Touré Kunda ist eine aus dem Senegal stammende Band, die westafrikanische Weltmusik darbietet. Die Gruppe hat auch mit Carlos Santana und den Talking Heads zusammengearbeitet.
Geschichte Der Kern der Gruppe waren die Geschwister Ismaïla (1950–2023) und Sixu Tidiane Touré (* 1950), die durch ihren älteren Bruder Amadou Touré (1943–1983) angeleitet wurden. 1973 migrierte Ismaïla Touré nach Frankreich, wo er bald mit Wasis Diop spielte. Sein jüngerer Bruder Sixu folgte 1977. Gemeinsam gründeten sie eine erste Band, nur mit französischen Musikern. Sie traten zunächst im Hippodrome de Pantin bei dem von dem Aktivisten Mamadou Konté initiierten Festival Africa Fête auf, dann im Théâtre Dunois, das sie einen Monat lang besetzten (dokumentiert vom Fernsehsender FR3). 1979 erschien ihr erstes Album Mandinka dong, allerdings noch unter den Namen der beiden Brüder, Ismaïla und Sixu Touré.
Im selben Jahr kam ihr Bruder Amadou Touré ebenfalls nach Paris, wo sie 1980 ihr erstes Album Ismaïla do Sixu veröffentlichten, nun als Touré Kunda (). Die Band sang in verschiedenen Sprachen Westafrikas. Die musikalischen Haupteinflüsse ihrer Songs sind Mbalax und Reggae; diese verband Touré Kunda zu einem eigenen Stil, den sie Djambaadong nannten.
1983 starb Amadu Touré, der als Bandleader fungierte, an einem Herzinfarkt. Die Übriggebliebenen vereinten sich mit ihrem jüngeren Bruder Ousemane und entschlossen sich nach dem Tribut-Album Amadou-Tilo weiterzumachen. Später kam auch Hamadou Touré in die Band.
Touré Kunda sind vor allem in Frankreich und Westafrika bekannt; vom Album Live Paris Ziguinchor verkaufte sich mehr als eine Viertelmillion Exemplare. Ihren größten Erfolg in anderen Ländern verzeichneten sie bei der Teilnahme an Santanas Titel Africa Bamba (von dessen Album Supernatural).
Die Gruppe engagierte sich auch politisch; sie trat für die Rechte der Migranten ein und unterstützte die Dekade für eine Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheit für die Kinder der Welt der Vereinten Nationen. 2018, zum 40-jährigen Bestehen der Band, veröffentlichten sie das Album Lambi Golo (mit Carlos Santana, aber auch mit Manu Dibango und Lokua Kanza) und kehrten noch einmal für eine Runde auf die Bühnen zurück (2019 Auftritt beim Africa Festival in Würzburg).
Diskografie 1980: E’Mma Africa 1981: Touré Kunda 1983: Amadou Tilo 1984: Casamance au clair de lune 1984: Live Paris Ziguinchor (Celluloid) 1985: Natalia 1986: Toubab Bi 1988: Karadindi 1990: Salam 1991: Sounké (En concert) 1992: Sili Beto 1996: Mouslai (WEA) 2000: Terra Saabi 2008: Santhiaba 2018: Lambi Golo (Soulbeats)
Kompilationen 1987: Best of Touré Kunda 1996: The Touré Kunda Collection (Putumayo World Music) 1999: Légende (Sony)
Literatur Nathalie Steinberg, Touré Kunda. Paris: Encre, 1985; ISBN 2-86418-268-8
Weblinks Webpräsenz (französisch) Bandporträt
Einzelnachweise
Kategorie:Senegalesische Band Kategorie:Weltmusik-Band