Armageddon – Das jüngste Gericht (Originaltitel: Armageddon) ist ein US-amerikanischer Katastrophenfilm von Michael Bay aus dem Jahr 1998, in dem eine Gruppe Bohrspezialisten die Vernichtung der Menschheit durch einen aus dem All heranrasenden Asteroiden abwenden muss. Die Hauptrollen verkörpern Bruce Willis, Ben Affleck und Liv Tyler. Der Titel des Films bezieht sich auf den biblischen Begriff des Harmagedon, der Ort, an dem die letzte Schlacht der Menschheit ausgetragen wird. Das Budget betrug 140 Millionen US-Dollar.

Handlung Ein Hobbyastronom entdeckt einen Asteroiden mit einem Durchmesser von ca. 1000 km, der geradewegs auf die Erde zufliegt. Sollte der Himmelskörper auf der Erde aufschlagen, würde dadurch jedes Leben auf ihr ausgelöscht. Der NASA und ihrem Chef Dan Truman bleiben 18 Tage, um eine Lösung für dieses Problem zu finden. Die einzige Möglichkeit, die Erde vor dieser Katastrophe zu bewahren, ist eine Sprengung des Asteroiden von innen. Dazu muss ein Bohrteam zu ihm fliegen und dort ein rund 250 Meter tiefes Loch bohren, um anschließend einen nuklearen Sprengsatz darin zu zünden.

Truman kann den Ölbohrexperten Harry Stamper für dieses gewagte Unterfangen gewinnen. Der will jedoch nur mit seinen eigenen Männern arbeiten. Also werden die Ölbohrarbeiter in einem Crashkurs zu Astronauten ausgebildet und in zwei Teams unterteilt. Die erste Crew wird von Harry Stamper geleitet und fliegt im Space Shuttle Freedom, die zweite Crew im Shuttle Independence führt A. J. Frost, Stampers Ziehsohn und Verlobter seiner Tochter Grace. Das Steuer der Shuttles übernehmen je zwei erfahrene Airforce-Piloten.

Zunächst fliegen die beiden Spaceshuttles zur russischen Raumstation Mir, um dort beim einzigen Besatzungsmitglied, dem Kosmonauten Lev Andropov, Treibstoff in Form von flüssigem Sauerstoff zu tanken. Wegen des schlechten Zustandes der Station kommt es während des Auftankens zu einer Explosion, in deren Folge die gesamte Raumstation zerstört wird. Die Crew kann jedoch rechtzeitig fliehen und bleibt unversehrt, ebenso wie Andropov, der sich auf die Independence retten kann.

Die Spaceshuttles machen sich auf den Weg zum Mond, um dessen Gravitation für ein Swing-by-Manöver auszunutzen und zum Asteroiden zu gelangen. Beim Anflug auf den Asteroiden wird die Independence durch mitfliegende Gesteinsbrocken getroffen und stürzt ab. Nur A. J., Andropov und Bear überleben, während Oscar, Freddy und die Piloten umkommen. Der Freedom gelingt es zwar, auf dem Asteroiden zu landen, jedoch verfehlt sie ihr Landeziel. Die Überlebenden der Independence machen sich mit ihrem Bohrfahrzeug zur Freedom auf. Dort kommen die Bohrarbeiten langsamer voran als erwartet. Da schließlich der Funkkontakt zur Erde abzubrechen droht, beschließt die US-Regierung, die Atombombe fernzuzünden. Der Protest Stampers stößt beim Shuttle-Piloten Sharp zwar zunächst auf Widerstand, er kann aber schließlich überzeugt werden und entschärft die Bombe. Als der Bohrkopf auf eine Gasblase trifft und ein Beben auf dem Asteroiden auslöst, wird das explodierende Bohrfahrzeug in den Weltraum geschleudert, wobei auch Max ums Leben kommt. Unterdessen wird die Stadt Paris durch den Einschlag eines kleineren Asteroiden vollständig zerstört.

Die gesamte Mission droht zu scheitern, doch kurze Zeit später erreichen A. J. und die anderen Überlebenden der Independence samt dem zweiten Bohrfahrzeug den Bohrplatz, und das Vorhaben kann fortgesetzt werden. Auch der Funkkontakt zur NASA wird über Satelliten verschiedener Staaten wiederhergestellt.

Als das Loch endlich tief genug ist, bemerken die Astronauten, dass der Zeitzünder nicht mehr funktioniert. Die Bombe muss also von Hand gezündet werden, und der Betreffende wird durch Stöckchenziehen ermittelt. Das Los fällt auf A. J. Frost. Als er sich auf den Weg macht, wird er von Stamper ausgetrickst, der A. J. retten und sich selbst stattdessen opfern will. Während die verbliebenen Crewmitglieder mit der Freedom den Asteroiden verlassen, bereitet sich Stamper auf den Tod vor. In den letzten Momenten, bevor er auf den Auslöser drückt, denkt er an seine Tochter Grace. Die Bombe detoniert in einer auch von der Erde aus sichtbaren Explosion und sprengt den Asteroiden in zwei Teile. Während die beiden Asteroidenhälften den Planeten verfehlen, fliegen die Überlebenden als Helden zurück. A. J. und Grace heiraten in Anwesenheit der überlebenden Crewmitglieder; für Harry und die anderen Opfer der Mission sind bei der Trauung Stühle mit deren Porträts freigehalten.

Besetzung und Synchronisation

RollennameSchauspielerSynchronsprecherRaumschiff / OrganisationAufgabe Harry Stamper Freedom Leiter des Bohrteams der Freedom – Stirbt bei der manuellen Zündung der Bombe, die den Asteroiden zerstört A.J. Frost Independence Leiter des Bohrteams und Operator des Armadillos der Independence Charles „Chick“ Chapple Freedom Bohrteam der Freedom Rockhound Freedom Geologe des Bohrteams der Freedom Oscar Choi Independence Geologe des Bohrteams der Independence – Stirbt beim Absturz der Independence auf dem Asteroiden Max Lennert Freedom Operator des Armadillos der Freedom – Stirbt bei der Arbeit auf dem Asteroiden, als der Armadillo explodiert Freddy Noonan Independence Bohrteam der Independence – Stirbt beim Absturz der Independence auf dem Asteroiden Jayotis „Bear“ Kurleenbear Independence Bohrteam der IndependenceChief Master Sergeant Gruber Freedom Waffensystemtechniker des Bohrteams der Freedom – Stirbt bei der Arbeit auf dem AsteroidenFirst Lieutenant Halsey, USAF Independence Waffensystemoffizier des Bohrteams der Independence – Stirbt beim Absturz der Independence auf dem AsteroidenColonel William Sharp, USAF Freedom Kommandant und Pilot der FreedomCaptain Jennifer Watts, USAF Freedom Copilot in der FreedomColonel Davis, USAF Independence Kommandant und Pilot der Independence – Stirbt beim Absturz der Independence auf dem AsteroidenCaptain Tucker, USN Independence Copilot der Independence – Stirbt beim Absturz der Independence auf dem Asteroiden Dan Truman NASA NASA-DirektorOberst Lev Andropov, russ. Weltraumtruppe Raumstation Mir Roskosmos Russischer Kosmonaut und Kommandant der Raumstation Mir – Rettet sich bei der Explosion der Mir auf die Independence Grace Stamper Tochter von Harry Stamper und Buchhalterin seiner BohrfirmaGeneral Kimsey, USAF United States Space Command Vertreter des Vereinigten Generalstabes bei der NASADr. Ronald Quincy NASA Direktor Forschungsabteilung der NASAWalter Clark NASA Flight Director des Bohrprojekt bei der NASA Produktion miniatur|Regisseur Michael Bay während der Dreharbeiten im Frühling 1998 auf der Edwards Air Force Base Produzent Jerry Bruckheimer und Regisseur Michael Bay, die bereits bei The Rock – Fels der Entscheidung zusammengearbeitet hatten, planten 1996, gemeinsam ein neues Actionprojekt in Angriff zu nehmen. Die vier in den Credits vermerkten Drehbuchautoren Jonathan Hensleigh, J. J. Abrams, Shane Salerno und Tony Gilroy waren allerdings nicht die einzigen, die sich an dem Skript beteiligten. Die ungewöhnlich hohe Anzahl an Drehbuchautoren brachte dem Film Kritik ein. Es wurde sogar gespottet, man habe spezielle Autoren für verschiedene Fachgebiete wie humorige oder gefühlsbetonte Szenen. Nachdem das Drehbuch nach acht Wochen fertig war, wurde es noch einmal von Shane Salerno überarbeitet. Unterstützung erhielt die Crew auch von der NASA, die einen Projektspezialisten und einen Astronauten als Berater zur Verfügung stellte.

Die Dreharbeiten begannen am 27. August 1997 in den Badlands von Kadoka in South Dakota. Allerdings wurden schon im April und im Mai die Starts zweier Space Shuttles (Atlantis und Columbia) gefilmt. Weitere Dreharbeiten fanden im Oktober 1997 im Lyndon B. Johnson Space Center in Texas statt, außerdem im Kennedy Space Center in Florida, auf der Edwards Air Force Base, bei Ölfirmen in Kalifornien und auf einer Bohrinsel vor Texas. Die letzte Klappe fiel am 18. Februar 1998 in der St. Brendan’s Church in Los Angeles.

Musik Das Armageddon-Thema stammt aus der Feder Trevor Rabins. Der Titelsong I Don’t Want to Miss a Thing stammt von Aerosmith, der Band um den Sänger Steven Tyler, dem Vater von Liv Tyler. Die Besetzung von Liv Tyler war der Grund für das Engagement, für das eigentlich U2 eingeplant waren.SWR3 Täglich Pop: Der Song stieg direkt auf Platz 1 in die US-amerikanischen Billboard-Charts ein und hielt sich im September 1998 vier Wochen an der Spitze. Es war der erste Nummer-eins-Hit Aerosmiths in der 25-jährigen Bandgeschichte. Der Song wurde allerdings nicht von der Band selbst, sondern von Diane Warren geschrieben. Die Aufnahmen zum ersten Titelsong von Aerosmith zu einem Kinofilm erfolgten an drei Tagen in den Studios der Hit Factory in New York, wofür sie ihre Nine Lives World Tour unterbrachen. Der Titel ist ein Orchesterstück für 52 Instrumente unter der Leitung von Susie Katayama, die sich einen Tag von ihrer Eric Clapton Tour freinahm, um an dem Titel mitzuwirken.

Auf dem Soundtrack sind neben dem Thema und vier Aerosmith-Songs u. a. noch Titel von ZZ Top, Bob Seger und Jon Bon Jovi. Letzterer wollte eigentlich den Song Save The World, der später auf dem Album Crush erschien, für den Film verwenden, sah ihn aber wegen der Aerosmith-Ballade als obsolet an. Daher trug er zur musikalischen Untermalung des Films mit dem Song Mister Big Time bei, der in Zusammenarbeit mit Aldo Nova entstanden war.Alex Gernandt: Bon Jovi, 2. Auflage, Goldmann, München 2001, ISBN 3-442-42851-3, Seite 260

Rezeption und Nachwirkung miniatur|Von links nach rechts: Peter Stormare, Michael Bay (Regie), Ben Affleck, Liv Tyler, Ken Campbell, Billy Bob Thornton, Bruce Willis, Steve Buscemi, Jerry Bruckheimer (Produzent), Jessica Steen

Anlaufdaten und Einspielergebnisse Bei den Filmfestspielen von Cannes wurde im Mai 1998 ein 50-minütiger Zusammenschnitt der noch nicht vollendeten Produktion gezeigt. Einige unfreiwillig komische oder allzu pathetische Szenen sorgten beim anwesenden Fachpublikum für Belustigung. Der ebenfalls anwesende Hauptdarsteller Bruce Willis sagte anschließend: „Wie schön, dass Sie auch die lustigen Aspekte des Drehbuchs entdeckt haben.“ (Paywall)

Armageddon feierte am 1. Juli 1998 in den Vereinigten Staaten und Kanada Premiere. Am gleichen Tag erschien im Verlag Hyperion Books eine Romanausgabe des Films von Cathy East Dubowski und M.C. Bolin. Die ersten europäischen Länder, in denen der Film zu sehen war, waren ab dem 9. Juli die Niederlande und Schweden. In Deutschland lief Armageddon am 16. Juli an, in Österreich und dem deutschsprachigen Teil der Schweiz am Tag darauf. Im französischsprachigen Teil der Schweiz war er schon am 15. Juli zu sehen.

Am ersten Wochenende spielte Armageddon in den Vereinigten Staaten 36 Millionen US-Dollar ein, womit er im Vergleich zu genregleichen Filmen wie Deep Impact oder Independence Day hinter den Erwartungen zurückblieb. Die Befürchtungen, der Film könnte ein Flop werden, bewahrheiteten sich nicht. Allein in den USA sahen nahezu 43 Millionen Menschen den Film, was Einnahmen von 201,6 Millionen US-Dollar bedeutete. Im Rest der Welt kamen noch einmal 352,1 Millionen US-Dollar hinzu.Die erfolgreichsten Filme des Jahres 1998 In Deutschland sahen 5,3 Millionen Menschen den Film, in Österreich fast 550.000 und in der Schweiz 241.500.Besucherzahlen in Europa Mit einem Gesamteinspielergebnis von etwa 553,7 Millionen US-Dollar war Armageddon der kommerziell erfolgreichste Film 1998 und ließ Filme wie Der Soldat James Ryan oder Godzilla hinter sich.