Die Kirche Maria Mutter der Kirche in Baranowo ist ein Bauwerk aus dem beginnenden 20. Jahrhundert. Sie diente bis 1945 als zentrales Gotteshaus für das evangelische Kirchspiel Barranowen (auch Baranowen, 1938–1945 Hoverbeck) in Ostpreußen und ist heute katholische Pfarrkirche von Baranowo in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.
Geographische Lage Baranowo liegt in der südlichen Mitte der Woiwodschaft Ermland-Masuren an der polnischen Landesstraße 16 (frühere deutsche Reichsstraße 127) zwischen den Städten Mrągowo () und Mikołajki (Nikolaiken). Die Kirche steht im Südosten des Dorfzentrums im Süden der Hauptstraße.
mini|rechts|Blick in den Kirchenraum mini|rechts|Blick auf den Altar Kirchengebäude Barranowen erhielt im Jahr 1907 ein eigenes evangelisches Gotteshaus, das am Erntedankfest (6. Oktober) feierlich eingeweiht wurde.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2 Bilder ostpreussischer Kirchen. Göttingen 1968, S. 139. Das eklektizistische Bauwerk steht auf einer von einer Feldsteinmauer befestigten kleinen Anhöhe. Dem Kirchenschiff ist der Turm mit Haube vorgesetzt und ein Chor angesetzt.
Die Außenwände des Gebäudes sind mit einem hellen Anstrich versehen. Im Innenraum ist der Altar mit Bildwand (das Original wurde nach 1945 ausgewechselt) steht in der Mitte des Chorraums, links davor der Taufstein. Am rechten Übergang vom Altarraum zum Schiff befand sich ursprünglich die Kanzel. Das gesamte Kirchenschiff wird durch eine gewölbte Holzdecke überdeckt.
Nach Übernahme durch die katholische Kirche nach 1945 wurde das Gotteshaus verschiedene Male baulich verändert und den jetzigen liturgischen Zwecken entsprechend gestaltet.Pfarrei Baranowo/Bistum Ełk Die Kirche führt nun den Namen „Maria Mutter der Kirche“.
Kirchen-/Pfarrgemeinde Evangelische Kirchengemeinde Kirchengeschichte Die anwachsende Einwohnerzahl machte es nötig, in der Region zwischen Sensburg und Nikolaiken für kirchliche Entlastung zu sorgen. Im Jahre 1902 wurde eine eigene Kirchengemeinde in Barranowen (1938 bis 1945 in „Hoverbeck“ umbenannt) gebildetWalther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente. Göttingen 1968, S. 501., wobei man die Kirchspielorte aus den Gemeinden Sensburg und Nikolaiken umpfarrte. Es entstand ein mehr als 20 Orte bzw. Wohnplätze umfassender Pfarrsprengel. In den ersten Jahren gab es in Barranowen noch keine Kirche. Am Erntedankfest 1907 schließlich konnte ein Gotteshausneubau in Dienst genommen werden.
Die Kirchengemeinde Barranowen war ohne Kirchenpatronat. Sie zählte im Jahr 1925 insgesamt 2.700 Gemeindeglieder und gehörte bis 1945 zum Kirchenkreis Sensburg in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union. Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung setzten dem evangelischen Kirchenleben in dem nach 1945 Baranowo genannten Ort ein Ende. Heute hier wieder lebende wenige evangelische Kirchenglieder gehören nun zur Kirche in Mikołajki innerhalb der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Kirchspielorte Zum Kirchspiel Barranowen (Hoverbeck)Evangelisches Kirchspiel Hoverbeck (Barranowen) – AGOFF gehörten von 1902 bis 1945 insgesamt 26 Orte und Ortschaften:Der * kennzeichnet einen Schulort.
Ortsname Geänderter Name (1938 bis 1945) Polnischer Name Ortsname Geänderter Name(1938 bis 1945) Polnischer Name *Barranowen Hoverbeck Baranowo Nadafken Kuppenhof Nadawki Eichelswalde Świnie Oko Neu Kossewen *Faszen Fasten Faszcze Nowinnen Nowiny Grabnick Grabnik *Ober Kossewen Oberrechenberg Kosewo Górne Groß Maitz Ober Proberg Probark Górny Inulzen Neufasten Inulec Pfeilswalde Pilnic Klein Maitz Majcz Mały Sawadden Balz Zawada Klein Schnittken Śmietki Małe Schnittken Śmietki *Kossewen Rechenberg Kosewo Schnittker Mühle Kutzen Kucze Vollmarstein Nowe Nadawki *Lindendorf Lipowo *Wessolowen (ab 1929) Wesselhof Wesołowo Lissuhnen Lisiny Wiesenau Małoszewo Ludwigshof Śmietki Małe Zudnochen Siebenhöfen Cudnochy
Pfarrer An der Kirche Barranowen taten zwischen 1902 und 1945 pfarramtlichen Dienst:Friedwald Moeller: Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945. Hamburg 1968, S. 20. Friedrich Brenner, 1902–1910 Oskar Losch, 1911–1945
Kirchenbücher Die Kirchenbuchunterlagen des Kirchspiels Barranowen/Hoverbeck sind nahezu vollständig erhalten und werden im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin-Kreuzberg aufbewahrt:Christa Stache: Verzeichnis der Kirchenbücher im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin, Teil I Die östlichen Kirchenprovinzen des Evangelischen Kirche der altpreußischen Union. 3. Auflage. Berlin 1992, S. 23. Taufen: 1902 bis 1944 Trauungen: 1902 bis 1944 Begräbnisse: 1920 bis 1944.
Zu diesen Unterlagen gibt es Namensverzeichnisse. Außerdem werden Gefallenenlisten aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg aufbewahrt.
Katholische Pfarrgemeinde Kirchengeschichte Vor 1945 lebten nur sehr wenige Katholiken in der Region Barranowen/Hoverbeck. Sie waren in die St.-Adalbert-Kirche in Sensburg eingepfarrt, die zum Dekanat Masuren II (Sitz: Johannisburg, ) im Bistum Ermland gehörte. Nach 1945 siedelten sich in Baranowo zahlreiche polnische Neubürger an, die fast ausnahmslos katholischer Konfession waren und hier eine kirchliche Gemeinschaft bildeten, die die bisher evangelische Kirche als ihr Gotteshaus nutzte. Im Jahr 1984 wurde in Baranowo eine katholische Pfarrei gebildet. Sie ist eingebettet in das Dekanat Mikołajki im Bistum Ełk der polnischen katholischen Kirche. Zugeordnet ist die Filialgemeinde in Zełwągi (Selbongen).
Pfarrer Als Priester wirkten an der Kirche „Maria-Mutter-der-Kirche“ in Baranowo:Pfarrerliste der Pfarrei Baranowo Jerzy Jaskuła, 1984–1990 Stanisław Diaków, 1990–2002 Tadeusz Kulesza, 2002–2016 Dariusz Jasiulewicz, seit 2016
Kirchenbücher Die Kirchenbücher liegen seit dem Jahre 1979 vor.
Verweise Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Erbaut 1907 Kategorie:Kirchengebäude des Eklektizismus Kategorie:Umgewidmetes Kirchengebäude Kategorie:Maria-Mutter-der-Kirche-Kirche Kategorie:Kirchengebäude im Bistum Ełk Kategorie:Kirchengebäude in der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Kulturdenkmal in der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Mikołajki