art. Aizputes pagasts. In: Astrīda Iltnere (Red.): Latvijas pagasti. Latvijas pagasti, novadi, pilsētu un novadu lauku teritorijas. Enciklopēdija, Band 1: A – Ļ. Preses Nams, Riga 2001, ISBN 9984-00-412-0, S. 32–34. Sebastian Wolf: Fünf Jahrhunderte Stadtgeschichte im Spiegel eines Amtsbuches. Die Stadt Hasenpoth in Kurland (1378–1910). In: Deutsch-baltisches Jahrbuch, Jg. 63 (2015), S. 19–41.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Lettland Kategorie:Bezirk Dienvidkurzeme Kategorie:Ersterwähnung im 13. Jahrhundert