Christine Vogt (* 26. September 1967 in Neheim-Hüsten, Hochsauerlandkreis) ist eine deutsche Museumsdirektorin, Kunsthistorikerin und Kuratorin.
Biografie Christine Vogt studierte Kunstgeschichte, Geschichte, Baugeschichte und Politische Wissenschaft an der RWTH Aachen. 2007 wurde sie mit einer Arbeit zum Thema Das druckgraphische Bild nach Vorlagen Albrecht Dürers (1471-1528). Zum Phänomen der graphischen Kopie (Reproduktion) zu Lebzeiten Dürers nördlich der Alpen promoviert. Ihre Museumstätigkeit begann sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Suermondt-Ludwig-Museum Aachen. Dort war sie neben Forschungsprojekten zum 16. und 17. Jahrhundert an zahlreichen Ausstellungen beteiligt, unter anderem als eine der Kuratorinnen der großen Schau Albrecht Dürer – Apelles des Schwarz-Weiß. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt im Bereich der zeitgenössischen Kunst.
2008 wurde sie Direktorin und Kuratorin der Ludwig Galerie Schloss Oberhausen. Ruhrnachrichten, 30. Juli 2008, abgerufen am 19. Februar 2018Christine Vogt. Interview in k. west - Magazin für Kunst, Kultur, Juni 2008, abgerufen am 19. Februar 2018. In dieser Funktion führt sie die 1998 begründeten drei profilbildenden Säulen des Hauses – Ausstellungen zur „Sammlung Peter und Irene Ludwig“, zur „Populären Galerie“ und zur „Landmarken-Galerie“ – weiter und baut sie kontinuierlich aus. Im Rahmen des Segments der Ausstellungen aus den internationalen Beständen der Sammlung Ludwig kuratierte sie große thematische Schauen wie Zu[m] Tisch! Meisterwerke aus der Sammlung Ludwig von der Antike bis Picasso, von Dürer bis Demand (2010), „Zum Tisch!“-Ausstellung in der LUDWIGGALERIE, Archiv-Eintrag auf der Website des Ruhr-Guide, 27. Juli 2010, abgerufen am 19. Februar 2018 Hair! Das Haar in der Kunst - Meisterwerke aus der Sammlung Ludwig von der Antike bis Andy Warhol von Tilman Riemenschneider bis Cindy Sherman (2014), Ruhrnachrichten, 20. September 2013, abgerufen am 19. Februar 2018 oder Die Geste - Meisterwerke aus der Sammlung Ludwig von der Antike über Albrecht Dürer bis Roy Lichtenstein (2018).DIE GESTE - Kunst zwischen Jubel, Dank und Nachdenklichkeit Meisterwerke aus der Sammlung Peter und Irene Ludwig. Von der Antike über Albrecht Dürer bis Roy Lichtenstein , Eintrag auf der Website der LUDWIGGALERIE, abgerufen am 19. Februar 2018 Regelmäßig richtet sie in Kooperation mit einem weiteren Ludwig-Museum hochkarätige Einraum-Ausstellungen aus, die jeweils ein zentrales Kunstwerk aus der Sammlung Ludwig in den Fokus stellten: Das Leuchterweibchen aus der Sammlung Ludwig (2011),Leuchterweibchen in Oberhausen waren nicht mal allen Experten bekannt, Beitrag auf dem Online-Portal der WAZ, 4. Februar 2011, abgerufen am 19. Februar 2018 Das Tödlein aus der Sammlung Ludwig (2012), eine Ausstellung zum Gemälde ars bene moriendi aus der Sammlung Ludwig (2016), Abenteuer Ruhrpott, abgerufen am 19. Februar 2018 und Die Unterweisung Mariens aus der Sammlung Peter und Irene Ludwig (2019).
Im Segment der „Populären Galerie“ hat sie u. a. mit Zeichnern und Zeichnerinnen wie Janosch,Jenseits der Tigerente, Welt, 26. September 2010, abgerufen am 19. Februar 2018 Cornelia Funke,Cornelia Funke „Wie bin ich bloß dazu gekommen?“ , Welt, 20. Januar 2013, abgerufen am 19. Februar 2018 Ralf König,Ralf König - Ausstellung Ludwiggalerie Oberhausen, Archiv-Eintrag auf der Website des Ruhr-Guide, 17. September 2009, abgerufen am 19. Februar 2018 Walter Moers,Die 7 ½ Leben des Walter Moers, Westzeit, 1. November 2011, abgerufen am 19. Februar 2018 Ralph Ruthe, Joscha Sauer, Flix,Trailer zur Ausstellung Ruthe Sauer Flix – Das ist doch keine Kunst, YouTube, 19. September 2015, abgerufen am 19. Februar 2018 MordilloGuillermo Mordillo in Oberhausen: Humor als Hoffnungsträger, rp-online, 25. September 2017, abgerufen am 19. Februar 2018 und Udo Lindenberghttps://www.oberhausen-tourismus.de/aktuelles/ludwiggalerie-udo-lindenberg/ zusammengearbeitet und ihnen jeweils große Einzelausstellungen ausgerichtet. In diesem Segment wurden die Ausstellungen „British Pop Art“, „Der Struwwelpeter“, Otfried Preußler und Michael Ende (2023) gezeigt. Ihre systematische wissenschaftliche Aufarbeitung der Werke der oben genannten Zeichner, zu denen auch die Mitglieder der Walt-Disney-Factory wie Carl Barks, Jan Gulbransson und Ulrich Schröder gehören,Entenhausen – Ausstellung in Oberhausen, comfor - Gesellschaft für Comicforschung, 25. September 2016, abgerufen am 19. Februar 2018 hatte zur Folge, dass die LUDWIGGALERIE in den Bereichen Comic, Cartoon und Karikatur zum führenden Haus in Nordrhein-Westfalen avancierte. 2016 wurde sie in die Jury des Comic-Salons in Erlangen berufen. Im April 2024 trat sie der ComFor, der Gesellschaft für Comicforschung, bei.
Durch den intensiven Ausbau der ursprünglich zur „Populären Galerie“ gehörenden Fotografie mit Ausstellungen internationaler Fotografen wie Jim Rakete,Die Menschen des Jim Rakete, rp-online, 18. Januar 2009, abgerufen am 19. Februar 2018 Elliott Erwitt,, Dorstener Zeitung, abgerufen am 19. Februar 2018 und Herlinde KoelblEinführung in die Ausstellung Herlinde Koelbl durch die Direktorin der LUDWIGGALERIE Dr. Christine Vogt, YouTube vom 30. Januar 2015, abgerufen am 19. Februar 2018, Linda McCartney (2020) oder Barbara Klemm (2023), sowie Fotografie-Ikonen wie Weegee (2013), Eve Arnold (2014),Ludwiggalerie zeigt Fotografien der Magnum-Fotografin Eve Arnold, Focus online, 22. Mai 2014, abgerufen am 19. Februar 2018 Bert Stern (2013) oder Sam Shaw (2017)Ausstellung „Sam Shaw“ in der Ludwig Galerie, YouTube, 23. Mai 2017, abgerufen am 19. Februar 2018 oder durch Überblicksausstellungen wie „Shoot! Shoot! Shoot!“ (2018) oder „Hollywood Icons“ (2019) hat Christine Vogt diese heute als viertes Standbein der LUDWIGGALERIE etabliert.
Eine Vielzahl an Ausstellungen präsentierte Christine Vogt im Rahmen der „Landmarken-Galerie“, die den Strukturwandel des Ruhrgebiets thematisiert, darunter wiederum große thematische Ausstellungen wie At Home – Wohnen im Ruhrgebiet (2012) oder Green City – Das Ruhrgebiet in der Kunst (2015), kuratiert von Nina Dunkmann, aber auch Ausstellungen von Ruhrgebietsfotografen wie Rudolf Holtappel (2015 und 2020) „Augenzwinkern“ Fotografien von Rudolf Holtappel in der Ludwiggalerie Oberhausen, lokalkompass, 27. Mai 2015, abgerufen am 19. Februar 2018 und Brigitte Kraemer (2016).
Mit der städtischen Sammlung arbeitet Christine Vogt ebenfalls regelmäßig, was Ausstellungen unter dem Titel Die Sammlung O. (2010, 2015, 2017, 2020) belegen. Von ihr ins Leben gerufene Projekte wie Patenschaften zur Restaurierung des Städtischen Kunstbesitzes, die zur Pflege und Erhaltung der Sammlung beitragen, werden als vorbildlich gelobt.Kunstschätze der Sammlung O. suchen Paten für Restaurierung, waz, 31. Januar 2014, abgerufen am 19. Februar 2018 Der von ihr mitinitiierte und 2010 gegründete Freundeskreis unterstützt die LUDWIGGALERIE mit Kunst-Ankäufen oder der Finanzierung von Publikationen.Galerie-Fans in Oberhausen gründen Freundeskreis, WAZ, 5. Juli 2011, abgerufen am 19. Februar 2018 Seit 2017 sind die Nachlässe von Rudolf Holtappel und Walter Kurowski in die Sammlung übergegangen und werden wissenschaftlich aufgearbeitet.
Neben ihren Tätigkeiten im Museumskontext schreibt sie Beiträge zur Kunst des 15./16. Jahrhunderts (Meister von Frankfurt, Hans Weiditz) und zur zeitgenössischen Kunst. Seit 2008 ist die LUDWIGGALERIE in das Netzwerk der 21 RuhrKunstMuseen Beitrag auf der Website der Ruhr Kunst Museen, abgerufen am 15. Februar 2018 aufgenommen worden. Von Anfang 2012 bis März 2015 war Christine Vogt zusammen mit Hans-Günter Golinski vom Kunstmuseum Bochum Sprecherin des Verbunds. 2020 hat Christine Vogt als Jurymitglied beim Deutschen KarikaturenpreisDeutscher Karikaturenpreis Hinweis auf der Website des Deutschen Karikaturenpreises, abgerufen am 5. Februar 2021 teilgenommen. 2023 erfolgte ihre Berufung zum Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie.
Schriften (Auswahl) Mispelbaum. Arbeiten von 1996-2000. Hrsg. von Dagmar Preising und Christine Vogt, Ausst.-Kat. Suermondt-Ludwig-Museum Aachen, 6. Juli bis 3. September 2000, Aachen 2000
Anita Brendgens, Martin Voßwinkel, Papierformen, Formen im Papier. Hrsg. von Christine Vogt, Ausst.-Kat. Suermondt-Ludwig-Museum Aachen, 8. Februar bis 15. April 2001, Aachen 2001, ISBN 978-3-929203-35-6
Albrecht Dürer. Apelles des Schwarz-Weiss. Hrsg. von Dagmar Preising, Ulrike Villwock und Christine Vogt, Ausst.-Kat. Suermondt-Ludwig-Museum Aachen, 19. November 2004 bis 23. Januar 2005, Aachen 2004, ISBN 978-3-929203-54-7
Christine Vogt: Das druckgraphische Bild nach Vorlagen Albrecht Dürers (1471-1528): Zum Phänomen der graphischen Kopie (Reproduktion) zu Lebzeiten Dürers nördlich der Alpen, Dissertation. Hrsg. von Alexander Markschies, München/Berlin 2008, ISBN 978-3-422-06803-2
Der Eros der Nasen – Comics von Ralf König. Hrsg. von Christine Vogt, Ausst.-Kat. LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen vom 28. September 2009 bis 31. Januar 2010; Oberhausen 2009, ISBN 978-3-932236-21-1
Zu[m] Tisch! Meisterwerke aus der Sammlung Ludwig von der Antike bis Picasso, von Dürer bis Demand. Hrsg. von Christine Vogt, Ausst.-Kat. LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen vom 13. Juni bis 12. September 2010, Kerber-Verlag, Oberhausen 2010, ISBN 978-3-86678-425-3
ROY LICHTENSTEIN – posters and more. Hrsg. von Christine Vogt, Begleitheft zur Ausstellung vom 23. Januar bis 1. Mai 2011, Oberhausen 2011, ISBN 978-3-932236-23-5
I am serious about not being serious, Elliott Erwitt. Fotografie. Hrsg. von Christine Vogt, Begleitheft zur Ausstellung vom 8. Mai bis 11. September 2011, Oberhausen 2011, ISBN 978-3-932236-24-2
ARTEFAKT UND NATURWUNDER – Das Leuchterweibchen der Sammlung Ludwig. Hrsg. von Dagmar Preising, Michael Rief, Christine Vogt, Ausst.-Kat. LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen vom 6. Februar bis 17. April 2011, Kerber-Verlag, Oberhausen 2011, ISBN 978-3-932236-24-2
Die 71/2 Leben des Walter Moers. Vom kleinen Arschloch über Käpt’n Blaubär bis Zamonien. Hrsg. von Christine Vogt, Ausst.-Kat. LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen vom 25. September 2011 bis 15. Januar 2012, Kerber-Verlag, Oberhausen 2011, ISBN 978-3-86678-593-9
AT HOME – Der Blick durchs Schlüsselloch. Wohnen im Ruhrgebiet – gesehen durch die Kunst. Hrsg. von Nina Dunkmann und Christine Vogt, Ausst.-Kat. LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen vom 13. Mai bis 16. September 2012, Kerber-Verlag, Oberhausen 2012, ISBN 978-3-86678-685-1
CORNELIA FUNKE – Tintenherz, Wilde Hühner und Gespensterjäger. Die fantastischen Bildwelten von den frühen Kinderbüchern bis Reckless. Hrsg. von Christine Vogt, Ausst.-Kat. LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen vom 20.1. bis 20.5.2013, Kerber Verlag, Oberhausen 2013, ISBN 978-3-86678-807-7
WEEGEE – The Famous. Hrsg. von Christine Vogt, Begleitheft zur Ausstellung vom 20. Januar bis 20. Mai 2013, Oberhausen 2013, ISBN 978-3-932236-27-3
HAIR! Das Haar in der Kunst. Meisterwerke aus der Sammlung Ludwig von der Antike bis Warhol, von Tilman Riemenschneider bis Cindy Sherman. Hrsg. von Christine Vogt, Ausst.-Kat. LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen vom 22. September 2013 bis 12. Januar 2014, Kerber Verlag, Oberhausen 2013, ISBN 978-3-86678-862-6
Streich auf Streich. 150 Jahre deutschsprachige Comics seit Max und Moritz. Hrsg. von Christine Vogt, Begleitheft zur Ausstellung vom 14. September 2014 bis 18. Januar 2015, Oberhausen 2014, ISBN 978-3-932236-30-3
HERLINDE KOELBL. Das deutsche Wohnzimmer, Spuren der Macht, Haare und andere menschliche Dinge – Fotografien von 1980 bis heute. Hrsg. von Christine Vogt, Begleitheft zur Ausstellung vom 25. Januar 2015 bis 3. Mai 2015, Oberhausen 2015, ISBN 978-3-932236-31-0