mini|Wappen der Mießel von Zeileissen (Oesterreichisches Staatsarchiv 1915) Mießl von Zeileissen, auch Miessl von Zeileis(s)en, seit 1915 Zeileissen von Hergetenstein, ist der Name eines böhmischen und österreichischen briefadeligen Geschlechtes. Die Namensschreibweise variierte bis ins 19. Jahrhundert zwischen Müsel, Mießl und Miessl.
Geschichte Zeileisen Am 12. Mai 1544 verlieh Kaiser Karl V. in Speyer dem Nürnberger Kaufmann Hans Zeileisen und seinen Brüdern einen Wappenbrief. Erhart Zeileisen († 2. November 1562) am Fischbach gründete 1557 gemeinsam mit seiner Ehefrau Katharina Hundbek das „Hundbek-Zeileisischen Stipendium“ von 1300 Goldgulden zur Finanzierung des Studiums künftiger Generationen, das jährlich 52 Gulden ausschüttete. Da er selber kinderlos war bestimmte Erhart Zeileisen seinen Bruder Hans Zeileisen zum Exekutor dieses Legats. Die dritte Bruder Ulrich Zeileisen fungierte als Kantor der Kirche St. Sebald. Johann Zeileisen († 11. November 1570) war außerdem Schulmeister und Astronom, dem in Nürnberg ein Anwesen am Spitalkirchhof gehörte. Sein Epitaph befindet sich auf dem Nürnberger Johannisfriedhof. Wolfgang Zeileisen († 1591) studierte Medizin und wirkte später in Nürnberg als Apotheker.
Mießl von Zeileissen mini|Patrizierhaus in St. Joachimsthal mit einem spätbarocken Portal mit dem Wappen der Familie Zeileisen mini|Wohn- und Verwaltungshaus des Oberzehntners in St. Joachimsthal Der Stammvater der in Bergstadt Platten weitverzweigten Familie, war der Fleischer Peter Müsel (* 1579 in St. Joachimsthal). 1601 wurde der wegen Missachtung der Handwerksordnung, überteuerter Fleischpreise und anderen Vergehen seiner Heimatstadt verwiesen. Er musste gegen eine Strafzahlung auf sein väterliches Erbteil verzichten und gelobte in den nächsten drei Jahren die Stadt nicht mehr zu betreten. Nach Jahren der Wanderschaft siedelte er sich 1612 in Platten an, wo er sich reichlich Grundbesitz aneignete. Am 10. Juni 1786 wurde der Oberzehntner, Oberamts- und Berggerichtsbeisitzer Johann Nepomuk Mießl (* 1733 in Platten) auf Grund seiner 30-jährigen Dienstleistung und der Kostenersparnis durch die Ermittlung des Mittels, den Torf in gemauerten Öfen zu verkohlen, von Kaiser Joseph II. in den erbländischen Adelsstand erhoben und erwarb dabei von dem in männlicher Linie ausgestorbenen Geschlecht Zeileisen das Wappen und Prädikat „Edler von Zeileisen“. link Er war mit Barbara geb. Macasius aus St. Joachimsthal verheiratet, von der Mießl seine Herkunft auf das Geschlecht herleitete:
Am 26. Juli 1883 wurde der Statthaltereirat für das Königreich Böhmen, Vorsitzender der k. k. Landessubkomission für die Regelung der Grundsteuer in Eger, sowie k. k. Bezirkshauptmann der Bezirkshauptmannschaft von Karlsbad Johann Mießl von Zeileissen (* 1822 in St. Joachimsthal), als Träger des Ordens der Eisernen Krone, III. Klasse, in den erblichen österreichischen Ritterstand erhoben.
Zeileissen von Hergetenstein Karl Zeileissen (* 1862 in Karlsbad) erhielt zusätzlich das Prädikat „von Hergetenstein“. Ihm wurde am 6. Mai 1915 die Ablegung des Namens Mießl und die alleinige Führung der Prädikats „Zeileissen von Hergetenstein“ als Familiennamen und des verliehenen Wappens von 1786 bewilligt. Nach dem österreichischen Adelsaufhebungsgesetz nannte sich die Familie schlicht Zeileissen.
Wappen Blasonierung: "Gold-Schwarz quadrierter Schild. Auf dem Helm eine wachsende Jungfrau mit breiter Kopfbinde, in den ausgestreckten Händen jeweils einen Eisenstab haltend."
Genealogie (Auswahl) mini|hochkant|Johann Nepomuk Mießl mini|hochkant|Barbara Mießl
Literatur Hans Friedrich von Ehrenkrook: Genealogisches Handbuch des Adels, Band 31; Band 147, C.A. Starke, 1963, S. 250–254. Karl Friedrich von Frank zu Döfering: Altösterreichisches Adelslexikon 1823–1918, Wien 1928, I, 199, S. 357. Alfred Anthony von Siegenfeld: Genealogisches Taschenbuch Österreich. Maass, Wien 1913, S. 417.
Weblinks
AT-OeStA/AVA Adel RAA 276.33 Mießl, Johann Nepomuk, erbländischer Adelsstand, "Edler von Zeileisen", Oberzehenter und erster Beisitzer des Berggerichts zu Joachimsthal, keine Angabe, um 1756 AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 602.6 Mießel, Johann Nepomuk, Oberzehendner, Oberamts- und Bezirksgerichtsbeisitzer zu Joachimsthal in Böhmen, Adelsstand, „Edler von Zeileißen“, 1786.12.14 AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 602.8 Miessl von Zeileissen, Johann., k.k. Statthaltereirat, Eiserner Kronenorden III. Klasse, Ritterstand, 1883.07.26 AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 602.9 Miessl von Zeileissen, Karl, Ritter, Dr., k.k. Ministerialrat, Ablegung des Familiennamens, Wappenänderung, Bewilligung des Prädikats Hergetstein, 1915
Einzelnachweise
Kategorie:Österreichisches Adelsgeschlecht Kategorie:Böhmisches Adelsgeschlecht Kategorie:Stammliste Kategorie:Jáchymov