Die Schleuse Kriegenbrunn wurde in der Zeit von Juli 1966 bis April 1970 im Rahmen des Baues der Bundeswasserstraße Main-Donau-Kanal errichtet und am 23. September 1972 in Betrieb genommen. Da sie baufällig ist, wurde seit 2014 der Neubau unter laufendem Betrieb geplant. Der Planfeststellungsbeschluss erfolgte 2018. Der Bau durch die Arbeitsgemeinschaft, bestehend aus Ed. Züblin AG, der Züblin Spezialtiefbau GmbH und der BAUER Spezialtiefbau GmbH, soll von April 2024 bis zum Frühjahr 2032 dauern. Nach Inbetriebnahme der neuen Schleuse soll die alte Schleuse zurückgebaut werden. Sie ist als Sparschleuse mit drei Sparbecken westlich der Schleusenkammer ausgeführt und liegt unmittelbar südlich der Lände Frauenaurach. mini|Luftbild (2019) Rechts der Schleusenkammer die drei Sparbecken.

Schleuse Die Kammer der Schiffs-Einzelschleuse liegt bei Kanal-Kilometer 48,66, hat bei einer Kammerlänge von 200 m eine nutzbare Länge von 190 m und eine Nutzbreite von 12 m. Das Oberwasser hat eine Höhe von , die des Schleusen-Unterwassers liegt bei . Die Schleusungs-Fallhöhe beträgt 18,3 Meter.Main-Donau-Kanal, Abschnitt 12

Die Kammer hat ein Volumen von 44.835 m³, pro Schleusung werden 18.375 m³ Wasser benötigt. Durch die Hub- und Senkgeschwindigkeit von 1 m/min ergibt sich eine Schleusungsdauer von rund 18 Minuten.

Steuerung Die Schleuse hat einen eigenen Kommandostand, der seit 2007 auch als Revierzentrale der WSV dient. Von dort aus werden auch die Schleusen Nürnberg, Eibach und Erlangen ferngesteuert. Ab 2024 sollte die Steuerung von zwölf Schleusen aus der Leitzentrale Nürnberg erfolgen, später die aller 16 Kanalschleusen.Pressebericht, Nordbayern.de vom 27. Mai 2017

Die Schleuse ist, außer bei Betriebsstörungen wie beispielsweise Unfällen, Wartungsarbeiten oder Eisgang, ganzjährig rund um die Uhr betriebsbereit und nachts beleuchtet. Im Ober- und Unterwasser bestehen jeweils Schleusenvorhäfen für die Berufsschifffahrt, Warteplätze mit Sprechstellen für die Freizeitschifffahrt und Slipanlagen für Kleinfahrzeuge. Kleinfahrzeuge werden nur tagsüber und meist zusammen mit der Großschifffahrt abgefertigt. Muskelkraftgetriebene Wasserfahrzeuge werden nicht geschleust; für diese steht an den Slipstellen ein bepfandeter Transportwagen zum händischen Umsetzen bereit.

Betriebsstörungen Am 22. Juni 2004 führte ein Wassereinbruch im Maschinenraum eines Gütermotorschiffes zu einem Feuerwehreinsatz an der Schleuse Kriegenbrunn.Einsatzbericht der Freiwilligen Feuerwehr Kriegenbrunn Am 21. Oktober 2009 wurde beim Anlegemanöver einer Person die Hand eingequetscht und hierbei Gliedmaßen teilweise abgetrennt.Pressebericht NRZ vom 21. Oktober 2009 Am 19. Januar 2010 havarierte ein Motorschiff an dem in der Schleuse aufgestauten Treibeis und verlor hierbei einen Anker. Durch die Bergung wurde die Schifffahrt kurzfristig behindert.Pressebericht Mittelbayerische Zeitung 20. Januar 2010 Am 27. Mai 2013 blieb ein Tankschiff mit dem zu wenig eingefahrenen Steuerhaus an einem Betonpfeiler der Schleusenbrücke hängen.Pressebericht Merkur.de zum Schiffsunfall im Mai 2013 In der Nacht vom 10/11. September 2016 verunglückte ein voll besetztes Kreuzfahrtschiff an einer Brücke nördlich der Schleuse, da ebenfalls das Steuerhaus nicht abgesenkt war. Zwei Besatzungsmitglieder wurden dabei eingequetscht und verloren ihr Leben. Die Bergung der Fahrgäste, Besatzung und des Schiffes im Nachgang gestalteten sich schwierig.

Weblinks

Streckenatlas Main-Donau-Kanal (PDF; 11,9 MB)

Einzelnachweise

Kriegenbrunn Kriegenbrunn Kategorie:Main-Donau-Kanal Kategorie:Erbaut in den 1980er Jahren Kategorie:Verkehrsbauwerk in Erlangen