mini|hochkant|Birgit Birnbacher (2024) Birgit Birnbacher (* 1985 in Schwarzach im Pongau) ist eine österreichische Schriftstellerin.

Leben Birnbacher brach früh die Schule ab, lernte einige Berufe und ging für eine Weile zur Freiwilligenarbeit nach Äthiopien und Indien. Später holte sie ihre Matura nach und studierte Soziologie und Sozialwissenschaften. Sie arbeitete bis 2018 als Sozialarbeiterin und Soziologin in der Gemeinwesen- und Quartiersarbeit.Kurzbiografie, Bachmannpreis-2019-Autorenprofil, abgerufen am 27. Juni 2019 Zeitgleich begann sie, literarisch zu schreiben und ab 2012 auch zu veröffentlichen.

Seit 2025 verantwortet sie gemeinsam mit Nadine Samija und Carmen Schwarz die künstlerische Leitung des jährlichen mehrtägigen Literaturfestivals Literaturfest Salzburg.

Sie ist Mitglied der IG Autorinnen und im Präsidium der Internationalen Erich-Fried-Gesellschaft.

In der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur gilt Birnbacher als unsentimentale Dialektikerin, die ihre Position anhand der Klarheit ihrer Erzählung und der Ökonomie ihrer Beobachtung untermauert. Immer wieder wird ihr besonderer Ton und ihr „leichtfüßiger Ernst“ hervorgehoben, mit dem sie gesellschaftspolitisch relevante Themen stilistisch eigenwillig bearbeitet. Durch diesen gilt sie als „glanzvolle Erzählerin und elegante Stilistin“ (Rainer Moritz 2026 in der NZZ).

Autorentätigkeit Birnbacher erhielt für erste Veröffentlichungen viel Aufmerksamkeit und mehrere Preise, u. a. den Rauriser Förderungspreis, den Theodor Körner Förderpreis und den Autorenpreis des Irseer Pegasus. Ihr Romandebüt „Wir ohne Wal“ erschien 2016 bei Jung und Jung und wurde vor allem für die gegenwärtige Sprache und den eigenwilligen Sound gelobt. Inhaltlich verhandelt „Wir ohne Wal“ bereits, was Birnbacher später thematisch weiter verfolgen wird: Themen rund um soziale Zugehörigkeit, Ausgrenzung und Teilhabe: „Es ist erstaunlich, wie es der Autorin gelingt, unterschiedliche Grade an emotionaler Beteiligung, Brüche, Sprünge und Komik zu erzeugen, ohne den mitreißenden Fluss des markant rhythmisierten Parlandos und die spürbare Energie des eigenwilligen Sounds zu verlieren, der die Leser in die Erzählsituation hineinzieht.“.

Ihr zweiter Roman Ich an meiner Seite handelt von einem haftentlassenen Jugendlichen. Für den Roman verwendet Birnbacher die wahre Lebensgeschichte eines jungen Mannes. Der Roman landete im März 2020 auf der SWR Bestenliste (Platz 2), sowie im Mai 2020 auf Platz eins der ORF-Bestenliste, und wurde für den Deutschen Buchpreis nominiert (Longlist).Birgit Birnbacher beim Deutschen Buchpreis. Im Feuilleton wurde vor allem die lakonische Sprache und der nüchtern-humorvolle Stil gelobt. Paul Jandl schrieb in der NZZ: „Ich an meiner Seite‘ ist ein tragikomischer Spass, der seine Pirouetten immer so setzt, dass man auf dem falschen Fuss erwischt wird. Bei aller sozialen Härte, die der Roman nicht zu erwähnen vergisst, gibt es auch eine beinahe utopische Botschaft (...).“

Im Februar 2023 erschien ihr dritter Roman Wovon wir leben.Birgit Birnbachers „Wovon wir leben“: Suche nach einem Neuanfang - Literatur - derStandard.de › Kultur Die Protagonistin des Romans ist eine lungenkranke Frau in einem Pflegeberuf, die arbeitsunfähig und gekündigt wird.Birgit Birnbacher, Schriftstellerin | rbbKultur Thematisch behandelt der Roman patriarchale Strukturen im österreichischen Innergebirg, von wo auch Birnbacher selbst herkommt. „Wenn eine Frau ausfällt, muss eine andere herhalten. So geht das Rezept zur alten und ewigen Suppe“, ist einer der vielzitierten Sätze aus dem Buch, dessen Hauptthema gegenwärtige Arbeitswelten, Generationenkonflikte und Geschlechterrollen sind. Im deutschsprachigen Feuilleton wurde „Wovon wir leben“ breit besprochen. Beispielsweise schrieb P. Teuwsen in der NZZ: „Einer der präzisesten und intensivsten Romane dieses Bücherjahres. Die Sprache ist von einer Lakonie, in der ein Feuer lodert.“Wovon wir leben, auf hanser-literaturverlage.de „Wovon wir leben“ wurde 2023 für den Österreichischen Buchpreis nominiert und erlangte Plätze auf der ORF- und der SWR-Bestenliste.

Ihre Bücher wurden in mehreren Sprachen übersetzt.

Privates Birgit Birnbacher lebt mit ihrer Familie als freie Schriftstellerin in Salzburg.

Werke (Auswahl) Die Tant´. Anthologie zum Schreibwettbewerb Zürich. Museumsgesellschaft, Literaturhaus Zürich, Zürich, 2012. Mal lichterloh, mal wasserblau. Edition Tandem Verlag, Salzburg, 2013. Ein Badewasserrest. Rauriser Förderungspreis. In: SALZ, Zeitschrift für Literatur, 159. Salzburg, 2015. Zwei Jahre. In: konzepte. Zeitschrift für Literatur, 35. Neu-Ulm, 2015. aber wir. In: Beziehung.Krisen.Herd. Anthologie zum Münchner Kurzgeschichtenwettbewerb. Louisoder. München, 2016. Rote Riesen. In: Lichtungen. Zeitschrift für Literatur, Kunst und Zeitkritik, 144. Graz, 2015. Wir ohne Wal. Roman. Jung und Jung Verlag, Salzburg/Wien. 2016, ISBN 978-3-99027-089-9. Über Peter Laubichler. In: Menschen aus Salzburg. Anthologie, Hg. Arno Kleibel, Jochen Jung. Otto Müller Verlag, Salzburg 2016 Häuser von oben. In: manuskripte. Zeitschrift für Literatur, 212, Graz, 2016. Funktionsjacken. In: 100xÖsterreich. Neue Essays aus Literatur und Wissenschaft. Hrsg. von Sommerer, Zeyringer, Uhl. Verlag Kremayr & Scheriau, Wien, 2018, ISBN 978-3-218-01131-0. Der Schrank, gelesen beim Ingeborg-Bachmann-Preis 2019. Ich an meiner Seite, Roman, Zsolnay Verlag, Wien 2020, ISBN 978-3-552-05988-7. Wovon wir leben, Roman. Zsolnay Verlag, Wien 2023, ISBN 978-3-552-07335-7. Sie wollen uns erzählen, Roman. Zsolnay Verlag, Wien 2026, ISBN 978-3-552-07521-4.

Auszeichnungen 2015: Rauriser Förderungspreis 2015: Autorenpreis Irseer Pegasus 2015: Startstipendium Literatur des BKA 2016: Theodor-Körner-Förderpreis 2016: Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung 2017: Shortlist zum Rauriser Literaturpreis 2017: Finalistin zum Alpha Literaturpreis 2018: Jahresstipendium Land Salzburg 2018/19: Projektstipendium Literatur BKA 2019: Ingeborg-Bachmann-Preis 2020: Nominierung Deutscher Buchpreis (Longlist) 2021: Buchpreis der Salzburger Wirtschaft 2023: Projektstipendium BKA 2023: Nominierung zum Österreichischen Buchpreis für Wovon wir leben 2023: Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch; Sonderpreis Arbeitswelten Bildungswelten für Wovon wir leben 2024: Pèter Horvath Literaturpreis, Literaturhaus Stuttgart 2025: AK-Literaturpreis: Hauptpreis und Publikumspreis 2026: Robert Musil Stipendium für mehrjährige literarische Projekte (2026–2029) 2026: Buchpreis der Stiftung Ravensburger Verlag für Sie wollen uns erzählenboersenblatt.net vom 28. September 2026, abgerufen am 28. September 2026

Literatur

Weblinks

Profil – auf den Seiten des Bachmannpreises

Einzelnachweise

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