Menachem ben Jakob ben Salomo ben Menachem, auch: Menachem von WormsIn einer Handschrift wird er als Menachem ben Jakob de Lutra (Kaiserslautern) bezeichnet. Dies könnte auf den Geburtsort hinweisen (Zunz, S. 294). (gestorben: 16. April 1203 in Worms), wurde durch seine synagogale Dichtung bekannt. Seine Grabinschrift bezeichnet ihn als „Gesetzeslehrer, Prediger und Dichter“.Zunz, S. 295.Epidat: Jüdischer Friedhof Worms. Inv.-Nr. wrm-181. Hier: „Gesetzeslehrer, Ausleger und Dichter“
Leben Sein Lehrer war Efraim ben Isaak ca. (1110–1175).Elbogen: Germania Judaica 1. S. 452. Er gehörte zu den drei Gelehrten, die am Ende des 12. Jahrhunderts das rabbinische Gericht von Worms bildeten. Die beiden anderen waren Eleasar ben Juda ben Kalonymos und Qalonymus ben Gerschom.Kanarfogel, S. 40, 50.
Von Menachem sind vor allem Klagelieder erhalten. Eines seiner Gedichte hat eine kurze Belagerung von Worms durch König Otto IV. vom 10. bis 13. Februar 1201Nach Fischer, S. 191, vom Samstag, den 4. Adar, bis zum 7. Adar. zum Thema.Veröffentlicht bei Fischer, S. 189–192. Danach ergriff auch die Jüdische Gemeinde Worms die Waffen und beteiligte sich an der Verteidigung der Stadt.Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre. S. 52. Darüber hinaus war Menachem ein Spezialist für die Halacha.Elbogen: Germania Judaica 1. S. 452. Allerdings ist diesbezüglich der Überlieferungsbestand gering.Kanarfogel, S. 74. Ein Werkverzeichnis mit 33 Positionen ist bei Zunz veröffentlicht,Zunz, S. 295–298. eine Würdigung bei Karfogel.Kanarfogel, S. 423–426.
Menachem wurde auf dem Jüdischen Friedhof in Worms, dem Heiligen Sand, bestattet. Der Grabstein ist erhalten.Epidat. Dokumentation zum Grabstein.
Literatur Ismar Elbogen u. a. (Hrsg.): Germania Judaica 1: Von den ältesten Zeiten bis 1238. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1963. Herbert Fischer: Die verfassungsrechtliche Stellung der Juden in den deutschen Städten während des 13. Jahrhunderts = Untersuchungen zur deutschen Staats- und Rechtsgeschichte 140. Breslau 1931. ND: Scientia, Aalen 1969. Ephraim Kanarfogel: The Intellectual History and Rabbinic Culture of Medieval Ashkenaz. Wayne State University Press, Detroit 2013, ISBN 978-0-8143-3024-1. Ludwig Lewysohn: Eine Gelehrtenfamilie aus dem 11. und 12. Jahrhundert. In: Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. 1856 (Heft 11) S. 421. Fritz Reuter: Warmaisa: 1000 Jahre Juden in Worms. 3. Auflage. Eigenverlag, Worms 2009, ISBN 978-3-8391-0201-5. Leopold Zunz: Literaturgeschichte der synagogalen Poesie. ND der Ausgabe Berlin 1865: Georg Olms, Hildesheim 1966.
Weblinks Epidat: Jüdischer Friedhof Worms. Inv.-Nr. wrm-181.
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Jüdische Literatur Kategorie:Person des Judentums (Worms) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren im 12. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1203 Kategorie:Mann