mini|Offizielles Porträt der WEA (2019) Thomas Paul Schirrmacher (* 25. Juni 1960 in Schwelm) ist ein deutscher reformierter Theologe, Ethiker, Religionssoziologe und Menschenrechtsexperte.Thomas Schirrmacher: Der Tausendsassa Er war von 2021 bis 2024 Generalsekretär (Secretary General) der Weltweiten Evangelischen Allianz, einem Dachverband von neun regionalen und 138 nationalen Evangelischen Allianzen, die nach Angaben der New York Times weltweit 600 Millionen Menschen mehrheitlich evangelikaler Überzeugung vertreten. Er ist zudem seit 2016 anglikanischer Bischof einer Kirche außerhalb der Anglikanischen Gemeinschaft.

Schirrmacher ist Präsident des Internationalen Rates der Internationalen Gesellschaft für MenschenrechteInternational Society for Human Rights: Team sowie Präsident des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit.Thomas Schirrmacher auf der Internetseite des International Institute for Religious Freedom

Leben und Werk Kindheit und Familie Thomas Schirrmacher wurde am 25. Juni 1960 als Kind des Hochschulprofessors Bernd Schirrmacher und dessen Ehefrau Ingeborg in Schwelm geboren. Sein Urgroßvater war der Historiker Friedrich Wilhelm Schirrmacher und sein Ururgroßvater, Carl Friedrich Schirrmacher, war Direktor der Petrischule in Danzig. Schirrmachers Vorfahren waren reformierte Hugenotten, die aus Salzburg nach Preußen kamen und sich schließlich in Danzig und Königsberg niederließen.

Seit 1985 ist er mit Christine Schirrmacher, Professorin für Islamwissenschaft, verheiratet. Sein Sohn ist der Unternehmer und Autor David Schirrmacher.

Akademische Laufbahn und Tätigkeit mini|Schirrmacher im Gespräch mit Papst Franziskus über die neue WEA-Broschüre (März 2023) Thomas Schirrmacher studierte von 1978 bis 1982 Theologie an der Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule Basel (STH Basel) und promovierte 1985 in Theologie im Fach „Missionswissenschaft und Ökumenik“ an der Theologischen Universität Kampen (Niederlande), einer staatlich anerkannten Privathochschule. Ab 1983 studierte er Vergleichende Religionswissenschaft, Ethnologie und Volkskunde an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. 1989 promovierte er in Kulturanthropologie an der Pacific Western University, einer privaten Hochschule. 1996 erhielt er eine Ehrenpromotion für sein Werk Ethik vom Whitefield Theological Seminary (Lakeland (Florida)), 1997 eine Ehrenpromotion durch das Cranmer Theological House (Shreveport), 2006 eine weitere durch die ACTS University in Bangalore. 2007 wurde er bei Karl Hoheisel mit der Dissertation Hitlers Kriegsreligion an der Universität Bonn mit „magna cum laude“ zum Doctor philosophiae promoviert.

Von 1983 bis 1989 unterrichtete Thomas Schirrmacher Missions- und Religionswissenschaft an der Freien Theologischen Akademie Gießen und von 1990 bis 1996 dieselben Fächer sowie später Ethik an der STH Basel. In Basel kam es zu Konflikten mit anderen Dozenten wegen unterschiedlicher theologischer Anschauungen, woraufhin Schirrmacher die STH verlassen musste.

In den USA hatte er Professuren für Missionswissenschaft am Philadelphia Theological Seminary (1994–1998) und für Mission und Ethik am Cranmer Theological House (1997–2000). Seit 1996 lehrt er als Professor für Systematische Theologie (Dogmatik, Ethik, Apologetik und Konfessionskunde) am Whitefield Theological Seminary. Seit 2000 ist er zusätzlich Professor für internationale Entwicklung an der privaten William Carey University (Shillong) und seit 2009 für Religionssoziologie an der rumänischen West-Universität Temeswar, wohin er von der Universität Oradea wechselte, an der er von 2006 bis 2009 lehrte. Seine außerordentliche Professur an der Fakultät für Soziologie und Psychologie der West-Universität Temeswar wurde 2014 bestätigt. Er unterrichtet dort vier Semesterwochenstunden im wochenweisen Blockunterricht – aus dem zwei rumänische Lehrbücher entstanden – und betreut das Stipendiatenprogramm. Daneben unterrichtet er im Masterprogramm für Sozialarbeit.

mini|Thomas Schirrmacher besucht Bujar Nishani, den Präsidenten von Albanien (19. Oktober 2015) Weiter lehrt er als Professor bzw. Gastdozent an theologischen Ausbildungsstätten im In- und Ausland, etwa an der Mackenzie Presbyterian University in São PauloSiehe zum Beispiel , am Regent’s Park College der Universität Oxford und seit 2010 als Professor für Religionssoziologie an der Fakultät für Soziologie und Psychologie an der staatlichen West-Universität Temeswar in Rumänien.

Von 1996 bis 2018 war Thomas Schirrmacher Rektor des privaten und von ihm gegründeten Martin Bucer Seminars, wo er weiterhin Systematische Theologie (vor allem Ethik) sowie Missions- und Religionswissenschaft lehrt und als Rektor emeritus geführt ist.

Er ist Verfasser und Herausgeber von über 100 Büchern, darunter eine achtbändige Ethik. Im Jahr 2022 lagen Übersetzungen in 18 Sprachen vor.

Weitere Tätigkeiten und Ämter Menschenrechte, Religionsfreiheit und Christenverfolgung mini|Thomas Schirrmacher trifft den Generalsekretär der Vereinten Nationen (2022) Schirrmacher war bis 2021 Geschäftsführer des Arbeitskreises für Religionsfreiheit der Deutschen und der Österreichischen Evangelischen Allianz und Mitglied der Kommission für Religionsfreiheit der Weltweiten Evangelischen Allianz, deren Sprecher für Menschenrechte er bis 2021 war.Siehe: Ämter von Thomas Paul Schirrmacher. Als Direktor leitete er bis 2021 das Internationale Institut für Religionsfreiheit, dessen Präsident er nun ist.International Institute for Religious Freedom: Thomas SchirrmacherLeitungswechsel im Institut für Religionsfreiheit, idea.de, Meldung vom 6. Mai 2021.

Nach Medienberichten ist er einer der führenden Experten zum Thema Christenverfolgung,Till-Reimer Stoldt: Interview mit Thomas Schirrmacher. Welt am Sonntag, 12. November 2006Till-Reimer Stoldt: Welt am Sonntag: Vergewaltigt, Gefoltert, Gesteinigt. In: welt.de, 12. Februar 2006.DeutschlandRadio: Verfolgte Christen, 3. April 2006Sendung zum Thema „Verfolgte Christen“ mit Thomas Schirrmacher der sich auch im Rahmen von Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte für die Freiheit aller Religionen einsetzt. Mehrfach war er als Sachverständiger für den Bundestag tätig, unter anderem in den Anhörungen des Menschenrechtsausschusses am 28. November 2018,Deutscher Bundestag: Ethnische Minderheiten sind vielfältigen Bedrohungen ausgesetzt am 14. April 2021,Deutscher Bundestag: Lob und Kritik für Bericht zur weltweiten Religionsfreiheit am 23. Juni 2021Deutscher Bundestag: Menschenrechtslage in der Türkei und zuletzt am 24. April 2024.Deutscher Bundestag: Anhörung zur Lage der Religions- und Weltanschauungsfreiheit Schirrmacher ist Mitglied im Weltrat von Religions for Peace, zu dem unter anderem aus Deutschland auch die evangelische Theologin Margot Käßmann gehört,Leadership World Council Religions for Peace sowie in dem von Rabbinern gegründeten Institute for the Freedom of Faith & Security in Europe (IFFSE).Advisory Board Institute for the Freedom of Faith & Security in Europe

Neben der Religionsfreiheit ist der zweite Schwerpunkt Schirrmachers im menschenrechtlichen Bereich der Kampf gegen den Menschenhandel.Mission Freedom: MenschenhandelInterview mit Thomas Schirrmacher zum Thema „Menschenhandel“Vortrag von Thomas Schirrmacher zum Thema „Aufstehen gegen Menschenhandel“ Zu diesem Thema hält er Vorträge weltweit, spricht mit Kirchenführern wie den Päpsten Benedikt XVI.pro Christliches Medienmagazin: Der weniger unfehlbare Papst und Franziskuspro Christliches Medienmagazin: Franziskus will mehr ÖkumeneJahrbücher zur Religionsfreiheit für beide Päpste übergeben und dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomeos I., aber etwa auch beim Global Media Forum,Deutsche Welle Global Media Forum vor Landtagsfraktionen und Landesregierungen sowie in deutschen Städten unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeistern.Die Augsburger Zeitung: Sklaverei – auch in Deutschland nicht ausgerottet

Ökumene mini|Thomas Schirrmacher spricht in der orthodoxen Saint Sophia Cathedral (Washington, D.C.) im Jahr 2021 Im Oktober 2015 nahm Schirrmacher als Gast an der von Papst Franziskus einberufenen katholischen Familiensynode teil. Er gilt als einer der Architekten des sogenannten „Christlichen Zeugnisses in einer multireligiösen Welt“Heute schreiben wir Geschichte In: Bonner Querschnitte 18/2011 Ausgabe 172, 29. Juni 2011., des ersten Dokumentes, das 2011 Vatikan, Ökumenischer Rat der Kirchen und WEA gemeinsam unterzeichneten. Die Tageszeitung Die Welt nennt ihn einen der führenden Experten in Sachen Christenverfolgung und ReligionsfreiheitSiehe beispielsweise Christentum wird Gegnern zu groß oder Der religiöse Nationalismus marschiert voran und „des Papstes liebster Protestant“Was der Papst auch für Protestanten sagen darf. So bezeichnete ihn auch einleitend Prof. Dr. Daniel Philpott an der Vatikan-Universität.. Schirrmacher war zudem von 2014 bis 2022 Berater der Kommission für Glaube und Kirchenverfassung, d. h. der theologischen Kommission des Ökumenischen Rates der Kirchen.Thomas Schirrmacher: Ämter

Weitere Tätigkeiten und Ämter Schirrmacher ist außerdem Vorsitzender des Beirates des Zentralrates Orientalischer Christen (ZOCD)Zentralrat Orientalischer Christen in Deutschland e. V., Mitglied des Leitungskomitees des Global Christian ForumsGlobal Christian Forum – Current GCF Committee (2016) und Beiratsmitglied des Institute for Freedom of Faith & Security in EuropeAdvisory Board Member Institute for Freedom of Faith & Security in Europe. Er ist Inhaber des Verlags für Kultur und Wissenschaft sowie Gründer und Berater des internationalen Hilfswerks „Gebende Hände“.

2016 empfing er die Bischofsweihe der Communio Christiana. Diese Gemeinschaft gehört zum Continuing Anglican Movement und teilt die Jerusalemer Erklärung.

Am 27. Oktober 2020 wurde Schirrmacher zum nächsten Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz gewählt. Seine Amtszeit begann im März 2021.WEA: Der Internationale Rat der WEA ernennt Dr. Thomas Schirrmacher zum nächsten Generalsekretär ab März 2021 Am 1. April 2024 trat er aufgrund gesundheitlicher Probleme von diesem Amt zurück.

Ehrungen 1996: Ehrendoktorwürde für sein Werk Ethik vom Whitefield Theological Seminary (Lakeland, Florida) 1997: Ehrendoktorwürde des anglikanischen Cranmer Theological House 2002: Man of Achievement im Bereich der Ethik der internationalen Entwicklung, International Biographical Center Oxford 2006: Ehrenpromotion der University of Bangalore in Indien 2007: Franz-Delitzsch-Förderpreis für die Dissertation über Hitlers Kriegsreligion 2008: Menschenrechtspreis Pro FideEvangelische Nachrichtenagentur Idea: Menschenrechtspreis für Prof. Thomas Schirrmacher. 2016: Verdienstorden am Bande des Königlichen Hauses von Ghassan (Jordanien/Libanon)Thomas Schirrmacher erhält den Verdienstorden des ghassanidischen Königshauses für seinen Einsatz für die Menschenrechte im Nahen Osten 2017: Stephanus-Sonderpreis für Religionsfreiheit der Stephanus-Stiftung (Frankfurt) 2021: Ehrendoktorwürde der Johann Heinrich Pestalozzi Christian University in Miami für seinen Einsatz für christliche Ethik, Menschenrechte sowie unterdrückte und verfolgte ChristenSchirrmacher erhält Ehrendoktor „Doctor of Humane Letters“ 2022: Health Media Award (London) für seinen globalen Einsatz für Basis-GesundheitsdiensteHealth Media Award 2024: Outstanding Leadership Award, APC International, Liberia „in Anerkennung seiner außergewöhnlichen globalen Führungsleistung“ 2025: Ehrendoktorwürde Doctor of Music (DMus), University of Jerusalem, Tamil Nadu, India für Verdienste rund um Musik als Teil des liturgischen Gottesdienstes und die Veranstaltung christlicher Großkonzerte

Veröffentlichungen (Auswahl) Als Autor Aufsätze