mini|Luís Filipe de Castro Mendes 2017: der Kulturminister nahm bei der Internationalen Buchmesse von Guadalajara für Portugal die Einladung als nächstes Ehrengastland entgegen Luís Filipe Carrilho de Castro Mendes (* 21. November 1950 in Idanha-a-Nova) ist ein portugiesischer Politiker, Diplomat und Schriftsteller. Ab dem 14. April 2016 war er Kulturminister im Kabinett Costa I, der 21. verfassungsmäßigen und von Premierminister António Costa geleiteten Regierung Portugals.
Diplomatische und politische Laufbahn Nach dem Abschluss seines Jurastudiums an der Universität Lissabon nahm Mendes nach der Nelkenrevolution 1974 erste Tätigkeiten beim dortigen Minister ohne Geschäftsbereich (1974–1975) und danach beim Portugiesischen Außenministerium (1975) an. Nachdem er dort bereits 1974 für den Diplomatischen Dienst angenommen worden war, ging er als Mitarbeiter an die portugiesischen Botschaften in Luanda (1977–1979) und Madrid (1979–1982), in das Portugiesische Präsidialamt (1983–1986), an die Botschaft in Paris (1986–1991) und an die ständige Vertretung beim Europarat (1991–1993).
Danach leitete er die Abteilung für Süd- und Zentralamerika in der Generaldirektion für Bilateralen Beziehungen im Außenministerium (1994–1995) und wurde dort anschließend Büroleiter des Staatssekretariats (1995–1998).
Von 1998 bis 2000 war er Generalkonsul in Rio de Janeiro, bevor er von 2003 bis 2007 Botschafter in Ungarn und von 2007 bis 2009 Botschafter in Indien wurde. Er leitete danach Portugals Vertretung bei der UNESCO in Paris (2011–2012) und beim Europarat in Straßburg (2012–2015).
2016 wurde er von Premierminister António Costa als Parteiloser in das Amt des Kulturministers berufen.Personenlexikon Quem é Quem – Portugueses Célebres. Temas & Debates, Lissabon 2009 (ISBN 978-989-644-047-3), Seite 355Profil des Kulturministers Luís Filipe de Castro Mendes auf der portugiesischen Regierungswebsite, abgerufen am 22. Februar 2018
Entwicklung als Schriftsteller Mendes begann Mitte der 1960er Jahre in der Jugendbeilage der Zeitung Diário de Lisboa und in der Literaturbeilage der Zeitung República Gedichte zu veröffentlichen.
1983 erschien mit Recados sein erstes Buch. Seither veröffentlichte er eine Vielzahl Bücher, die der lyrischen Tradition in der Portugiesischen Literatur verbunden sind. Anhand persönlicher Erzählung beschäftigt er sich mit dem individuellen und dem kollektiven Gedächtnis, mit einem starken Bewusstsein der Liebe und des Todes.
Sein überwiegend als postmodern eingeordnetes Werk, von kulturellem Dialog und ästhetischem Austausch gekennzeichnet, zeigte zuletzt eine zunehmende Aufmerksamkeit für das Schicksal der Menschheit und stellt Fragen zu den Entwicklungen der zeitgenössischen Gesellschaft. in der staatlichen Generaldirektion des Buches, der Archive und der Bibliotheken (DGLAB), abgerufen am 22. Februar 2018
Seit 1985 erhielt Mendes eine Reihe Literaturpreise, zuletzt den Prémio António Quadros für Lendas da Índia (2012). Der portugiesische PEN-Club zeichnete ihn 1992 mit dem Poesie-Preis und 1996 mit dem Preis für Erzählungen aus. bei der staatlichen Generaldirektion des Buches, der Archive und der Bibliotheken (DGLAB), abgerufen am 22. Februar 2018
Werke Recados, 1983 Areias Escuras, 1984 Seis Elegias e Outros Poemas, 1985 Quadras ao Gosto Pessoano, 1987 A Ilha dos Mortos, 1991 Viagem de Inverno, 1993 O Jogo de Fazer Versos, 1994 Correspondência Secreta, 1995 Modos de Música, 1996 Outras Canções, 1998 Os Dias Inventados, 2001 Lendas da Índia, 2011 A Misericórdia dos Mercados, 2014 Outro Ulisses Regressa a Casa, 2016 Poemas Reunidos, 2018
Auszeichnungen (Auswahl) Diplomatie und Politik Portugiesischer Orden für Verdienst der Kommandeurs- (1991) und der Großkreuzklasse (2003) Orden des Infanten Dom Henrique im Großoffiziersrang (1986) Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (1984)Liste der Träger des Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich. Abgerufen am 23. Februar 2018. Orden Leopolds II. im Großoffiziersrang (Belgien) Adolph von Nassau-Orden im Großoffiziersrang (Luxemburg) Rio-Branco-Orden im Kommandeursrang (Brasilien) (1996) Falkenorden im Kommandeursrang (Island) Verdienstorden des Kongos im Offiziersrang (Demokratische Republik Kongo) Orden de Isabel la Católica im Offiziersrang (Spanien) Offizier der Ehrenlegion (Frankreich) Ritter des Royal Victorian Orders (Vereinigtes Königreich) (1986)
Literatur 1985: Prémio Pedro Homem de Mello des Lions Club Porto, für Seis elegias e outros poemas 1992: Prémio PEN Clube Português de Poesia für A ilha dos mortos 1994: Prémio Municipal Eça de Queiroz für O jogo de fazer versos 1994: Prémio D. Diniz für O jogo de fazer versos 1995: Prémio Municipal Eça de Queiroz für Correspondência secreta 1996: Prémio PEN Clube Português de Narrativa für Correspondência secreta 2012: Prémio António Quadros für Lendas da Índia
Weblinks
Profil des Kulturministers Luís Filipe de Castro Mendes auf der portugiesischen Regierungswebsite
Einzelnachweise
Kategorie:Kulturminister (Portugal) Kategorie:Portugiesischer Botschafter in Indien Kategorie:Portugiesischer Botschafter in Nepal Kategorie:Portugiesischer Botschafter in Ungarn Kategorie:Portugiesischer Botschafter in Bangladesch Kategorie:Portugiesischer Botschafter in Sri Lanka Kategorie:Ständiger Vertreter Portugals bei der UNESCO Kategorie:Träger des Ordens des Infanten Dom Henrique (Großoffizier) Kategorie:Träger des portugiesischen Ordens für Verdienst (Großkreuz) Kategorie:Träger des Großen Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich Kategorie:Großoffizier des Militär- und Zivildienst-Ordens Adolphs von Nassau Kategorie:Träger des Ordens Leopolds II. (Großoffizier) Kategorie:Träger des Rio-Branco-Ordens Kategorie:Träger des Falkenordens (Kommandeur) Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Offizier) Kategorie:Commander des Royal Victorian Order Kategorie:Autor Kategorie:Lyrik Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Portugiesisch) Kategorie:Portugiese Kategorie:Geboren 1950 Kategorie:Mann