mini|Städtebau-Simulation LinCity-NG, Städtebau ist ein klassisches Thema für Aufbauspiele Als Aufbauspiel, Aufbausimulation oder auch Aufbau-Strategiespiel wird ein Computerspielgenre bezeichnet, in denen es die primäre Aufgabe des Spielers ist, etwas aufzubauen.

Begrifflichkeit mini|Vereinfachte Darstellung des Game Loop vieler Aufbauspiele Aufbauspiele sind eine Variante von Computer-Strategiespielen. Im Gegensatz zu vielen anderen Strategiespielen liegt der Fokus allerdings nicht oder zumindest nicht hauptsächlich auf Militärstrategie und dem Besiegen der Gegner, sondern auf Wachstum und Aufbau. Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) bezeichnet Aufbau-Strategie als die „zivile“ Form der Strategiespiele, bei der „Städtebau, Ressourcenmanagement oder Diplomatie im Vordergrund“ stehen. Aufbauspiele verfolgen in der Regel keinen kompetitiven Charakter. Es handelt sich oft um Einzelspieler-Titel.

Ein einfacher Game Loop in einem Aufbauspiel besteht aus dem Verdienen von Ressourcen (zum Beispiel „Holz“), welche dann genutzt werden, um weitere Objekte (zum Beispiel zusätzliche Gebäude wie eine „Holzfällerhütte“) zu kaufen und in der Spielwelt zu platzieren. Die erworbenen Objekte produzieren dann weitere Ressourcen, lassen die Kreation wachsen und der Kreislauf beginnt erneut.Gunther Rehfeld: Game Design und Produktion: Grundlagen, Anwendungen und Beispiele. Carl Hanser Verlag, 2020. S. 83.

Während Aufbauspiele dem Spieler oft wirtschaftliche Entscheidungen abverlangen, liegt in Abgrenzung zu reinen Wirtschaftssimulationen der Fokus des Spiels nicht allein auf wirtschaftlichen Entscheidungen. Es geht weniger um eine Gewinnmaximierung, als darum, sich um seine Einwohner, Besucher oder Tiere zu kümmern oder seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. In vielen Fällen bauen Spieler auch nach ästhetischen Gesichtspunkten, also um etwas besonders „Schönes“ zu erschaffen. Die Zeitschrift PC Games beschreibt das Gameplay von Aufbauspielen wie folgt:

Die österreichische Bundesstelle für die Positivprädikatisierung von Computer- und Konsolenspielen schreibt über Aufbauspiele:

Kennzeichen vieler Aufbauspiele ist das Fehlen eines konkreten Spielziels. Es gibt oft keine erzählerische Handlung und auch keine Gegenspieler oder Endgegner, die es wirtschaftlich oder militärisch zu besiegen gilt. Ebenso gibt es selten zeitliche Beschränkungen, der Spieler kann soviel Zeit er möchte mit seiner Kreation verbringen und diese weiter und weiter wachsen lassen. Grenzen setzt in vielen Fällen einzig die zur Verfügung stehende, bebaubare Fläche. Aufbauspiele verwenden oft eine Draufsicht oder isometrische Perspektive um dem Spieler eine gute Übersicht zu ermöglichen.

Ralf Vollbrecht bezeichnet Aufbau-Strategie als eine von drei differenzierbaren Varianten von Strategie-Spielen neben Echtzeit-Strategiespielen und rundenbasierten Strategiespielen.Ralf Vollbrecht: Computerspiele als medienpädagogische Herausforderung In: Jürgen Fritz: Computerspiele(r) verstehen. Zugänge zu virtuellen Spielwelten für Eltern und Pädagogen. Bundeszentrale für politische Bildung, 2008, S. 13. ISBN 9783893318322. Online hier, abgerufen am 18. Januar 2020. Die Differenzierung ist jedoch nicht immer trennscharf, Spieleserien wie Die Siedler oder Anno beispielsweise bewegen sich in einer Schnittmenge zwischen Aufbau- und Echtzeitstrategie.

Pädagogischer Nutzen Aufbauspiele fördern bei Spielenden viele Fähigkeiten. Sie erweitern das Vorstellungs- und Planungsvermögen, stärken vorausschauendes und vernetztes Denken, fördern das Erfassen von Zusammenhängen und das Finden von optimalen Lösungen. Um erfolgreich zu sein, muss bisweilen viel ausprobiert oder der bestmögliche Lösungsweg recherchiert werden. Dies berührt insbesondere die Schlüsselqualifikation des Problemlösens.

Immer wieder werden Aufbauspiele mit einem explizit pädagogischen Hintergrund veröffentlicht. So erschien im Cornelsen Verlag in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung das Politik-Aufbauspiel Genius – Im Zentrum der Macht. In dem Spiel erbaut der Spieler eine Stadt und verfolgt eine politische Karriere, um so die politischen Institutionen der Bundesrepublik Deutschland kennen zu lernen.

In einer Studie, in der 200 Hauptschüler das Spiel eine Woche lang in ihrer Freizeit spielten, konnten mehrere positive Effekte belegt werden. Christoph Klimmt fasst die Ergebnisse zusammen:

Varianten mini|Unknown Horizons ist eine Mischung aus Städtebau-Simulation und Echtzeitstrategiespiel im Zeitalter des Kolonialismus. Städtebau-Simulationen

Städtebau-Simulationen, auch Stadtaufbauspiele oder Stadtsimulationsspiele genannt, sind eine Variante der Aufbau-Strategie. In diesem Genre errichtet der Spieler eine möglichst große Stadt. Eine der ältesten und bekanntesten Städtebau-Simulationen ist die SimCity-Reihe. Ebenfalls großer Beliebtheit erfreut sich das Spiel Cities: Skylines. Spieleentwickler haben das Spielprinzip in eine Vielzahl verschiedener Settings verlegt, darunter zum Beispiel die Steinzeit (Dawn of Man), die Antike (City Building Series), das Mittelalter (Anno 1404, Banished, Die Siedler), die Neuzeit und Kolonialzeit (Anno 1701, Banished), Science-Fiction-Szenarios (Anno 2205, Surviving Mars, Frostpunk, Dyson Sphere Program), die Karibik des Kalten Krieges (Tropico) oder diverse Fantasie-Szenarien (Townscaper, Islanders, Dwarf Fortress).

Der Spieler muss sich je nach Szenario bei stetig steigender Bevölkerungszahl um die Bedürfnisse seiner Einwohner kümmern. Diese variieren von Grundbedürfnissen wie Nahrungsmitteln oder Wasser bis zu Luxusprodukten und kulturellen oder religiösen Angeboten.

Ein wiederkehrendes Motiv in vielen Städtebau-Simulationen sind zufällige Katastrophen wie zum Beispiel Vulkanausbrüche, Missernten, Krankheiten oder feindliche Angriffe, die den Spieler zwingen, spontan zu reagieren und die Stadt bestmöglich zu schützen.

Themenpark-Simulationen mini|Freizeitpark in FreeRCT in einer frühen Version In Themenpark-Simulationen errichtet der Spieler einen Freizeitpark. Bekannte Spiele sind die RollerCoaster-Tycoon-Serie, Planet Coaster, Parkitect oder Zoo Tycoon und Planet Zoo. Je nach Schwierigkeitsgrad überwiegt bei diesen Spielen entweder der Aspekt der Aufbaustrategie oder (auf einem höheren Schwierigkeitsgrad) der finanziellen Simulation des Betriebs.

Management- und Fabrik-Simulationen Immer wieder werden in Fachzeitschriften auch Management-Spiele wie Theme Hospital oder die Dungeon-Keeper-Serie als Aufbauspiele kategorisiert. Hier bestehen erhebliche Überschneidungen zu Wirtschaftssimulationen, wenngleich noch immer der Aspekt des Bauens und „sich kümmerns“ gegenüber rein finanzwirtschaftlichen Entscheidungen überwiegt. Auch das Fabrik-Aufbauspiel Factorio gilt als Aufbauspiel.

Biosimulation mini|Die freie Biosimulation Thrive im Mikrobenstadium. In Spore (abgeleitet vom biologischen Begriff der Spore) geht es darum, eine Spezies in verschiedenen Phasen vom Einzeller zum intelligenten Lebewesen zu entwickeln. Der Spieler muss z. B. Nahrung für seine Kreaturen beschaffen und sie vor Stärkeren schützen.

Göttersimulationen

Viele Göttersimulationen, in denen der Spieler wie ein Gott über einen Planeten oder eine Spezies herrscht (Black & White) beinhalten Aspekte eines Aufbauspiels.

Einzelnachweise

Kategorie:Computerspiel-Genre