Die Nepetoideae sind mit 3100 bis 3700 Arten die artenreichste Unterfamilie der Pflanzenfamilie der Lippenblütler (Lamiaceae). Es sind viele bekannte Heil- und Gewürzpflanzen wie Basilikum, Bohnenkraut, Lavendel, Minze, Oregano, Rosmarin, Salbei, Thymian, Ysop und Zitronenmelisse darunter.

Beschreibung und Inhaltsstoffe mini|links|Tribus Ocimeae: Illustration von Pycnostachys dawei

Vegetative Merkmale Es sind meist krautige Pflanzen, manchmal Sträucher oder selten Bäume. Viele Arten duften aromatisch. Die Stängel sind oft vierkantig. Die gegenständigen Laubblätter sind meist einfach oder selten zusammengesetzt.

Generative Merkmale Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig und zygomorph mit doppelter Blütenhülle (Perianth). Die fünf Kelchblätter sind verwachsen. Die fünf Kronblätter sind verwachsen, wobei die Krone zweilippig ist. Es sind vier Staubblätter vorhanden, wobei zwei zu Staminodien reduziert sein können. Die Blütenformel für die Arten der Nepetoideae lautet:

Dabei symbolisiert das Zeichen „|“ die Trennung durch zusätzliche Scheidewände.

Die dreikernigen Pollenkörner sind hexacolpat. Beim Embryo ist die Basis der Keimblätter (Kotyledonen) verlängert, wodurch das Hypokotyl und die Radicula größtenteils überdeckt sind. Die dreikernigen Pollenkörner besitzen eine hexacolpate Apertur.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe bei den Nepetoideae sind Rosmarinsäure und flüchtige Terpenoide. Es sind Nepetoidin A und B, niedrige Konzentrationen von Betainen sowie Iridoidglycoside und in der Epidermis der Blütenkelche prismatische Calciumoxalat-Kristalle vorhanden.

Systematik und Verbreitung mini|hochkant|Tribus Elsholtzieae: Collinsonia canadensis mini|hochkant|Tribus Elsholtzieae: Perilla frutescens mini|hochkant|Tribus Ocimeae: Anisochilus carnosus mini|hochkant|Tribus Ocimeae: Condea emoryi mini|hochkant|Tribus Ocimeae: Isodon longitubus mini|hochkant|Tribus Ocimeae: Lavandula multifida mini|hochkant|Tribus Ocimeae: Blüten des Basilikum (Ocimum basilicum) mini|hochkant|Tribus Ocimeae: Blütenstand von Orthosiphon aristatus mini|hochkant|Tribus Ocimeae: Sorten der Buntnessel (Plectranthus scutellarioides) mini|hochkant|Tribus Ocimeae: Syncolostemon obermeyerae mini|hochkant|Tribus Ocimeae: Tetradenia riparia mini|hochkant|Tribus Mentheae, Subtribus Lycopinae: Lycopus maackianus mini|hochkant|Tribus Mentheae, Subtribus Prunellinae: Drachenmaul (Horminum pyrenaicum) mini|hochkant|Tribus Mentheae, Subtribus Menthinae: Acanthomintha ilicifolia mini|hochkant|Tribus Mentheae, Subtribus Menthinae: Zymorphe Blüten von Acinos corsicus mini|hochkant|Tribus Mentheae, Subtribus Menthinae: Bystropogon origanifolius mini|hochkant|Tribus Mentheae, Subtribus Menthinae: Die Quendelblättrige Bergminze (Clinopodium thymifolium) ist durch den hohen Bestandteil ätherischer Öle eine besonders aromatische Art mini|hochkant|Tribus Mentheae, Subtribus Menthinae: Goldmelisse (Monarda didyma) mini|hochkant|Tribus Mentheae, Subtribus Menthinae: Ziziphora capitata mini|hochkant|Tribus Mentheae, Subtribus Salviinae: Rosmarin (Rosmarinus officinalis) mini|hochkant|Tribus Mentheae, Subtribus Salviinae: Zygomorphe Blüte von Salvia transsylvanica mini|hochkant|Tribus Mentheae, Subtribus Nepetinae: Ausschnitt aus einem Blütenstand von Agastache anisata mit zygomorphen Blüten, deutlich zu erkennen ist der in zwei Narben endende Griffel mini|hochkant|Tribus Mentheae, Subtribus Nepetinae: Balsamstrauch (Cedronella canariensis) mini|hochkant|Tribus Mentheae, Subtribus Nepetinae: Gundermann (Glechoma hederacea) mini|hochkant|Tribus Mentheae, Subtribus Nepetinae: Ysop (Hyssopus officinalis)

Die Unterfamilie der Nepetoideae enthält etwa 105 (bis 130) Gattungen mit 3600 bis 3700 Arten. Alle bisher durchgeführten molekulargenetischen Untersuchungen bestätigten, dass die Unterfamilie Nepetoideae monophyletisch ist. Die artenreichste Gattung ist Salbei (Salvia) mit etwa 900 Arten.

Die Unterfamilie der Nepetoideae wurde nach Cantino et al. 1992 in die vier Tribus Elsholtzieae , Lavanduleae , Mentheae und Ocimeae gegliedert. Nach Harley & al. 2004 gibt es nur drei Tribus, denn nach deren Veröffentlichung werden die Lavanduleae in die Ocimeae eingegliedert:

Nicht in eine Tribus eingeordnet (incertae sedis) Ombrocharis : Sie enthält nur eine Art: Ombrocharis dulcis : Sie gedeiht in subtropischen immergrünen Wäldern in Höhenlagen von etwa 1300 Metern nur in der chinesischen Provinz Hunan.

Tribus Elsholtzieae Sie enthält fünf oder sechs Gattungen: Pferdemelissen (Collinsonia , Syn.: Hypogon , Diallosteira , Pleuradenia , Micheliella ): Die vier Arten sind vom östlichen Kanada über die nördlich-zentralen und östlichen USA verbreitet. Manchmal sind die asiatischen Arten der Gattung Keiskea enthalten. Kammminzen (Elsholtzia , Syn.: Aphanochilus , Cyclostegia , Paulseniella , Platyelasma ) Das Verbreitungsgebiet der etwa 40 Arten erstreckt sich von Sibirien über Zentralasien, China, die Mongolei und Ostasien sowie vom indischen Subkontinent über die Himalaya-Region und die Südostasiatische Halbinsel bis nach Malesien. Keiskea (manchmal in der Gattung Collinsonia): Die etwa sechs Arten sind von China bis Japan verbreitet. Mosla (Syn.: Orthodon nom. illeg.): Die etwa 14 Arten sind vom Kaukasusraum über den Himalaja bis zu den Kurilen sowie nördlichen Sumatera verbreitet. Perilla (Syn.: Dentidia ): Sie enthält nur eine Art: Perilla frutescens : Sie ist mit drei Varietäten vom Indischen Subkontinent über Primorye sowie Korea bis Japan verbreitet. Perillula : Sie enthält nur eine Art: Perillula reptans : Sie kommt in Japan vor.

Tribus Ocimeae Sie enthält etwa 44 Gattungen. Die größte Gattung Hyptis s. l. war polyphyletisch und wurde 2012 viele kleinere Gattungen gegliedert, die alle zur Subtribus Hyptidinae (bis zu 19 Gattungen) gehören.: Es gibt beispielsweise auch die Subtribus Ociminae .

Aeollanthus (Syn.: Aeolanthus orth. var., Bovonia , Icomum , Oxyotis ): Die etwa 44 Arten sind vom tropischen bis ins südliche Afrika verbreitet. Alvesia (Syn.: Plectranthastrum ): Die etwa drei Arten sind im tropischen Zentral- und Ostafrika verbreitet. Anisochilus (Syn.: Stiptanthus ): Die etwa 17 Arten sind vom tropischen Asien bis China verbreitet. Asterohyptis : Die nur vier Arten sind Mexiko bis Zentralamerika und auf karibischen Inseln verbreitet. (gehört zur Subtribus Hyptidinae) Basilicum (Syn.: Lehmannia , Lumnitzera nom. illeg., Moschosma , Perxo ): Sie enthält nur eine Art: Basilicum polystachyon : Sie ist vom tropischen bis südlichen Afrika, auf Inseln des westlichen Indischen Ozeans, den Tropen und Subtropen Asiens bis in das nördliche Australien verbreitet. Benguellia : Sie enthält nur eine Art: Benguellia lanceolata : Sie kommt in Angola vor. Cantinoa (vor 2012 in Hyptis und gehört zur Subtribus Hyptidinae): Die etwa 26 Arten sind in der Neotropis verbreitet. Capitanopsis : Die nur drei Arten sind in Madagaskar verbreitet. Catoferia (Syn.: Catopheria orth. var.) Condea (vor 2012 in Hyptis und gehört zur Subtribus Hyptidinae): Die etwa 27 Arten sind in der Neotropis verbreitet. Cyanocephalus (vor 2012 in Hyptis und gehört zur Subtribus Hyptidinae): Die etwa 25 Arten sind in Kuba und von Brasilien bis Paraguay verbreitet. Dauphinea : Sie enthält nur eine Art: Dauphinea brevilabra : Sie kommt im südöstlichen Madagaskar vor. Endostemon (Syn.: Pseudocimum , Puntia ): Die etwa 20 Arten sind vom tropischen bis ins südliche Afrika und in Indien verbreitet. Eplingiella (vor 2012 in Hyptis und gehört zur Subtribus Hyptidinae): Die nur zwei Arten sind im östlichen Brasilien verbreitet. Eriope : Das weite Verbreitungsgebiet der etwa 30 Arten erstreckt sich im tropischen Südamerika von Kolumbien über Venezuela, Französisch-Guyana, Brasilien und Bolivien bis Paraguay. (gehört zur Subtribus Hyptidinae) Eriopidion (manchmal in Eriope ): (gehört zur Subtribus Hyptidinae): Sie enthält nur eine Art: Eriopidion strictum : Sie ist im nordöstlichen Venezuela sowie nordöstlichen Brasilien verbreitet. Fuerstia : Die etwa neun Arten sind im tropischen Afrika verbreitet. Gymneia (vor 2012 in Hyptis und gehört zur Subtribus Hyptidinae): Die etwa fünf Arten sind von Brasilien bis Bolivien verbreitet. Hanceola (Syn.: Hancea ): Die etwa acht Arten sind in China verbreitet, wobei einige Arten ein relativ begrenztes Verbreitungsgebiet besitzen. Haumaniastrum (manchmal in Acrocephalus ): Die etwa 35 Arten sind vom tropischen bis ins südliche Afrika und in Madagaskar verbreitet. Hoslundia (Syn.: Haaslundia , Micranthes ): Sie enthält nur eine Art: Hoslundia opposita : Sie ist vom tropischen bis ins südliche Afrika und in Madagaskar verbreitet. Hypenia : Die etwa 25 Arten sind vom nördlichen Südamerika bis Brasilien verbreitet. Hyptidendron (Syn.: Siagonarrhen ): Die etwa 16 Arten sind im tropischen Südamerika verbreitet. Hyptis (Syn.: Hypothronia , Peltodon ) (gehört zur Subtribus Hyptidinae): Die etwa 200 (früher bis zu 400) Arten sind hauptsächlich in der Neotropis verbreitet und wenige Arten kommen auch im tropischen westlichen bis westlichzentralen Afrika vor. Isodon (Syn.: Amethystanthus , Dielsia nom. illeg., Homalocheilos , Rabdosia , Skapanthus ): Die etwa 104 Arten sind in der Paläotropis verbreitet. Lavendel (Lavandula , Syn.: Fabricia , Styphonia , Chaetostachys , Sabaudia , Isinia , Stoechas ): Die etwa 36 Arten sind von Makaronesien über den Mittelmeerraum und in Indien verbreitet. Leptohyptis (vor 2012 in Hyptis und gehört zur Subtribus Hyptidinae): Die etwa fünf Arten sind im östlichen Brasilien verbreitet. Marsypianthes (gehört zur Subtribus Hyptidinae): Die etwa fünf Arten sind in der Neotropis verbreitet. Martianthus (vor 2012 in Hyptis und gehört zur Subtribus Hyptidinae): Die etwa vier Arten sind vom nordöstlichen Brasilien bis Peru verbreitet. Medusantha (vor 2012 in Hyptis und gehört zur Subtribus Hyptidinae): Die etwa acht Arten sind in Brasilien verbreitet. Mesosphaerum (vor 2012 in Hyptis und gehört zur Subtribus Hyptidinae, Syn.: Brotera nom. illeg., Gnoteris nom. superfl., Schaueria nom. illeg.): Die etwa 23 Arten sind in der Neotropis verbreitet. Basilikum (Ocimum , Syn.: Becium , Erythrochlamys , Hyperaspis , Nautochilus ) Die etwa 60 Arten gedeihen in den Subtropen bis Tropen und sind hauptsächlich im gemäßigten Afrika sowie in Südamerika verbreitet. Oocephalus (vor 2012 in Hyptis und gehört zur Subtribus Hyptidinae): Die etwa 14 Arten sind von Brasilien bis Bolivien verbreitet. Orthosiphon (Syn.: Clerodendranthus ): Die 34 bis 40 Arten sind vom tropischen bis südlichen Afrika sowie im nordöstlichen Australien und in Kolumbien verbreitet. Physominthe (vor 2012 in Hyptis und gehört zur Subtribus Hyptidinae): Sie enthält nur eine Art: Physominthe vitifolia : Sie ist im westlichzentralen sowie östlichen Brasilien verbreitet. Platostoma (Syn.: Acrocephalus , Ceratanthus , Geniosporum , Hemsleia , Limniboza , Mesona , Nosema , Octomeron ) Das weite Verbreitung reicht vom tropischen, subtropischen sowie südlichen Afrika und von China über die Südostasiatische Halbinsel, Malesien und Papua-Neuguinea bis nach Australien. Platostoma palustre Harfensträucher (Plectranthus , Syn.: Ascocarydion , Briquetastrum , Burnatastrum , Calchas , Capitanya , Coleus , Dielsia non , Englerastrum , Germanea , Holostylon , Isodictyophorus , Leocus , Majana , Mitsa , Neohyptis , Neomuellera , Perrierastrum , Psythirhisma nom. illeg., Rabdosiella , Saccostoma , Solenostemon , Symphostemon ): Die etwa 325 Arten sind in der Paläotropis verbreitet. Pycnostachys (Syn.: Echinostachys ): Die etwa 36 Arten sind vom tropischen bis ins südliche Afrika und in Madagaskar verbreitet. Rhaphiodon (Syn.: Raphiodon orth. var.): Sie enthält nur eine Art: Rhaphiodon echinus kommt im östlichen Brasilien vor. Siphocranion : Die nur zwei Arten sind vom östlichen Himalaja (eine Art) bis ins südliche China (beide Arten) verbreitet.