mini|Boris Pawlowitsch Beloussow, um 1930 Boris Pawlowitsch Beloussow (, englische Transkription Boris Pavlovich Belousov; * in Moskau; † 12. Juni 1970 ebenda) war ein russischer Chemiker und Biophysiker.

Er studierte Chemie an der Eidgenössischen Technischen HochschuleHargittai, Buried Glory, 2013, S. 237 in Zürich, erlangte aber aus finanziellen Gründen keinen Abschluss. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges kehrte er nach Russland zurück und arbeitete bis 1939 in einer Forschungseinrichtung des Militärs. Danach leitete er ein Labor im Institut für Biophysik des Ministeriums für Gesundheitswesen in Moskau.

Für die Entdeckung der Belousov-Zhabotinsky-Reaktion (entsprechend der in der Wissenschaft üblichen englischen Transkription des Namens) ist er 1980 postum mit der Lenin-Medaille ausgezeichnet worden. Diese oszillierende chemische Reaktion erschien damals so ungewöhnlich, dass Beloussow sie erst mit zehnjähriger Verspätung 1959 veröffentlichen konnte.Belousov: („Periodische Reaktion und ihr Mechanismus“), Sammlung von Abhandlungen über Strahlenmedizin (), Band 147, 1959, S. 145. Deutsche Übersetzung in: Boris Belousov, Friedlieb Runge, Raphael Liesegang, Anatol Zhabotinsky: Selbstorganisation chemischer Strukturen, Harri Deutsch-Verlag 1998 Fünf Jahre später wurde sie von Anatoli Markowitsch Schabotinski (in englischer Transkription Zhabotinsky) näher untersucht und als Nichtgleichgewichtsphänomen erkannt. Später spielte sie eine herausragende Rolle in den einschlägigen Untersuchungen dazu in der Schule von Ilya Prigogine in Brüssel.

Literatur István Hargittai: Buried Glory – Portraits of Soviet Scientists, Oxford University Press 2013

Weblinks , Biografie (russisch) („Beloussow – ein unerkanntes Genie“), Russische Akademie der Wissenschaften (russisch)

Einzelnachweise

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