Cyrano ist eine Oper (Originalbezeichnung: „Heroic comedy in music“, „Heroische Komödie für Musik“) in drei Akten von Jack Beeson (Musik) mit einem Libretto von Sheldon Harnick nach Edmond Rostands Versdrama Cyrano de Bergerac. Sie wurde 1990 fertiggestellt und am 10. September 1994 in einer deutschen Fassung von Astrid Rech-Richey im Theater Hagen uraufgeführt.

Handlung

Erster Akt

Paris 1640. Halle des Hotel de Bourgogne

Die Halle wurde für eine Aufführung des Stücks Clorise von Balthazar Baro zu einem Theatersaal umgestaltet. Drei Kellnerinnen servieren Getränke. Zwei Dandys, die Marquis Valvert und Brisaille, ärgern sich, dass sie zu früh gekommen sind. Ein Taschendieb weist drei Lehrlinge in ihre Aufgaben ein. Kerzen werden angezündet. Lignière und der erst drei Wochen zuvor in Paris eingetroffene Christian de Neuvillette treten ein. Christian beabsichtigt, als Kadett in die Garde einzutreten. Er hofft, hier eine Dame wiederzusehen, in die er sich verliebt hat, ohne ihren Namen zu kennen. Der Marquis de Cuigy begrüßt seine Freunde Valvert und Brisaille, und die drei gesellen sich zu Christian und Lignière. Sie unterhalten sich mit den anwesenden intellektuellen Damen über das zu erwartende Schauspiel. Die Frauen halten nicht viel von Baros Arbeit, sondern bevorzugen Corneille. Ragueneau kommt hinzu und fragt die anderen nach Cyrano, einem exzentrischen Gardekadetten, der zugleich Dichter, Philosoph und Musiker sei, sich durch seinen Stolz und seine übergroße Nase auszeichne und jedem zum Duell fordere, der sich über letztere lustig mache. Der Schauspieler Montfleury wolle heute auftreten, obwohl ihm Cyrano für dreißig Tage die Bühne verboten habe.

Da bemerkt Christian in einer Loge seine Angebetete. Lignière identifiziert sie als Roxane, eine Cousine Cyranos. Bei ihr befindet sich der Graf de Guiche. In Paris kursiert das Gerücht, dass der verheiratete Graf sich in Roxane verliebt und dafür gesorgt habe, dass sie eine Scheinehe mit Valvert eingehe, damit die beiden ungestört die Nächte miteinander verbringen können. Lignière hat darüber ein Spottlied geschrieben, das inzwischen überall gesungen wird. Er verabschiedet sich, um ins Wirtshaus zu gehen. Als der Graf kurz darauf Valvert zu sich in die Loge lädt, will Christian ihn fordern. Doch da informiert ihn der Taschendieb darüber, dass der Graf Attentäter gedungen habe, die Lignière seiner Verse wegen ermorden sollen. Christian eilt fort, um seinem Freund beizustehen. Die Vorstellung beginnt mit dem Auftritt Montfleurys. Schon nach den ersten Worten unterbricht ihn eine Stimme aus der Menge – Cyrano will nicht zulassen, dass sein Auftrittsverbot missachtet wird. Er lässt sich auch nicht von den wütenden Rufen der Gäste abhalten, sondern schlägt drohend vor, dass alle, die auf Seiten Montfleurys stehen, vortreten sollen. Montfleury flieht, und Cyrano erstattet den Gästen großzügig das Eintrittsgeld. Von de Guiche angestachelt, versucht Valvert, Cyrano mit den Worten „Eure Nase ist ziemlich groß“ zu provozieren. Der antwortet mit einer langen Aufzählung geistvollerer Spöttereien, zieht seinen Degen und improvisiert beim Fechten eine poetische Ballade. Die Menge jubelt ihm zu.

Um Platz für eine Schauspielprobe zu schaffen, lässt Theaterdirektor Bellerose den Saal räumen. Ragueneau bittet Cyrano um ein Gespräch. Da dieser sein gesamtes Vermögen für die erstatteten Eintrittsgelder aufgebraucht hat, spendiert ihm eine der Kellnerinnen ein kleines Mahl, das Cyrano bescheiden annimmt. Ragueneau weist Cyrano auf die inzwischen stark angewachsene Liste seiner Feinde hin, darunter Valvert, de Guiche, Baro und Montfleury. Cyrano gesteht, dass er sich in seine Cousine Roxane verliebt habe, doch wegen seiner Nase nicht wage, sie anzusprechen. Montfleury dagegen stelle ihr nach, „wie ein Wurm klebt auf einer Blume“. Ragueneau weist ihn darauf hin, dass viele Frauen von seinem Mut und seinem Witz beeindruckt seien, und erinnert ihn an die Lobesrufe der intellektuellen Damen und an die Großzügigkeit der Kellnerin. Auch Roxane habe seinen Kampf mit Valvert mit Sorge verfolgt. Da erscheint Roxanes Zofe und teilt Cyrano mit, dass sich ihre Herrin am nächsten Morgen mit ihm treffen wolle. Jetzt ist Cyranos „Kampfgeist entfacht“. Er verspricht Lignière, der sich wegen der Drohung des Grafen nicht aus dem Haus traut, Schutz gegen die angekündigten zwei Dutzend Mörder, die er alleine besiegen wolle. Lignière singt übermütig sein Spottlied über den Grafen, in das die anderen einstimmen.

Zweiter Akt

Erste Szene. Ragueneaus Laden

Am frühen Morgen des nächsten Tages spielt Ragueneau mit einem Fleischspieß das Duell von Cyrano und Valvert nach. Währenddessen präsentieren ihm seine Lehrlinge verschiedene von ihnen zubereitete Lebensmittel. Nacheinander stellen sich Cyrano und Ragueneaus Frau Lise mit einem „stattlichen Musketier“ ein. Sie unterhalten sich über den siegreichen Kampf Cyranos gegen die Attentäter. Schließlich betreten auch Roxane und ihre Duenna den Laden. Cyrano gelingt es, die anderen zum Verlassen des Raumes zu bewegen, um mit Roxane allein zu sprechen. Roxane dankt ihm für seine Hilfe und gesteht ihm dann, dass sie insgeheim jemanden liebe, der es nicht wage, sie anzusprechen. Cyranos Hoffnung, dass sie ihn selbst meinen könnte, wird jedoch enttäuscht, als sie ihm Christians Namen nennt. Obwohl sie nie mit ihm gesprochen habe, scheinen ihr seine Augen „vor Klugheit“ zu strahlen und sein Antlitz „vor Verstand und Witz“ zu leuchten. Wortgewandtheit und Poesie sind ihr wichtiger als äußere Schönheit. Sie bittet Cyrano, Christian zu beschützen, da neu in seiner Kompanie sei und sie wegen der rauen Einweihungsrituale um ihn fürchte. Cyrano verbirgt seine eigenen Gefühle für Roxane und verspricht ihr, sich um Christian zu kümmern. Nachdem sie gegangen ist, erscheint Hauptmann Carbon de Castel Jaloux mit den Kadetten. Sie wollen Näheres über Cyranos Kampf erfahren. Die Marquis Cuigy und Brisaille melden den Grafen de Guiche, der vergeblich versucht, Cyrano in sein eigenes Gefolge abzuwerben. Ein Kadett bringt die durchlöcherten Hüte der von Cyrano besiegten Attentäter des Grafen herein. De Guiche erinnert Cyrano an Don Quixotes Kampf gegen die Windmühlen und geht mit den beiden Marquis empört ab. Einige der Kadetten weisen Christian auf Cyrano hin, den er sich zum Vorbild nehmen könne. Cyrano beginnt nun mit seiner Erzählung von den Geschehnissen der letzten Nacht. Um vor den Kameraden Eindruck zu machen, unterbricht ihn Christian mehrfach mit spöttischen Anspielungen an Cyranos Nase. Nachdem der das eine Weile ignoriert hat, schickt er die anderen Kadetten auf die Straße, die schon um das Leben Christians fürchten. Doch als Cyrano mit Christian allein ist, umarmt er ihn freundschaftlich und erzählt ihm von der Liebe seiner Cousine Roxane. Diese hoffe, schon morgen einen Liebesbrief von Christian zu erhalten. Als Christian ihm seine Ungeschicklichkeit mit Worten gesteht, bietet ihm Cyrano an, selbst den Brief für ihn zu verfassen. Sie werden gemeinsam um Roxane werben, und Cyrano kann seinen Gefühlen heimlich unter dem Namen Christians Ausdruck verleihen. Die anderen kehren zurück – verwundert über die Nachsichtigkeit Cyranos. Ein Musketier gibt probeweise eine Anspielung auf Cyranos Nase zum Besten und erhält sofort ein Blaues Auge.

Zweite Szene. Vor Roxanes Haus

Cyrano erscheint in Begleitung eines Trompeters vor Roxanes Haus. Diese schwärmt von den geistreichen Worten in Christians Liebesbrief (den in Wirklichkeit Cyrano verfasst hat). Sie erwartet, dass Christian beim nächsten Stelldichein über ein eigenes Themas improvisieren wird. Christian wagt es zunächst ohne Hilfe Cyranos. Seine Versuche werden von Roxane jedoch mit einer Ohrfeige quittiert, da sie sich von ihm verhöhnt fühlt. Cyrano verspricht ihm erneut seine Hilfe. Die beiden gehen fort.

Kurz darauf teilt de Guiche Roxane mit, dass er noch diese Nacht in den Krieg ziehen werde. Er sei zum Oberst ernannt worden und damit der Vorgesetzte der Kadetten einschließlich Christians, am dem er an der Front Rache üben werde. Roxane gibt vor, de Guiches Abreise zu bedauern und gewinnt so weit sein Vertrauen, dass sie ihn dazu überreden kann, die Kadetten zurückzulassen. Er geht, will aber am Abend noch einmal zu ihr zurückkehren.

Erneut erscheinen Christian und Cyrano vor Roxanes Balkon. Sie beauftragen den Trompeter, Wache zu halten und ein Signal zu geben, falls sich jemand nähern sollte. Beim Rendezvous souffliert Cyrano seinem Freund zunächst, übernimmt die zärtlichen Worte dann aber mit verstellter Stimme selbst. Roxane ist so begeistert davon, dass sie Christians Werben nachgibt und einen Kuss fordert. Da gibt der Trompeter das vereinbarte Zeichen. Ein Priester bringt eine Nachricht de Guiches, in dem dieser Roxane um eine Liebesnacht bittet. Roxane täuscht dem Priester vor, dass de Guiche in dem Brief sein Einverständnis zu ihrer Hochzeit mit Christian gebe. Sie geht mit Christian und dem Priester ins Haus, um die Zeremonie abzuhalten. Cyrano hält draußen de Guiche mit einem Bericht über eine angebliche Mondreise auf, bis das frisch verheiratete Paar aus dem Haus kommt. Der gefoppte de Guiche befiehlt Christian und Cyrano wütend den sofortigen Aufbruch an die Front. Cyrano verspricht Roxane, auf Christian achtzugeben.

Dritter Akt

Erste Szene. Die Belagerung von Arras

Die Kadetten von Hauptmann Carbon Jaloux halten einen Außenposten vor der von den Franzosen belagerten Stadt Arras. Mittlerweile sind spanische Truppen eingetroffen, die ihrerseits die Belagerer vom Nachschub abschneiden. Carbon hält Wache, während die Kadetten schlafen. Cyrano dagegen schmuggelt jede Nacht trotz der Gefahr angebliche Briefe Christians durch die feindlichen Linien zu Roxane. Allmählich erwachen die Kadetten. Um vom Hunger abzulenken, spielt ein Pfeifer ein melancholisches Lied der Gascogne. De Guiche erscheint und prahlt damit, dass ihm am Vortag gelungen sei, die Belagerung zu durchdringen und einen Trupp Feinde zu besiegen. Allerdings musste er dabei seine Schärpe im Feindesland zurücklassen. Cyrano ist unbeeindruckt – hat er doch ebendiese Schärpe bei seinem eigenen Ausflug zurückgewonnen. Da die Spanier beabsichtigen, in Kürze die Belagerung zu durchbrechen, müssen sich alle zum Kampf bereit machen. Christian bittet Cyrano, für ihn einen Abschiedsbrief an Roxane zu verfassen. Da nähert sich eine Kutsche. Es ist Roxane, die das feindliche Lager durchdringen konnte. Sie will auch im Augenblick der Gefahr bei Christian bleiben. Während Carbon ihr die einzelnen Kadetten vorstellt, informiert Cyrano Christian darüber, dass er weitaus mehr Briefe geschrieben habe als gedacht. Carbon bittet Roxane um ihr Halstuch, das er als Fahne verwenden will. Ragueneau steigt ebenfalls aus der Kutsche. Er hat reichlich Lebensmittel mitgebracht, und alle feiern ein letztes Mal vor der Schlacht. Roxane erklärt Christian, dass sie seine Briefe so sehr beeindruckt haben, dass sie ihn unbedingt wiedersehen musste. Äußere Schönheit interessiere sie nicht mehr, sondern nur noch sein Geist und seine Seele. Carbon schickt sie zu den Kadetten, die ihr persönlich danken wollen. Christian weiß nun, wie sehr Cyrano Roxane liebt. Er fordert seinen Freund auf, ihr seine Gefühle einzugestehen, damit sie zwischen ihnen beiden wählen könne. Als Roxane zurückkehrt, zieht er sich zurück, um Cyrano die Gelegenheit zu einem Gespräch zu geben. Roxane schwört Cyrano, dass sie Christian auch dann lieben würde, wenn sein Äußeres abstoßend und grotesk wäre. Gerade als Cyrano für sich selbst Hoffnung schöpft, beginnt die Schlacht. Christian fällt bereits durch die erste Salve. Roxane wirft sich schluchzend über seine Leiche. Cyrano nimmt sich vor, ihr niemals die Wahrheit über die Briefe zu offenbaren.

Zweite Szene. Epilog. Einige Jahre später. Park des Klosters der Schwestern des Kreuzes in Paris