mini|In Düsseldorf gezeigt: Onchi, Allegorie Familie, 1927 Die Ausstellung Japan – Tradition und Gegenwart (, Nihon – Dentō to Gendai) fand vom 3. Mai bis 9. Juni 1974 in der damals noch Städtischen Kunsthalle Düsseldorf statt. Auf dieser ersten Ausstellung japanischer Kunst in Deutschland nach 1945 wurden 50 japanische Künstler der Jahrgänge 1886 bis 1947 und zwei Künstlergruppen gezeigt.

Zur Ausstellung Anders als spätere Ausstellungen zur japanischen Kunst der Gegenwart, die ganz wesentlich von der Japan Foundation unterstützt wurden, fand diese eine auf Initiative des damaligen Direktors der Kunsthalle Düsseldorf, Jürgen Harten, statt. Harten äußert sich in seinem Katalogbeitrag dann auch über die japanische Kunst des 20. Jahrhunderts, in dem er sich mit der Annahme auseinandersetzt, Japan würde nur den Westen kopieren ohne Eigenes zu schaffen. Dass „Kopieren“ nicht eigentlich zutrifft, belegt Harten mit einem Wort des Künstlers Shintarō Tanaka: „Im Kopf denke ich westliche, aber alles andere an mir wurzelt tief in der japanischen Tradition“. Um Missverständnisse möglichst auszuschließen, wurde von vornherein auf japanische Kalligrafie verzichtet; auch buddhistisch-religiöse Kunst kommt nicht vor. Für die Auswahl wurden nur Kunst seit der Moderne ausgewählt.

In einem weiteren Beitrag geht der in Tokio lebende Amerikaner Joseph Love auf die ausgestellten Werke näher ein. Er beschreibt die Sonderentwicklung der Kunst in Japan während der Meiji-Zeit, in der sich die bildende Kunst rigoros in eine „japanische“ (日本画, Nihonga) und in eine „westliche“ Richtung (洋画, Yōga). Während sich der Nihonga-Stils heute zwar nicht nur auf sanfte Figuren- und Landschaftsbilder und historische Themen beschränkt, erweitern die westlich orientierten Maler, die in der Ausstellung gezeigt wurden, ihr Repertoire mit zeitgenössischen Techniken. Dadurch würde es zunehmend schwieriger noch eine spezifisch fernöstliche Färbung in den Bildern und Objekten zu finden, mit der beispielhaften Ausnahme von Ufan Lee, wie Love seinen Beitrag zusammenfasst.

In Düsseldorf gezeigte Bilder Oka: 雪の発電所 (Yuki no hatsuden-jo) – „Elektrizitätswerk im Schnee“; 1956 Higashiyama: 月篁 (Gekkō) – „Mond und Bambusdickicht“; 1967 Kayama: 冬 (Fuyu) – „Winter“ 1957

Ausgestellte Künstler Die Namensangaben im Katalog sind eingedeutscht und zeigen keine Längenzeichen über den Vokalen. Japanische Schriftzeichen werden ebenso nicht verwendet. Trotzdem konnten die meisten der Künstler identifiziert werden. Die hinter den Namen gestellte Zahl beziffert die ausgestellten Werke des jeweiligen Künstlers.

Katalog zur Ausstellung Städtische Kunsthalle Düsseldorf (Hrsg.): Japan – Tradition und Gegenwart. Nihon – Dentō to Gendai. Katalog, Düsseldorf, Mai 1974. 142 S. und 10 S. Anzeigen.

Anmerkungen

Literatur Schaarschmidt-Richter, Irmtraud (Hrsg.): Die andere Moderne. Japanische Malerei von 1910 bis 1970. Edition Stemmle, 1999. ISBN 3-908161-85-1. Tazawa, Yutaka: Biographical Dictionary of Japanese Art. Kodansha International, 1981. ISBN 0-87011-488-3. Laurance P. Roberts: A Dictionary of Japanese Artists. Weatherhill, 1976. ISBN 0-8348-0113-2.

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