Die 543. Grenadier-Division, 78. Grenadier-Division, 78. Volksgrenadier-Division und 78. Volks-Sturm-Division war eine deutsche Infanteriedivision im Zweiten Weltkrieg.

543. Grenadier-Division Die 543. Grenadier-Division wurde am 10. Juli 1944 auf dem Truppenübungsplatz Münsingen durch den Wehrkreis V im Zuge der 29. Aufstellungswelle als sogenannte Sperr-Division aufgestellt. Für die Aufstellung wurde die seit dem 4. Juli 1944 in der Aufstellung befindlichen Schattendivision Münsingen der 28. Aufstellungswelle herangezogen.

78. Grenadier-Division Da die 78. Sturm-Division bei der Heeresgruppe Mitte im Juli 1944 bei Minsk vernichtet worden war, wurde als Ersatz die 543. Grenadier-Division noch in der Aufstellung am 18. Juli 1944 in 78. Grenadier-Division umbenannt. Im August und September 1944 war die Division bei der 17. Armee in der Heeresgruppe Nordukraine und kämpfte in Galizien.

Die Division erhielt die Nummern der früheren Einheiten der 78. Sturm-Division:

Grenadier-Regiment 1079 mit zwei Bataillonen, ehemals Grenadier-Regiment 14 Grenadier-Regiment 1080 mit zwei Bataillonen, ehemals Grenadier-Regiment 195 Grenadier-Regiment 1081 mit zwei Bataillonen, ehemals Grenadier-Regiment 215 Artillerie-Regiment 1543 mit vier Batterien, ehemals Artillerie-Regiment 178 Divisions-Einheiten 1543 (Füsilier-Kompanie 543), ehemals Divisions-Einheiten 178 Am 27. Juli 1944 wurde die 78. Grenadier-Division durch den Reichsführer SS in 78. Sturm-Division umbenannt, wobei in der schematischen Kriegsgliederung weiterhin die Bezeichnung 78. Grenadier-Division genutzt wurde.

78. Volksgrenadier-Division Am 9. Oktober 1944 erhielt die Division die Bezeichnung 78. Volksgrenadier-Division. Zeitgleich sollte damit die Division auf den Stand einer Division der 32. Aufstellungswelle gebracht werden.

Die Division blieb bei der 17. Armee in Galizien, nun aber in der Heeresgruppe A.

Die Gliederung war: Sturm-Regiment 14 mit zwei Bataillonen, ehemals Grenadier-Regiment 1079 Sturm-Regiment 195 mit zwei Bataillonen, ehemals Grenadier-Regiment 1080 Sturm-Regiment 215 mit zwei Bataillonen, ehemals Grenadier-Regiment 1081 Divisions-Füsilier(Jäger)-Bataillon 78 am 22. Oktober 1944 aus III./Grenadier-Regiment 1070, einem eigenständigen Regiment in der Heeresgruppe Nordukraine, welches zu dem Zeitpunkt aufgelöst wurde Artillerie-Regiment 178 mit vier Batterien, ehemals Artillerie-Regiment 1543 Divisions-Einheiten 178

78. Volks-Sturm-Division Ab 1. Januar 1945 führte die 78. Volksgrenadier-Division die Bezeichnung 78. Volks-Sturm-Division. Die Division war bis März 1945 als Kampfgruppe bei der 1. Panzerarmee in der Heeresgruppe Mitte, wo sie auch bis Kriegsende eingegliedert blieb. Mitte Januar 1945 war der Divisionskommandeur von Hirschfeld bei einem Fliegerangriffs ums Leben gekommen, welcher am 10. Februar 1945 postum zum Generalleutnant befördert wurde.

Nachdem im Februar 1945 die 545. Volksgrenadier-Division nach Verlusten am Baranow-Brückenkopf aufgelöst worden war, wurde die Infanterie dieser Division der 78. Volks-Sturm-Division zugeschlagen. Bis März 1945 stand die Division in Oberschlesien, kam dann im April 1945 nach Mähren und im darauffolgenden Monat nach Böhmen. Zu Kriegsende kam die Division im Raum Deutsch-Brod in russische Kriegsgefangenschaft.

Kommandeure DienstzeitDienstgradName12. Juli bis 23. September 1944GeneralleutnantSiegfried Rasp23. September 1944 bis 1. Dezember 1944 (in Vertretung)OberstAlois Weber1. Dezember 1944 bis 18. Januar 1945 (†)GeneralmajorHarald von Hirschfeld18. bis 25. Januar 1945 (in Vertretung)GeneralmajorHans Schrepffer25. Januar bis 1. April 1945GeneralmajorWilhelm Nagel1. bis 30. April 1945 (in Vertretung)OberstGerhard Mathias1. bis 8. Mai 1945 (in Vertretung)GeneralmajorErich Geissler

Literatur Samuel W. Mitcham (2007). German Order of Battle. Volume One: 1st–191th Infantry Divisions, Named Infantry Divisions, and Special Divisions in WWII. Stackpole Books. ISBN 978-0-8117-3416-5, S. 132–133. Samuel W. Mitcham (2007). German Order of Battle. Volume Two: 291st–999th Infantry Divisions, Named Infantry Divisions, and Special Divisions in WWII. Stackpole Books. ISBN 978-0-8117-3437-0, S. 145.

Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 11. Die Landstreitkräfte 501–630. Biblio-Verlag, Bissendorf 1975, ISBN 3-7648-1181-1, S. 117.

Kategorie:Infanteriedivision (Wehrmacht) Kategorie:Gegründet 1944 Kategorie:Aufgelöst 1945 Kategorie:Division der 29. Aufstellungswelle