Christiane Conrad (* 1949 in Gießen) ist eine deutsche Malerin, die sich mit monochromer Malerei befasst.

Leben Christiane Conrad wurde 1949 in Gießen geboren. Von 1984 bis 1990 absolvierte sie ein Studium der Malerei an der Hochschule der Künste in Berlin. Im Jahr 1990 wurde sie als Meisterschülerin von Walter Stöhrer anerkannt. Christiane Conrad ist Mitglied im Deutschen Künstlerbund und lebt und arbeitet in Berlin.

Künstlerisches Werk mini|Ins Freie - Pink, 2013, Öl auf Leinwand, 150 × 140 cm

1992 entschied sie sich für die monochrome Malweise, da sie sich ganz auf das Thema der Farbe und ihrer Wirkung konzentrieren wollte. Sie arbeitet mit Ölfarben, die sie aus mehreren Farbtönen mischt, und mit einem Spachtel anstelle eines Pinsels auf die Leinwand aufträgt.

Die Farbe ist in ihrer Struktur pastos angelegt und wird von ihr in vertikalen Farbbahnen auf der Leinwand aufgetragen, zum Teil reicht der Spachtelstrich über die Oberfläche hinaus.

Mit jeder Lage trägt sie eine neue Variante des gewählten Farbtons auf – bis zu zehn Lagen in einem einzigen Werk. Sowohl durch die verschiedenen Farbbahnen als auch durch die unterschiedlichen Nuancen des Farbtons entsteht eine Art flaches Relief auf der Leinwand: Da diese materiellen Kanten ein Relief bilden, werden sie abhängig vom Lichteinfall und vom Blickpunkt unterschiedlich gesehen: die Reliefkante kann als solche wahrgenommen werden, als Grat, genauso aber kann dieser Grat dadurch, dass er, bei schrägem Lichteinfall, stark erhellt oder verdunkelt ist, durch Licht oder Schatten so stark gezeichnet sein, dass wir eine Licht- oder eine Schattenlinie wahrnehmen. Das ermöglicht ein negativ-positives Umschlagen: die Lichtzeichnung kann in eine Schattenzeichnung umschlagen, oder, noch radikaler, die Erhebung kann als Vertiefung sichtbar werden: dann erscheinen die Grate als Risse oder Brüche in der Farbfläche.

So strahlt einerseits das einzelne Werk – beim Blick auf die Gesamtfläche – durch die Beschränkung auf eine Farbe sehr viel Ruhe aus. Andererseits werden – im Detailblick auf die Oberfläche des jeweiligen Bildes – Schwingungen sichtbar, die mit dem Phänomen der Wahrnehmung spielen und sich beim Betrachten aus unterschiedlichen Winkeln, oder unterschiedlichen Licht- und Raumverhältnissen ständig verändern und damit der vermeintlichen Ruhe kreativ widersprechen.

Die Museumsprojekte mini|Ausstellung Mo-No-Chrom, Mies van der Rohe Haus, Berlin 2010, Raumansicht: Das Blaue, Hellblaugrau, 2010, je 150 × 140 cm, Öl auf Leinwand 2007: Christiane Conrad - Spezifische Werke: Raum 1.14, Staatliches Museum Schwerin, Schwerin, Deutschland Die Reihe Spezifische Werke ist eine wiederkehrende Aktion des Museums, zu der auch schon andere Künstler wie Ben Vautier, Werner Reiterer Ute Heuer und A K Dolven Beiträge angefertigt haben. Conrad schuf insgesamt 18 Klein- und 2 Großformate als Reflexion auf die bereits dort ausgestellten großformatigen Werke des Malers Icke Winzer und den Skulpturen der Bildhauerin Rachel Whiteread.Susanne Fiedler: Spezifische Werke: Raum 1.14 In: Mitteilungen des Museumsverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Jahrgang 16, 2007, S. 30–33 Dazu studierte sie ausführlich die Arbeiten der beiden Künstler. Ihre Entscheidung, ihre Werke in unterschiedlichen Blaugrautönen zu gestalten, ist eine Reflexion der Farbtöne in den Werken von Icke Winzer und Rachel Whiteread und der Architektur des Raumes 1.14. Durch ihre Konzentration auf eine einzige Farbe mit unterschiedlichen Nuancen wirken die Werke wie eine Art Betonung der verwendeten Farben der beiden Künstler und bilden eine Art musikalischer Wiederholung und Paraphrasierung des Gesehenen. Die Serie für den Raum 1.14 ist in ihrer Präsenz Dialog und eigenständige Werkgruppe zugleich.

2010: Christiane Conrad: Mo-No-Chrom, Mies van der Rohe Haus, Berlin, Deutschland Für das Mies von der Rohe Haus in Berlin konzipierte sie eine 7-teilige Reihe in den Farben der Lichtreflexe vom Garten, die sich auf den Wänden spiegeln. Die erste Arbeit im Farbton Blau ist ein Verweis auf die idyllische Umgebung des an einem See gelegenen Museums. Christiane Conrad: Ich habe nach Farben gesucht, die die Transparenz des Hauses aufgreifen. Nach meiner Beobachtung gibt es hier keine wirkliche Grenze zwischen Innenraum und Garten. Mich interessiert, was dadurch farblich im Innenraum passiert. Bei genauem Hinsehen, werden ganz lichte Farbnuancen auf den weißen Wänden der Innenräume sichtbar. Das Grün des kleinen Walnussbaumes auf der Terrasse und der Garten scheinen kaum sichtbare pastellfarbige Reflexe auf den Wänden zu erzeugen. Für mich trägt dies zur Atmosphäre des Hauses bei.

mini|Ausstellung Widerschein Angermuseum Erfurt, 2015, Raumansicht. Farbfeldmalerei zu Das Tal von Cadore in den italienischen Alpen von Friedrich Nerly um 1836 (Gemälde Mitte oben). Ganz links: Edward Theodore Compton, Der Großglockner mit Pasterze, Mitte unten: Anselm Feuerbach, In den Alpen des Trentino 2015: Widerschein – Die Farbfeldmalerin Christiane Conrad begegnet der Landschaftskunst des Angermuseums, Angermuseum, Erfurt, Deutschland In der Gemäldegalerie des Angermuseums in Erfurt finden sich vorwiegend Werke von Landschaftsmalern wie Friedrich Nerly, Erich Heckel, Carl Hummel, Carl Schuch und Paul Baum. Conrad griff in ihren speziell für die Ausstellung erstellten Werken auf die zentrale Farbe dieser einzelner Werke zurück und übersetzte diese in ihre monochrome Malerei. Der Direktor des Museums, Kai Uwe Schierz, erläutert die Wechselwirkung der beiden so unterschiedlichen Ebenen von Kunst auf den Betrachter: Man stelle sich vor die monochromen Feldmalereien, sauge die Farbe auf, gewöhne sich an ihren Anblick. Dann trete man zwei Schritte zur Seite und schaue auf das Hummel-Bild: Und? 'Man sieht den Himmel anders', findet der Direktor; den Himmel von Hummel. Die grünen Bestandteile auf der linken, die blauen auf der rechten Seite treten in ein Wechselspiel mit Conrads Leinwänden.

Werke in öffentlichen Sammlungen Karl Ernst Osthaus-Museum, Hagen Staatliches Museum, Schwerin Kunstcollectie ministerie van Buitenlandse Zaken (Außenministerium), Den Haag Regierungspräsidium Karlsruhe Museum Pfalzgalerie, Kaiserslautern Antal-Lusztig Collection, Debreczen, Ungarn Sammlung Siegfried Grauwinkel, Berlin

Einzelausstellungen (Auswahl) 2000: Christiane Conrad: Malerei, Kunstraum Galerie im Turm, Berlin, Deutschland 2002: Werkauftrag des Karl Ernst Osthaus-Museum, Hagen, Deutschland 2007: Christiane Conrad – Malerei, Galerie Jochen Höltje, Tübingen, Deutschland 2007: Christiane Conrad – Spezifische Werke: Raum 1.14, Staatliches Museum Schwerin, Schwerin, Deutschland 2008: Christiane Conrad – Malerei, Galerie Feurstein, Raum aktueller Kunst, Feldkirch, Österreich 2009: Christiane Conrad – Schilderijen, Galerie Hein Elferink, Staphorst, Niederlande 2009: Christiane Conrad, Galerie nihil nisi, Berlin, Deutschland 2009: Farbräume, Schloss Rotenfels, Gaggenau, Deutschland 2010: Christiane Conrad: Mo-No-Chrom, Mies van der Rohe Haus, Berlin, Deutschland 2011: Christiane Conrad: Zeichnung und Malerei, Galerie Peter Dittmar, Berlin, Deutschland 2013: Christiane Conrad: Neue Arbeiten, Galerie Klaus Braun, Stuttgart, Deutschland 2015: Widerschein – Die Farbfeldmalerin Christiane Conrad begegnet der Landschaftskunst des Angermuseums, Erfurt, Deutschland 2017: Nur die Farbe zählt, Galerie Klaus Braun, Stuttgart, Deutschland

Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl) 2000: Accrochage, Mies van der Rohe-Haus, Berlin, Deutschland 2002: Colour – A Life of its Own. Ungarische und internationale monochrome Malerei, Kunsthalle Budapest, Budapest, Ungarn 2003: Seeing Red–Contemporary Nonobjective Painting, Werke aus der Sammlung des Karl Ernst Osthaus-Museum, Hagen, Hunter College Gallery, New York, USA 2004: Die Farbe hat mich II–Neuerwerbungen des Karl Ernst Osthaus-Museum, Hagen, 2005: Christiane Conrad, Malerei – Thomas Brummett, Fotografie, Museum Pfalzgalerie, Kaiserslautern, Deutschland 2005: Christiane Conrad, A. Paola Neumann, Frank Piasta, Verein für Aktuelle Kunst/Ruhrgebiet e. V., Oberhausen, Deutschland 2007: Christiane Conrad und Matthias Lutzeyer, Galerie Klaus Braun, Stuttgart, Deutschland 2009: Magie der Farbe – Pastose Malerei, Farbmaterie, Farbräume, Kunsthalle Dominikanerkirche, Osnabrück, Deutschland 2009: Farbe konkret, Kunstverein Tiergarten, Berlin 2010: Drei Positionen aktueller Farbmalerei, Kunstquartier Bethanien, Berlin, Deutschland 2011: Colour and Paint, Kunstverein Kunsthaus Potsdam, Potsdam, Deutschland 2013: 30 Jahre Sammlung Grauwinkel, Vasarely-Museum, Budapest, Ungarn 2013: Christiane Conrad, Edda Jachens, Jens Trimpin, Galerie Veronica Kautsch, Michelstadt, Deutschland 2013: Ausstellung der Nominierten für den Perron-Kunstpreis 2013 der Stadt, Frankenthal, Deutschland 2014: Christiane Conrad – Eckhart Steinhauser, Galerie Julia Philippi, Heidelberg, Deutschland 2015: Dick aufgetragen: Christiane Conrad und Matthias Lutzeyer, Galerie Veronica Kautsch, Michelstadt, Deutschland 2015: Arbeiten auf Papier, Galerie Klaus Braun, Stuttgart, Deutschland 2016: Christiane Conrad en Alexandra Roozen, Galerie Hein Elferink, Staphorst, Niederlande 2016: Monochrom, Sebastian Fath Contemporary, Mannheim, Deutschland 2017: Von der Ungleichheit des Ähnlichen in der Kunst, Galerie Appel, Frankfurt, Deutschland 2017: Kein Thema, Kunstverein Kunsthaus Potsdam, Potsdam, Deutschland 2017: Ausstellung der Nominierten zum Kahnweilerpreisträger 2017, Rockenhausen, Deutschland

Literatur

Weblinks Christiane Conrad bei artfacts.net Website von Christiane Conrad

Einzelnachweise

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