miniatur|hochkant=0.5|Kalligraphie von Hayashi Dōei Hayashi Dōei (jap. , * 23. April 1640jap. Kalender: Kan’ei 17/3/3 in Nagasaki, (Japan); † 3. Dezember 1708jap. Kalender: Hōei 5/10/22 daselbst) war ein japanischer Chinesisch-Dolmetscher, der sich auch als Dichter und Kalligraph einen Namen machte.
Mit der Beschränkung der Anlandung chinesischer Schiffe auf die direkt der Zentralregierung in Edo unterstellte Hafenstadt Nagasaki entstand dort seit der Mitte des 17. Jhs. nach und nach eine organisierte Form der Sprachmittlung durch einheimische Dolmetscher, die dem lokalen Gouverneur unterstellt waren. Ähnlich wie bei den Dolmetschern der niederländischen Handelsniederlassung Dejima richtete man Positionen für „Übungsdolmetscher“ (keikotsūji 詞), „Kleine Dolmetscher“ (kotsūji ) und „Große Dolmetscher“ (ōtsūji ) ein. Die Ämter wurden beim Dienstaustritt des Vaters gewöhnlich vom ersten Sohn übernommen, so dass Dolmetscher-Dynastien entstanden, unter denen einige bis zum Ende der Edo-Zeit im chinesisch-japanischen Austausch eine herausragende Rolle spielten. Eine davon war die Familie Hayashi.
Hayashi Dōeis Vater war ein in den Jahren des Zusammenbruchs der Ming-Dynastie aus der Provinz Fujian nach Japan übergesiedelter Chinese (Lín Gōngyǎn )In Japan las man das Schriftzeichen für Lín als Hayashi. Hier heiratete er die Tochter einer dem Lehnsherrn von Ōmura dienenden Samurai-Familie namens Mori und leitete als Bediensteter des Nagasaki-Gouverneurs die Dolmetschertradition seiner Familie ein.Hayashi (2000), S. 11–35
Der im Stadtviertel Hon-Furukawamachi geborene erste Sohn Dōei lernte in seiner Kindheit den ebenfalls nach Japan übergesiedelten Begründer der Ōbaku-Zenschule Yin-Yüan (, japanisch Ingen) und andere chinesische Emigranten kennen. Seine Sprachkenntnisse und allseits anerkannte Intelligenz fanden auch im Nagasaki-Gouvernement Anerkennung. 1663 wurde er zum „Kleinen Dolmetscher“ und 1674 bereits zum „Großen Dolmetscher“ ernannt. Im Laufe seiner Karriere übernahm er weitere Funktionen als hauptverantwortlicher „Jahresdolmetscher“, als „Aufseher über die Chinesisch-Dolmetscher“ (Tōtsūji metsuke ) und 1699 als „Kompilator der von chinesischen Schiffen eingeholten Informationen“ zur Lage in China (Tōsen fūsetsu-jōyaku ).Hayashi (2000), S. 97–133.
Zusammen mit dem etwas älteren Dolmetscher Sakaki Nizaemon no Fuyoshi (,1633–1695) reifte Hayashi Dōei auch zu einem begnadeten Dichter und Kalligraphen heran. Der berühmte Nagasaki-Gouverneur Ushigome Chūzaemon () pflegte mit beiden einen engen Umgang. Dōei starb im Alter von 69 Jahren und wurde im Kōtai-Tempel (Kōtai-ji ) beigesetzt.Hayashi (2000), S. 76–88, 178–185. Die Gräber der Familie existieren noch heute.
Seine Beziehungen zum Lehen Ōmura und dem Lehnsherren Ōmura Suminaga (大村 純長, 1636–1706) waren so eng, dass man lange Zeit einen lokalen Küstenabschnitt „Dōei-Strand“ (Dōeigahama) nannte.Hayashi (2000), S. 89–92.
Schriften Kaigai ibunroku (, Aufzeichnungen fremder Nachrichten von Übersee) Edo kikō (, Tagebuch einer Reise nach Edo)
Literatur Hayashi Rokurō: Nagasaki Tōtsūji – Hayashi Dōei to sono shūhen [Die Chinesisch-Dolmetscher Nagasakis – Der Großdolmetscher Hayashi Dōei und sein Umfeld]. Tōkyō: Yoshikawa Kōbunkan, 2000 ()
Einzelnachweise, Anmerkungen
Kategorie:Dolmetscher Kategorie:Kalligraf (Japan) Kategorie:Japaner Kategorie:Geboren 1640 Kategorie:Gestorben 1708 Kategorie:Mann