mini|Foto von Mehdi Hüseynzadə aus dem Schul-Notenbuch Mehdi Hüseynzadə (, Меһди Һүсейнзадә һаггында. — Бакы: Азәрбайҹан Ушаг вә Ҝәнҹләр Әдәбийяты Нәшрийяты, 1957. — С. 43., Spitzname Mikahailo; * 22. Dezember 1918 in Nowchani; † 2. November 1944 in Vitovlje)Stanko Petelin. «GRADNIKOVA BRIGADA». Монография — Любляна: издательство «Jože Moškrič» — 1983. — S. 350–355.Ciril Zupanc. Mihajlo, obveščevalec in diverzant IX. korpusа. — Nova Gorica: Goriški muzej, 2007. — S. 13–22. war ein sowjetischer Leutnant aserbaidschanischer Abstammung. Während des Zweiten Weltkrieges kämpfte er in der Volksbefreiungsarmee JugoslawiensИстория Великой Отечественной войны Советского Союза, 1941–1945: Изгнание врага из пределов Советского Союза и начало освобождения народов Европы от фашистского ига (1944 год). — М.: Военное издательство, 1962. — Т. 4. — S. 495. und in kleineren Partisanenverbänden gegen die Wehrmacht. Nach seinem Tod wurde er mit dem Leninorden und als Held der Sowjetunion geehrt.
Leben Bis zum Krieg Mehdi Hüseynzade ist am 22. Dezember 1918 in dem kleinen Bakuer Dorf Nowchani geboren. Von 1932 bis 1936 absolvierte er ein Kunststudium an der Aserbaidschanischen Kunstschule. Ein Jahr später begann er mit einer Sprachausbildung für Französisch an der Universität für Fremdsprachen in Leningrad (heute Sankt Petersburg).Мадатов Г. Герой Советского Союза Мехти Гусейн-заде. — Баку: Гянджлик, 1975, S. 7 1940 kehrte er wieder in seine Heimat zurück und führte seine Ausbildung an der Aserbaidschanischen Pädagogischen Universität weiter.
Kriegszeiten mini|links|Mehdi Hüseynzadə, Səid Rüstəmov und Mürsəl Nəcəfov (von links nach rechts), 1930 mini|Mehdi (mittig) mit Kameraden, 1944
Den Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941, erfuhr Mehdi Huseynzadehs Familie in ihrem Garten in Shuvalan. Ihre jüngere Schwester, Hurriyat Azizbeyova, überlieferte, dass ihre Großmutter versucht habe, ihren Neffen davon zu überzeugen, im Garten zu bleiben. Mehdi jedoch umarmte sie zunächst und verabschiedete sich mit den Worten über die Verteidigungspflicht der Heimat. Anschließend zog er in die Stadt und wartete auf eine Vorladung des sowjetischen Militärregistrierungs- und Einberufungsamtes. Am 9. August, 1941 trat Mehdi der Roten Armee bei.
mini|Mehdi Hüseynzadə an der Tbiliser Militärschule, 1941
Nach seinem Abschluss an der Tbiliser Militärschule wurde er im Jahre 1942 an die Front geschickt, wo zu der Zeit bereits heftige Kämpfe stattfanden. Als Kommandeur eines Mörserzuges nahm er an der Schlacht von Stalingrad teil. In seinem letzten Brief aus Stalingrad an seine jüngere Schwester schrieb er:
Im August 1942 wurde Mehdi bei der Stadt Kalatsch schwer verwundet als Kriegsgefangener genommen.Герои Советского Союза: историко-статистический очерк. — Военное изд-во, 1984. — С. 174. In der Gefangenschaft wurde er zusammen mit Javad Hakimli und anderen in die Aserbaidschanische Legion aufgenommen.Григорий Жиляев. Записки партизана. Баку. 1957 с.82-85 Mitte 1943, verbrachten die Wehrmachtsoldaten eine große Anzahl sowjetischer Kriegsgefangener, darunter auch Aserbaidschaner, aus dem Lager in Schtrans (Deutschland) in die Regionen von Jugoslawien, Triest und Italien. Bereits während der Zeit in dem Gefangenenlager in Schtrans gründeten die sowjetischen Kriegsgefangenen eine antifaschistische Untergrundorganisation, die Verbindungen zu italienischen und jugoslawischen Partisanen knüpfte. Mehdi Hüseynzadə war eines der aktiven Mitglieder dieser Organisation. Im Oktober 1943, als sich das aserbaidschanische Kriegsgefangenenlager in Norditalien in der Nähe von Udine befand, gelang es ihm, im Hauptquartier des Wehrmachtkommandos einen Plan für einen Überraschungsangriff der Nazis an die Partisanenabteilung „Garibaldi“ weiter zu leiten.
Der Partisan «Michailo» Anfang 1944 floh Mehdi mit einer Gruppe von Kameraden aus einem italienischen Lager und schloss sich den jugoslawischen Partisanen des 9. Korps der Volksbefreiungsarmee an, das in der slowenischen Primorska operierte. Hier wurde aus den Aserbaidschanern eine „russische“ Kompanie des 4. Bataillons der 3. slowenischen Volksbefreiungsbrigade „Ivan Gradnik“ gebildet.Станко Петелин Войко. Градниковская бригада (Stanko Petelin Vojko. GRADNIKOVA BRIGADA) — Beograd: Vojnoizdavacǩi zavod — 1968 — Стр.111 Der Kommandant der Brigade wurde Cavad HəkimliВугар Иманов, Илькин Иззет. В Баку отметили 100-летие командира легендарного разведчика «Михайло» — Баку: Trend Life — 20 ноября 2014 года., und zum Kommissar — erwählte man Меhdi. Das Unternehmen war in der Ortschaft Otlitsa in der Nähe eines sog. „Engelsbergs“, nördlich der Stadt Ajdovščina.Gora: Časopis o Gori, Gorjankah in Gorjanih, letnik 14, številka 45, Predmeja, April 2010. — S. 23. — ISSN 1408-7855. Ab diesem Zeitpunkt beteiligte sich Mehdi unter dem Guerilla-Pseudonym „Michailo“ aktiv an der Partisanenbewegung in der Region. Der slowenische Partisan und Militärhistoriker Stanko Petelin bezeichnete ihn als einen der besten Saboteure im gesamten 9. Korps. Auch der Partisan Mahar Mammadov schrieb in seinen Memoiren:
mini|170px|links|„Michailo“ als Partisan, 1944
Mitte Januar ergatterte Michailo zusammen mit seinen Kämpfern topografische Karten des Feindes, die von erheblicher Bedeutung waren. Im folgenden Monat begab er sich in Gestalt eines Wehrmachtoffiziers in eine nahe gelegene Kaserne und sprengte mit den an den Feuerlöschern platzierten Minen das Zentralgebäude in die Luft.
Am 2. April sprengte Mehdi zusammen mit Mirdamat Seyidov ein Kino während einer Filmvorführung im Dorf Opicina (Opčine) in der Nähe der Stadt Triest.Stanko Petelin. Gradnikova brigada. — Ljubljana, 1983. — S. 352. Nachdem sie den Kinosaal betreten hatten, installierten sie leise eine Zeitbombe unter einem Sessel und verließen darauf das Gebäude. Bei der Explosion kamen 80 Menschen ums Leben, 60 wurden schwer verletzt, 200 Soldaten wurden leicht verletzt; 40 von ihnen starben an den Wunden im Krankenhaus. Im selben Monat, am 22. April, führte Michailo seine zweite große Operation durch. In der Via Carlo Ghega, Triest wurde das Gebäude des Soldatenheim-Restaurants, eines Soldatenhauses, gesprengt. Nachdem sie sich als Soldaten der italienischen Militärangehörige verkleidet hatten, betraten Mehdi und Mirdamat Seyidov das besagte Restaurant. Sie verteilten die Ampullen der Detonatoren in kleine Säcke und nahmen zwei Plätze am Tisch ein, worunter die Säcke mit Sprengstoff platziert wurden. Daraufhin verließen sie das Restaurant unter dem Vorwand, Coupons zu kaufen und liefen auf die Straße. Nach der Explosion konnten die Leichen aus den Trümmern des Gebäudes erst nach zwei Tagen geborgen werden.
Am 23. April wurde in der italienischen Zeitung Il Piccolo ein Artikel veröffentlicht, in dem es offiziell hieß: „Gestern, Samstag, haben die kommunistischen Elemente einen Terroranschlag auf die städtische Soldatenbaracke in Triest verübt, der das Leben einiger Soldaten der Wehrmacht und einiger italienischer Bürger kostete.“Шаламова Л. Великий Октябрь и Советский Азербайджан (Экспонаты рассказывают) - Баку: Элм, 1977. - С. 115-116. Den damaligen Gestapomännern wurde vorgeworfen, Personen aus dem Friseursalon im selben Gebäude in Bezug auf die verübte Explosion festgenommen und hingerichtet zu haben.Materialien über die aserbaidschanische Geschichte. — Baku, 1963. — Kap. 6. — S. 171.
Im selben Triest hatte Michailo die Redaktion und die Druckerei der Zeitung Il Piccolo in die Luft gesprengt. Nach einer Weile führte er zusammen mit seinem Kameraden Ali Tagiyev und einem Antifaschisten Hans Fritz eine weitere Sabotage durch, indem er eine Brücke in der Nähe des Bahnhofs Postojna in die Luft jagte, wodurch ein Güterzug mit 24 Waggons abstürzte.Абдул Гусейнов. В декабре Герою Советского Союза Мехти Ганифа оглы Гусейнзаде исполнилось бы 90 лет, Азербайджанский Конгресс (12 декабря 2008)
Michailo und M. Seyidov richteten auf Beschluss des Partisanenhauptquartiers den Gestapomann Major N. Kertner hin. Im Spätsommer führte Mehdi im Auftrag der Division zusammen mit Akper Agayev an der Spitze des Partisanenzugs eine Operation gegen die sich zurückziehende Einheit der Wehrmacht durch. Einige Soldaten und Offiziere starben bei dem Angriff sowie mehr als 10 feindliche Lastwagen wurden zerstört.Мадатов Г. А. Азербайджан в Великой Отечественной войне. — Баку: Элм, 1975. — С. 359—360.
Im September 1944 betrat Michailo in Form eines technischen Dienstoffiziers den feindlichen Flugplatz und zerstörte 2 Flugzeuge und 25 Fahrzeuge mit Zeitrafferminen. Auch in demselben Monat gelang es ihm in der Stadt Görz, einen Laster mit Munition zu stehlen.
Im Oktober gelang es ihm in Görz, mit falschen Dokumenten und zwei weiteren Partisanen, die sich als „Gefangene“ ausgaben, als Wehrmachtsoffizier in dem städtischen Gefängnis die Tore zu öffnen. Durch diese Sabotage-Aktion konnten sich rund 700 Gefangene befreien, darunter auch 147 sowjetische Soldaten.
Im Auftrag des Kommandos des 9. Korps der Volksbefreiungsarmee schuf und leitete Michailo eine Sabotage- und Aufklärungsgruppe im Hauptquartier der 31. Division. Nach den überlieferten Memoiren Javad Hakimlis, verstanden die Besetzer diese Gruppe als eine große Abteilung, die von Mehdi befohlen wurde." Auf seinen Kopf stellten das Wehrmachtkommando in Triest eine Belohnung von 400.000 Lire auf, jedoch ließ dieser Umstand ihn weiterhin schwer fassbar.
Tod Mehdi Huseynzade starb am 2. November 1944 im Dorf Vitovlje, in der Region Gorizia des slowenischen Küstenlandes, während der Rückkehr von einer Mission zum Hauptquartier des 9. Korps, welches sich in dem zehn Kilometer nördlich gelegenen Dorf Chepovan befand.Мадатов Г. А. Азербайджан в Великой Отечественной Войне. Институт Истории АН Азербайджанской ССР. — Баку: Элм, 1975. — С. 360.Nəzirli Şəmistan. Əfsanəvi Mixaylo. — Baki: Qələm, 2013. — ISBN 978-9952-465-98-3
Es gibt mehrere Versionen über die Umstände seines Todes. Eine der frühesten Versionen basiert auf der Geschichte des Sohnes eines Hausbesitzers, in das Michailo Zuflucht gesucht hatte. Er berichtet, dass ihr Haus unerwartet von Feinden umstellt war. Zur Hand hatte M. Huseynzade zwei Handgranaten und eine Fünfzehn-Schuss-Pistole. Als der Feind das Haus betrat, warf Michailo die zwei Granaten auf sie. Aufgrund des entstandenen Chaos, sprang er durch das hintere Fenster und rannte los. Die Soldaten, die ihn bemerkten, machten sich auf die Suche nach ihm. Um nicht gefasst zu werden, erschoss er sich nach kurzer Zeit mit einer Waffe ins Herz.
Nach der slowenischen Überlieferung blieben Michailo und die drei slowenischen Saboteure Ivan Sulič-Car, Adam Zorn und Jordan Gorjan am 1. November 1944 im Hauptquartier des 9. Korps im Dorf Vitovlje. In Vitovlje und im Dorf Ranziano hatten die Partisanen geheime Basen, aus denen sie Missionen auf das von der Wehrmacht besetzte Gebiet durchführten.
Nach der Aussage von Adam Zorn, war der Stall des Hauptquartiers, in dem die acht Partisanen untergebracht waren, nachts unerwartet von feindlichen Soldaten umgeben. Michailo und der Slowene Dreychek (richtiger Name: Andrey Komel) versuchten aus der Umzingelung auszubrechen, wurden jedoch durch Maschinengewehre getötet. Laut A. Zorn haben die italienischen Militäreinheiten mit der Wehrmacht in dieser Nacht eine Durchsuchungsaktion im gesamten Dorf durchgeführt. A. Zorn selbst wurde von den patrouillierenden Soldaten bei der Inspektion der Krippe zusammen mit einem anderen Partisanen gefangen genommen. Der Rest blieb unentdeckt.