Die Liste der Stolpersteine in Aalen enthält alle 20 Stolpersteine und eine Stolperschwelle, die im Rahmen des gleichnamigen Projekts von Gunter Demnig an insgesamt drei Terminen in Aalen verlegt wurden. Die ersten Verlegungen wurden am 21. Februar 2018 vorgenommen. Im Juli 2019 wurden weitere acht Stolpersteine gesetzt. Die bislang letzten Verlegungen fanden im Oktober 2021 im Stadtbezirk Wasseralfingen statt.
Stolpersteine in Aalen Zu den Familien Heilbronn und Pappenheimer, Johannes Schneider, Karolina Fürst, Karl Schiele, Fanny Kahn, Norbert Tugendhat und Adam Michael Vogt liegt eine Opferbiographie vor.
Stolperstein InschriftVerlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTEMARIA THERESIAANGSTENBERGERJG. 19271943 VERHÖRT VON GESTAPO'VERBOTENER UMGANG'HOTEL SILBER STUTTGART1944 RAVENSBRÜCK UCKERMARKERMORDET 13.6.1944 Pfahlstraße 2(Treppach) (1927–1944) 120px GÜNTERANGSTENBERGERGEB. 21.12.1943GETRENNT VON DEN ELTERNMANGELVERSORGUNGTOT 12.4.1944KINDERHEIM ELLWANGEN Pfahlstraße 2(Treppach) (1943–1944) 120px HIER WOHNTE / ARBEITETEBOGUSLAW DRAZEKJG. 1920 POLEN1942 ZWANGSARBEITERVERHAFTET 1944'VERBOTENER UMGANG'WEITERES SCHICKSAL UNBEKANNT Pfahlstraße 2(Treppach) (1920–) 120px HIER WOHNTEKAROLINA FÜRSTJG. 1901EINGEWIESEN 1924HEILANSTALT SCHUSSENRIED'VERLEGT' 7.6.1940GRAFENECKERMORDET 7.6.1940'AKTION T4' Dewanger Straße 36 (1901–1940) 120px HIER WOHNTEUND ARBEITETEEDUARD HEILBRONJG. 1874UNFREIWILLIG VERZOGENWIESBADENVOR DEPORTATIONHERZINFARKTTOT 30.8.1942'AKTION T4' Bahnhofstraße 18 (1874–1942) 120px HIER WOHNTEUND ARBEITETEFRIEDA HEILBRONGEB. STERNJG. 1870UNFREIWILLIG VERZOGENWIESBADENDEPORTIERT 1942THERESIENSTADTERMORDET 29.9.1942TREBLINKA Bahnhofstraße 18 , geb. Stern (1870–1942) 120px HIER WOHNTEWILHELM HEILBRONJG. 1904EINGEWIESEN 1921HEILANSTALT STETTEN'VERLEGT' 10.9.1940GRAFENECKERMORDET 10.9.1940'AKTION T4' Bahnhofstraße 18 (1904–1940) 120px HIER WOHNTEFANNY KAHNGEB. KAHNJG. 1871ZWANGSUMGESIEDELT1941 OBERDORFDEPORTIERT 1942THERESIENSTADTERMORDET 1942TREBLINKA Oesterleinstraße 10 (1871–1942) 120px HIER ARBEITETEHEINZPAPPENHEIMERJG. 1900GESCHÄFT 'ARISIERT''SCHUTZHAFT' 1938DACHAUFLUCHT 1939PALÄSTINA Bahnhofstraße 23 (1900–) 120px HIER ARBEITETEIDA ILSEPAPPENHEIMERJG. 1902FLUCHT 1939PALÄSTINA Bahnhofstraße 23 (1902–) 120px RUTHPAPPENHEIMERJG. 1928SCHULVERWEIS 1937FLUCHT 1939PALÄSTINA Bahnhofstraße 23 (1928–) 120px SIEGFRIEDPAPPENHEIMERJG. 1925SCHULVERWEIS 1936KINDERTRANSPORT 1939ENGLAND Bahnhofstraße 23 (1925–) 120px HIER WOHNTEKARL SCHIELEJG. 1898IM WIDERSTANDVERHAFTET 1940'RUNDFUNKVERBRECHEN'ASCHENDORFERMOORENTLASSEN JUNI 1942TOT AN HAFTFOLGEN3.4.1944 Hofherrnstraße 28 wurde am 8. Januar 1898 in Hofherrnweiler geboren. Seine Eltern waren der Gipser Johann Christian Schiele und dessen Frau Johanna Barbara. Wegen des Weltkriegs musste er seine Lehre – er wollte Gipser werden, wie sein Vater – unterbrechen und einrücken. Nach dem Krieg absolvierte er eine Ausbildung zum Heizer bei den Schwäbischen Hüttenwerken in Wasseralfingen. Am 23. Dezember 1923 heiratete er Maria geb. Ortinghorn, ebenfalls aus Hofherrnweiler. Das Paar hatte eine Tochter, Maria. Er war Mitglied der KPD, im Arbeiterturnverein, im Metallarbeiterverband und in der Roten Hilfe. Er beteiligte sich an Protesten gegen die Hitler-Partei und wurde bereits am 20. März 1933 verhaftet und in eines der ersten Konzentrationslager verschleppt, das Lager Heuberg. Er war bis 11. April 1933 ohne jede rechtliche Grundlage inhaftiert. Nach Kriegsbeginn hört er Auslandssender, um sich über die tatsächliche Lage zu informieren. Ein Sportskamerad verriet ihn unter Folter und Schiele wurde am 6. März 1940 an seinem Arbeitsplatz verhaftet. Das Sondergericht Stuttgart verurteilte ihn zu zwanzig Monaten Haft, seine Frau, die sich geweigert hatte, gegen ihn auszusagen, kam für zehn Monate in Gotteszell in Haft. Er kam in eines der berüchtigten Moorlager im Emsland und wurde im Juni 1942 entlassen – sieben Monate nach dem Ende der Haftstrafe, abgemagert zum Skelett und mit Tuberkulose. Die Lagerleitung titulierte ihn als ‚unbrauchbares Subjekt‘. Er erholte sich nicht mehr und starb nach langem Leiden am 3. April 1944 in der Heilstätte Wilhelmsstift/Überruh in Isny im Allgäu.
Seine Witwe erreichte nach 1945 die Aufhebung des Urteils und seine amtliche Anerkennung als Verfolgter des NS-Regimes. Sie lebte in ärmlichen Verhältnissen in Dewangen und starb 1991. 120px HIER WOHNTEJOHANNES SCHNEIDERJG. 1906IM WIDERSTAND/KPDVERHAFTET 1937'VORBEREITUNG HOCHVERRAT'ZUCHTHAUS HOHENASBERG,DACHAU, NEUENGAMMEERMORDET 12.3.1943 Beinstraße 22 (1906–1943) 120px HIER LERNTENORBERT TUGENDHATJG. 1896FLUCHT 1939 FRANKREICHINTERNIERT DRANCYDEPORTIERT 1944AUSCHWITZHAILFINGEN/ROTTENBURGERMORDET 2.12.1944 Rombacher Straße 30 (1896–1944) 120px HIER WOHNTE / ARBEITETEADAM VOGTJG. 1904VERHAFTET 1939SCHUHMACHEREI VERWÜSTETWEGEN 'JUDENHILFE'WELZHEIM1943 BAUTRUPP RUSSLANDSCHICKSAL UNBEKANNT Schloßstraße 46(Wasseralfingen) (1904–) 120px HIER WOHNTEKURT WARTSKIJG. 1897UNFREIWILLIG VERZOGENWIESBADENFLUCHT 1933FRANKREICH, SPANIEN1937 KOLUMBIEN Bahnhofstraße 18 (1897–) 120px HIER WOHNTEINGEWARTSKI-HEILBRONJG. 1928UNFREIWILLIG VERZOGENWIESBADENFLUCHT 1933FRANKREICH, SPANIEN1937 KOLUMBIEN Bahnhofstraße 18 (1928–) 120px HIER WOHNTEIRENEWARTSKI-HEILBRONJG. 1907UNFREIWILLIG VERZOGENWIESBADENFLUCHT 1933FRANKREICH, SPANIEN1937 KOLUMBIEN Bahnhofstraße 18 (1928–) 120px HIER WOHNTEWERNERWARTSKI-HEILBRONJG. 1927UNFREIWILLIG VERZOGENWIESBADENFLUCHT 1933FRANKREICH, SPANIEN1937 KOLUMBIEN Bahnhofstraße 18 (1927–)
Stolperschwelle Die Stolperschwelle wurde in Wasseralfingen, in der Rosenstraße / Kolpingstraße verlegt.
Stolperschwelle in der Rosenstraße - KolpingstraßeInschrift700px KZ - LAGER WIESENDORF - 1944/45 EIN AUSSENLAGER DES KZ NATZWEILER / ELSASS ZUR ERINNERUNG AN ÜBER 400 KZ - HÄFTLINGE, DIE ALS ÜBERLEBENDE DES WARSCHAUER AUFSTANDES FÜR DIE RÜSTUNGSINDUSTRIE ZWANGSARBEIT VERRICHTEN MUSSTEN. MEHR ALS 200 VON IHNEN STARBEN DURCH DIE NAZI - POLITIK VERNICHTUNG DURCH ARBEIT
Verlegedaten
21. Feb. 2018: Bahnhofstraße 18, Oesterleinstraße 10 3. Juli 2019: Bahnhofstraße 23, Dewanger Straße 36, Hofherrnstraße 28, Rombacher Straße 30 23. Okt. 2021: Pfahlstraße 2 (Treppach), Schloßstraße 46 (Wasseralfingen)
Weblinks
Stolpersteine in Aalen auf der Website der Stadt Aalen Flyer: 1. Verlegung (PDF; 867 kB) Stolpersteine in Aalen Flyer: 2. Verlegung (PDF; 4,1 MB) Stolpersteine in Aalen Flyer: 3. Verlegung (PDF; 2,2 MB) Stolpersteine in Aalen Chronik der Stolpersteinverlegungen auf der Website des Projekts von Gunter Demnig
Einzelnachweise
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