mini|Garde-Reiter-Denkmal, Ansichtskartenausschnitt von 1920 mini|Garde-Reiter-Denkmal 2018, Gesamtansicht mini|Garde-Reiter-Denkmal 2018 links|mini|Ehemaliger Haupteingang zur Garde-Reiter-Kaserne, Stauffenbergallee 12 Das 1919 eingeweihte Garde-Reiter-Denkmal in Dresden war ein Kriegerdenkmal, das an die Gefallenen des königlich sächsischen Garde-Reiter-Regiments im Ersten Weltkrieg erinnerte und sich gegenüber der ehemaligen Regimentskaserne befand. Nach der Zerstörung des Obelisken zwischen 1946 und 1953 ist heute nur noch der Sockel des früheren Ehrenmals erhalten, der 2003 durch Anbringen einer Gedenktafel wieder als Denkmal instandgesetzt wurde.

Standort In der Albertstadt in Dresden befand sich das Garde-Reiter-Denkmal an der heutigen Stauffenbergallee Nummer 12 (vorher König-Georg-Allee) gegenüber dem Haupteingang der ehemaligen Garde-Reiter-Kaserne. Stadtwärts grenzt der Hechtpark an das Denkmalensemble. Das Denkmal erinnerte in allgemeiner Form an die Gefallenen des ehemaligen Garde-Reiter-Regiments in dessen 250-jähriger Geschichte und speziell an die im Ersten Weltkrieg getöteten Regimentsangehörigen, die namentlich auf der Steele genannt wurden.

Planung und Ausführung Der Dresdner Wilhelm Herbert Lossow, Sohn des bekannten Dresdner Architekten William Lossow († 1914), fertigte im Auftrag von sächsischen Militär- und Kriegervereinen den Entwurf für das Denkmal. Geplant war ein Obelisk, auf dem alle Namen der Gefallenen präsentiert werden sollten. Diese Namen, in Bronzebuchstaben angebracht, befanden sich an der Straßenseite und den Stirnseiten des Obelisken. Straßenseitig war ein Relief mit der Darstellung eines historischen Gardereiters im Kampf angebracht. Oberhalb des Reliefs trug ein auskragender Sims eine verjüngte quaderförmige Bekrönung. Das Denkmal bestand aus Pirnaer Sandstein und ragte sieben Meter hoch in dem Himmel. Der Obelisk stand mittig in einer bastionsartigen Anlage mit in den Ecken befindlichen Sandsteinbänken. Der Dresdner Bildhauer Arthur Lange führte nach der Vorlage von Wilhelm Lossow die bildhauerischen Arbeiten aus.Dieter Miedtank, Rolf Rehe, Manfred Beyer: Verschwundene Denkmale – Vernichtet – Vergessen. Militärische Schriften des Arbeitskreises Sächsische Militärgeschichte e. V. Heft 7, Dresden 2005, ISBN 978-3-9809520-1-9, S. 14 und 33.

Bedeutung Das Garde-Reiter-Denkmal wurde am Sonnabend, dem 1. November 1919 feierlich eingeweiht. Die Zeremonie fand zeitgleich mit der endgültigen Auflösung des traditionsreichen Dresdner Garde-Reiter-Regiments und der Übernahme der letzten Abwicklungsdienststellen dieser sächsischen Traditionseinheit in die gesamtdeutsche Reichswehr statt. Das Reiter-Regiment Nr. 12 der Reichswehr zog nun in die Kaserne ein; in den 1930er Jahren übernahmen Nachfolgereinheiten der Wehrmacht das Objekt.

Die Einweihung des ersten Ehrenmals für Gefallene des Ersten Weltkrieges in Dresden fand unter sehr großer Anteilnahme der Dresdner Öffentlichkeit statt. Unter den zahlreichen Ehrengästen befanden sich neben der von Ernst Heinrich von Sachsen vertretenen abgedankten Königsfamilie ehemalige Angehörige des Regiments und des sächsischen Offizierskorps, Veteranen und Delegationen der sächsischen Militärvereine sowie Familienangehörige der Gefallenen. Nach Militärmusik und einer Ansprache des Hofpredigers Pfarrer Keßler erläuterte der General der Kavallerie Krug von Nidda die Bedeutung und die 250-jährige Geschichte des Garde-Reiter-Regiments. Viele der beteiligten Künstler, Schriftsteller, Handwerker, Ingenieure und viele andere Persönlichkeiten Dresdens, darunter auch der ehemalige Reserveleutnant Wilhelm Herbert Lossow selbst, waren Angehörige dieses Regiments gewesen.SLUB, Dresden Journal 1919 vom 12. November 1919, Film Höhepunkt der Veranstaltung war die Verlesung der Namen der Gefallenen des Ersten Weltkriegs: 3 Militärbeamten, 17 Offiziere, 15 Unteroffiziere und 73 Mannschaftsdienstgrade des Garde-Reiter-Regiments.

Geschichte mini|Dresden, Stauffenbergallee 12 (gegenüber) Garde-Reiter-Denkmal 2018 mini|Dresden, Stauffenbergallee 12 (gegenüber) Garde-Reiter-Denkmal 2018 Bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs fanden alljährlich Gedenkveranstaltungen am Garde-Reiter-Denkmal statt. Die Bombardierung Dresdens im Februar 1945 überstand das Denkmal schadlos. In den Nachkriegsjahren wurde es unter den kommunistischen Machthabern am 5. Juni 1946 von der Landesverwaltung Sachsen (Landesamt für Denkmalpflege) als kriegsverherrlichendes faschistisches Denkmal eingestuft. Bis zum Jahr 1953 erfolgte die Beseitigung des Obelisken. Übrig blieb die bastionsartige Anlage, welche in der weiteren DDR-Zeit dem Verfall preisgegeben blieb. Die in den 1990er Jahren erhaltenen Reste sollten im Rahmen einer Neugestaltung des Hechtparks in dessen Gesamtanlage integriert werden. Finanziert durch Spendengelder, konnten 2003 die Fundamente des Denkmals unter Federführung des Arbeitskreises Sächsische Militärgeschichte e. V. gesichert und erneuert werden. Dabei wurde zur Erinnerung eine Gedenktafel aus Bronze angebracht.

Literatur Dieter Miedtank, Rolf Rehe, Manfred Beyer: Verschwundene Denkmale – Vernichtet – Vergessen. Militärische Schriften des Arbeitskreises Sächsische Militärgeschichte e.V. Heft 7, Dresden 2005, ISBN 978-3-9809520-1-9, S. 14ff und 33. Meinhold Reise-Führer Dresden 1920, Heft 2 von 1920.

Weblinks

Garde-Reiter-Denkmal im Onlineprojekt Gefallenendenkmäler

Einzelnachweise

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