Czerwonki [] () ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es gehört zur Gmina Mrągowo (Landgemeinde Sensburg) im Powiat Mrągowski (Kreis Sensburg).

Geographische Lage Czerwonki liegt am Westufer des Ixtsees () in der südlichen Mitte der Woiwodschaft Ermland-Masuren, vier Kilometer südöstlich der Kreisstadt Mrągowo ().

Geschichte Gegründet wurde das nach 1785 Zerwanken und bis 1930 Czerwanken genannte Dorf.Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Rotenfelde im Jahr 1559Czerwanken bei GenWiki Es bestand ursprünglich aus ein paar kleinen Höfen, später stieg seine Bedeutung mit der Errichtung einer Ziegelei, die einen Kilometer nördlich des Dorfes stand. Zwischen 1874 und 1945 war das Dorf in den Amtsbezirk Muntowen () eingegliedert,Rolf Jehke: Amtsbezirk Muntowen/Muntau der – 1938 in Amtsbezirk Muntau umbenannt – zum Kreis Sensburg im Regierungsbezirk Gumbinnen (ab 1905 Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung in den Volksabstimmungen in Ost- und Westpreussen am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Czerwanken stimmten 80 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 111

Am 28. Juli 1930 wurde Czerwanken in Rotenfelde umbenannt.

Als 1945 in Kriegsfolge das gesamte südliche Ostpreußen an Polen überstellt wurde, war auch Rotenfelde davon betroffen. Es erhielt die polnische Namensform Czerwonki und ist heute eine Ortschaft im Verbund der Gmina Mrągowo (Landgemeinde Sensburg) im Powiat Mrągowski (Kreis Sensburg), bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn (Allenstein), seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.

Einwohnerentwicklung Jahr Anzahl 1818 63 1867 125 1885 113 1898 115 1905 144 1910 152 1933 172 1939 154 2011 82Wieś Czerwonki w liczbach

Religion Evangelische Kirche Evangelischerseits war Czerwanken bzw. Rotenfelde bis 1945 in die evangelische Pfarrkirche Sensburg in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union eingepfarrt.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente. Göttingen 1968, S. 501. Auch heute besteht der Bezug Czerwonkis zum jetzt St.-Trinitatis-Kirche genannten Gotteshaus in der Kreisstadt, nun jedoch in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Katholische Kirche Auch katholischerseits bestand vor 1945 der Bezug zur Kreisstadt Sensburg und der dortigen Pfarrkirche St. Adalbert. Sie ist auch heute noch geistliches Zentrum für die Katholiken in Czerwonki, allerdings nun dem Erzbistum Ermland der polnischen katholischen Kirche zugeordnet.

Verkehr Zum Schienennetz der Polnischen Staatsbahn (PKP) gibt es für Czerwonki keine Anbindung. Trotz seiner abseitigen Lage ist Czerwonki jedoch gut über eine Nebenstraße zu erreichen, die die polnische Landesstraße 59 (einstige deutsche Reichsstraße 140) bei Wola Muntowska (Muntowenwolla) mit der Landesstraße 16 (frühere Reichsstraße 127) bei Probark (Neu Proberg) verbindet.

Einzelnachweise

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