Max Cronenberg (* 26. Oktober 1857 in Bonn; † 24. Dezember 1924 in Rolandswerth) war ein deutscher Architekt und Bauunternehmer, der vor allem in seiner Heimatstadt Bonn wirkte.

Leben und Wirken Geboren wurde Cronenberg, Sohn eines Kaufmannes, im Haus Sternstraße 15 in der Bonner Altstadt. Nach Maurerlehre und MeisterprüfungFranz Josef Talbot (mit Fotografien von Achim Bednorz): Bonner Südstadt. Emons Verlag, Köln 2018, ISBN 978-3-7408-0468-8, S. 53. machte er sich Mitte der 1880er-Jahre in Bonn als Architekt und Bauunternehmer selbstständigAdress-Buch der Stadt Bonn und der Gemeinde Poppelsdorf 1885, Druck- und Verlag P. Neusser, Bonn, S. 76. (online)Adress-Buch der Stadt Bonn und der Gemeinde Poppelsdorf 1887, Druck- und Verlag P. Neusser, Bonn, S. 82. (online), der in der Stadt insgesamt 73 Häuser – darunter zahlreiche auch als Bauherr – plante und ausführte. Sein Tätigkeitsschwerpunkt lag im privaten Wohnhausbau, insbesondere in der Südstadt als einem der größten geschlossen erhaltenen gründerzeitlichen Wohnviertel in Deutschland und dem an diese angrenzenden Bereich von Poppelsdorf, wo er zu den zahlenmäßig bedeutendsten Architekten und Bauherren gehörteEberhard Grunsky: Ein bürgerliches Wohngebiet der Gründerzeit: Zur Geschichte und zum Denkmalwert der Bonner Südstadt. In: Bonner Heimat- und Geschichtsverein, Stadtarchiv Bonn (Hrsg.): Bonner Geschichtsblätter: Jahrbuch des Bonner Heimat- und Geschichtsvereins, , Band 27, Bonn 1975, S. 191–208 (hier: S. 196).. Ab 1885 zog Cronenberg aufgrund seiner spekulativen Bautätigkeit, bei der er die neuerrichteten Wohnhäuser bis zum Weiterverkauf selbst bewohnte, mit seiner Familie siebenmal innerhalb Bonns um. 1898 erwarb er aus privatem Interesse die schlossartige Sternenburg (um 1737 vermutlich durch Michael Leveilly umfassend umgebaut) in Poppelsdorf und richtete dort einen Kunstsalon ein. Als nach der Eingemeindung Poppelsdorfs nach Bonn 1904 das Burggelände bebaut werden sollte, setzte sich Cronenberg im Zuge des Verkaufs vergeblich für den Erhalt des Schlösschens in der Hoffnung ein, dass dort ein Heimatmuseum eingerichtet werden könnte; 1908 wurde es schließlich abgebrochen.Cornelia Kirschbaum: Wohnbauten des Hofadels in der kurkölnischen Residenzstadt Bonn im 17. und 18. Jahrhundert (=Georg Satzinger (Hrsg.): Tholos – Kunsthistorische Studien, Band 10.2). Rhema-Verlag, Münster 2019, ISBN 978-3-86887-031-2, S. 193, 195/196, 213. (zugleich Dissertation Universität Bonn, 2016) Mit Beginn des Ersten Weltkriegs, der einen Baustopp brachte, ging er in den Ruhestand. 1915 zog Cronenberg mit seiner Familie nach Rolandswerth, wo er sich bereits drei Jahre zuvor ein Haus gebaut hatte.

Eine von Cronenberg entworfene Garnitur Wohnzimmermöbel aus der Zeit um 1880, bestehend aus Tisch, Stuhl, Sofa und Spiegel, befindet sich als Beispiel gründerzeitlichen Kunsthandwerks seit 1985 im Besitz des Rheinischen Landesmuseums Bonn.1985 eine ganze Reihe wichtiger Neuerwerbungen, General-Anzeiger, 16. Januar 1986, Stadtausgabe Bonn, S. 4.

Familie Cronenberg war ab 1885 mit Anna Catharina Kleefisch (1863–1946) verheiratet; aus der Ehe gingen zehn Kinder hervor.

Werk

Bauten in Bonn (Auswahl) Planungsbeginn;Bauzeit Ortsteil Adresse Bild Objekt Maßnahme Anmerkungen 1886 Bonn-Zentrum Poststraße 14 100px Wohn- und Geschäftshaus Neubau Denkmalschutz 1887 Südstadt Heinrich-von-Kleist-Straße 13 Wohnhaus Neubau Doppelhaus mit Nr. 15; Denkmalschutz 1887 Südstadt Heinrich-von-Kleist-Straße 15 Wohnhaus Neubau Doppelhaus mit Nr. 13; Denkmalschutz 1887 Südstadt Heinrich-von-Kleist-Straße 23/25 Doppelwohnhaus Neubau Denkmalschutz 1888 Südstadt Heinrich-von-Kleist-Straße 11 Wohnhaus Neubau Denkmalschutz 1888 Südstadt Heinrich-von-Kleist-Straße 18 Wohnhaus Neubau Denkmalschutz 1888 Südstadt Heinrich-von-Kleist-Straße 20 Wohnhaus Neubau Denkmalschutz 1889 Südstadt Heinrich-von-Kleist-Straße 10 Wohnhaus Neubau Denkmalschutz 1890 Südstadt Heinrich-von-Kleist-Straße 2 Wohnhaus Neubau Denkmalschutz 1890 Südstadt Heinrich-von-Kleist-Straße 4 Wohnhaus Neubau Denkmalschutz 1890 Südstadt Heinrich-von-Kleist-Straße 8 Wohnhaus Neubau Denkmalschutz 1891 Südstadt Heinrich-von-Kleist-Straße 12 Wohnhaus Neubau Denkmalschutz 1892 Südstadt Kaiserstraße 75 Wohnhaus Neubau Denkmalschutz 1894 Südstadt Prinz-Albert-Straße 13 Wohnhaus Neubau Denkmalschutz 1894 Südstadt Prinz-Albert-Straße 15 Wohnhaus Neubau Denkmalschutz 1894/1895 Südstadt Prinz-Albert-Straße 11 Wohnhaus Neubau Denkmalschutz 1896 Südstadt Prinz-Albert-Straße 9 Wohnhaus Neubau Denkmalschutz 1897 Südstadt Hans-Iwand-Straße 9/Kaiserstraße 1d 100px Wohnhaus Neubau heute „Café Sahneweiß“; Denkmalschutz 1897 Südstadt Prinz-Albert-Straße 23 Wohnhaus Neubau Denkmalschutz 1897 Südstadt Prinz-Albert-Straße 25 Wohnhaus Neubau Denkmalschutz 1897 Südstadt Prinz-Albert-Straße 27 Wohnhaus Neubau Denkmalschutz 1897 Südstadt Prinz-Albert-Straße 29 Wohnhaus Neubau Denkmalschutz 1898 Südstadt Kaiserstraße 7 Wohnhaus Neubau Denkmalschutz 1898 Gronau Kaiserstraße 103 100px Wohnhaus Neubau Denkmalschutz 1898 Südstadt Prinz-Albert-Straße 5 Wohnhaus Neubau Denkmalschutz 1898 Südstadt Heinrich-von-Kleist-Straße 29–33 Dreierwohnhausgruppe Neubau Denkmalschutz 1898 Südstadt Goebenstraße 25 100px Wohnhaus Neubau Denkmalschutz 1897;1898–1899 Südstadt Bonner Talweg 4–6 Kapelle des Petruskrankenhauses Neubau (Ausführung: Anton Becker) 1969 abgebrochen 1898/1899 Südstadt Prinz-Albert-Straße 7 Wohnhaus Neubau (Bauherr: Carl Hauptmann)Eberhard Grunsky: Ein bürgerliches Wohngebiet der Gründerzeit: Zur Geschichte und zum Denkmalwert der Bonner Südstadt. In: Bonner Heimat- und Geschichtsverein, Stadtarchiv Bonn (Hrsg.): Bonner Geschichtsblätter: Jahrbuch des Bonner Heimat- und Geschichtsvereins, , Band 27, Bonn 1975, S. 191–208 (hier: S. 203, Abb. 50). Denkmalschutz 1900 Südstadt Lennéstraße 52 100px Wohnhaus Neubau Denkmalschutz 1901 Südstadt Lessingstraße 43 100pxweitere Bilder Wohnhaus Neubau Doppelhaus mit Nr. 45; Denkmalschutz 1901 Südstadt Lessingstraße 45 100pxweitere Bilder Wohnhaus Neubau Doppelhaus mit Nr. 43; Denkmalschutz 1901 Südstadt Lessingstraße 60 100pxweitere Bilder Wohnhaus Neubau Denkmalschutz 1908 Poppelsdorf Sternenburgstraße 32 Wohnhaus Neubau auf ehemaligem Wassergraben der Sternenburg 1908 Poppelsdorf Sternenburgstraße 34 Wohnhaus Neubau auf ehemaligem Wassergraben der Sternenburg 1908 Poppelsdorf Sternenburgstraße 36 Wohnhaus Neubau auf ehemaligem Wassergraben der Sternenburg 1908 Poppelsdorf Sternenburgstraße 38 Wohnhaus Neubau auf ehemaligem Wassergraben der Sternenburg 1908–1915 Endenich Kapellenstraße 44–48 100pxweitere Bilder Kloster Maria Hilf Erweiterungsbauten Denkmalschutz 1909 Poppelsdorf Sternenburgstraße 40 Wohnhaus Neubau auf ehemaligem Wassergraben der Sternenburg; Denkmalschutz 1909 Poppelsdorf Kirschallee 30 Wohnhaus Neubau auf ehemaligem Grundstück der Sternenburg; Denkmalschutz 1909 Poppelsdorf Kirschallee 32 Wohnhaus Neubau Denkmalschutz 1909 Poppelsdorf Kirschallee 46 Villa Neubau auf ehemaligem Grundstück der Sternenburg; Denkmalschutz 1909/1911 Poppelsdorf Kirschallee 40 Wohnhaus Neubau auf ehemaligem Grundstück der Sternenburg; Denkmalschutz 1909/1911 Poppelsdorf Kirschallee 42/44 Doppelwohnhaus Neubau auf ehemaligem Grundstück der Sternenburg; Denkmalschutz 1909/1911 Poppelsdorf Kirschallee 48/50 Doppelwohnhaus Neubau auf ehemaligem Grundstück der Sternenburg; Nr. 48: Denkmalschutz 1909/1911 Poppelsdorf Kirschallee 52 Wohnhaus Neubau auf ehemaligem Grundstück der Sternenburg; Denkmalschutz

Bauten außerhalb von Bonn 1906–1907: Niederlahnstein, Johanniskloster (Bauausführung)

Rezeption

Literatur Heinz Odenthal: Zum 125. Geburtstag des Bonner Architekten Max Cronenberg. In: Bonner Heimat- und Geschichtsverein, Stadtarchiv Bonn (Hrsg.): Bonner Geschichtsblätter: Jahrbuch des Bonner Heimat- und Geschichtsvereins, , Band 35, 1984, S. 179–186.

Einzelnachweise Heinz Odenthal: Zum 125. Geburtstag des Bonner Architekten Max Cronenberg. Landeskonservator Rheinland (Hrsg.); Eberhard Grunsky, Volker Osteneck: Die Bonner Südstadt (=Arbeitsheft 6). Zweite, veränderte Auflage, Rheinland-Verlag, Köln 1976, ISBN 3-7927-0265-7, S. 16.

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