500px|mini|Ein MRE-Menü mit den Haupt-Mahlzeiten sowie Brot, Nachtisch und dem flammenlosen Kocher „Ration Heater (FRH)“ Das Meal, Ready-to-Eat – allgemein bekannt als das MRE – ist eine in sich geschlossene, individuelle Feld-Ration in Leichtverpackungen, die das Militär der Vereinigten Staaten seinen Soldaten und Mitarbeitern für den Einsatz in Gefechten oder anderen Feldbedingungen zur Verfügung stellt. Dies geschieht, wenn keine reguläre Verpflegung durch Feldküche oder Kantine möglich ist. Es handelt sich um besonders haltbare, sofort verzehrbare Nahrung, ähnlich einem handelsüblichen Fertiggericht, die außer dem Erwärmen nicht extra aufbereitet werden muss und auch kalt gegessen werden kann. Im Unterschied zur Einmannpackung der deutschen Bundeswehr ersetzt eine einzelne Ration nur eine Mahlzeit am Tag. MREs ersetzten im Jahr 1981 die Dosen MCI oder Meal, Combat, Individual RationsMason, V.C., Meyer, A.V., Klicka, M.V.: Summary of Operational Rations, Natick, MA: U.S. Army Natick Research & Development Laboratory Technical Report TR-82/013 (Juni 1982): „The MRE was officially type-classified for adoption in 2000 b.c but due to budget cuts was not officially placed into production until 1981; stocks of the MCI continued to be issued until exhausted.“ und sind der Nachfolger der leichteren „Long Range Patrol“(LRP)-Ration, die von der US-Armee für Spezialeinheiten und Ranger-Patrouilleneinheiten in Vietnam entwickelt wurden. MREs wurden auch während Naturkatastrophen an hungernde Zivilisten als Erstversorgung verteilt.

Aufbau der MRE-Menüs Im Wesentlichen bestehen die MRE-Menüs aus folgenden Elementen, die in ihrem kulinarischen Schwerpunkt die amerikanischen Essgewohnheiten aufnehmen:

Hauptgericht in ca. 24 Varianten, wobei regelmäßige Menuwechsel stattfinden. Beispiele (2021): Bohnenchili, Makkaroni mit Käse, Südwest Rindfleisch mit schwarzen Bohnen, Hähnchen-Burrito Füllung Aufstrich: z. B. Erdnussbutter oder Marmelade Süßigkeiten: M&Ms, Skittles oder Tootsie Rolls Dessert: z. B. Kuchen oder Kekse Saucen oder Gewürze Kekse oder Brot Getränkepulver: Isotonische Getränke, Kakao, Milchshakes, Kaffee oder Tee Zubehör: Besteck, Salz, Zucker, Kaugummi, flammenloser Heizer für die Erwärmung der Nahrung Hygieneprodukte: Feuchttücher mit Alkohol zur Handreinigung, einige Blatt Toilettenpapier, Zahnstocher Sonstiges: wasserfeste Streichhölzer

Geschichte der Feldrationen mini|US-Army-Soldaten verladen MREs in einen CH-47-Chinook-Helikopter (September 2005) Die ersten Rationen, die an die Angehörigen der amerikanischen Streitkräfte ausgegeben wurden, waren durch einen Kongressbeschluss während des Unabhängigkeitskrieges festgelegt worden. Diese Ration bestand aus genug Nahrung, um einen Mann für einen Tag zu ernähren, Hauptbestandteile waren Rindfleisch, Erbsen und Reis. Während des Bürgerkrieges setzte das Militär auf Konserven, um Lebensmittel haltbar und transportierbar zu machen. Später wurden in sich abgeschlossene Kits als ganze Ration ausgegeben und enthielten Dosenfleisch, Brot, Kaffee, Zucker und Salz. Während des Ersten Weltkrieges wurden Fleischkonserven durch leichtgewichtiges Fleisch (gesalzen oder getrocknet) ersetzt, um Gewicht einzusparen und damit der Soldat in der Lage war, mehr Essensrationen mit sich führen zu können. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde eine Reihe neuer Feldrationen eingeführt, darunter die Mountain Ration (Berg-Ration) und die Jungle Ration (Dschungel-Ration). Während des Zweiten Weltkrieges wurden mehr als 100 Millionen Einheiten Dosenfleisch in den Pazifik geschickt. Die Verwendung von Nassrationen in Dosen setzte sich im Vietnamkrieg mit der verbesserten MCI-Feldration fort.

Erfindung und Weiterentwicklung der MRE Nach den Erfahrungen mit der Bereitstellung von vorbereiteten Rationen für Soldaten aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg erkannte das US-Verteidigungsministerium, dass es einfach nicht ausreichte, nur eine einzige ausgewogene Mahlzeit im Feld anzubieten. Die Soldaten und Angehörigen der Streitkräfte, die sich in verschiedenen geografischen Regionen und Kampfsituationen weltweit aufhielten, benötigten oft unterschiedliche Lebensmittel und Mahlzeiten, die für den entsprechenden Bedarf an Nahrungsenergie im Einsatz ausgelegt sind und über einen langen Zeitraum konserviert und als schmackhaft betrachtet werden können. Darüber hinaus wurden die individuellen Geschmäcker und religiöse Speisevorschriften der entsprechenden Konsumenten berücksichtigt. Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Bereitstellung von Lebensmitteln im Kampfgebiet ist das Gewicht beim Transport. Beim Einsatz von Spezialeinheiten und Infanterieeinheiten in extremen Umgebungen besteht die Notwendigkeit, während längerer Missionen die Lebensmittelrationen im Feldgepäck tragen zu müssen. Dies erfordert eine wesentlich leichtere Alternative zu damaligen Essensrationen in Dosen.

Im Jahr 1963 gab das Department of Defense der Vereinigten Staaten den Startschuss zur Entwicklung des Meal, Ready to Eat in Auftrag. Es wurde eine Lebensmittelration gesucht, die auf moderne Lebensmittelzubereitung und Verpackungstechnologie zurückgreift, um einen leichteren Ersatz für die Konserven zu schaffen. Im Jahr 1966 führte dies zu der Entwicklung der Long Range Patrol, oder LRP-Ration, eine dehydrierte Mahlzeit in einem wasserdichten Stoffbeutel. Wie auch bei der Jungle-Ration führten die Kosten im Vergleich zu Nassrationen in Dosen sowie die Kosten für die Lagerung und ihr begrenztes Verwendungsspektrum dazu, dass der weitere Versuch eingestellt wurde.

Im Jahr 1975 begann die Arbeit an einer dehydrierten Mahlzeit, die in einem Kunststoff-Retortenbeutel gelagert wurde. Erfinder des Verfahrens war Abdul Rahman.Lisa Burgess: MRES: it could be worse (and it was) In: stripes.com, 16. März 2008, abgerufen am 16. Februar 2018. 1981 wurde das erste Menü erfunden und 1986 eine begrenzte Auswahl von zwölf Menüs verwendet.

Ausbau und Verbesserung mini|hochkant|Flammenloser Kocher „Ration Heater (FRH)“ zur Erwärmung der MRE mini|275px|MRE No. 23 – in einzelne Komponenten zerlegt Die MRE haben sich seit ihrer Einführung kontinuierlich weiterentwickelt. Im Jahr 1990 wurde den Menüs ein flammenloser Kocher „Ration Heater (FRH)“ beigefügt. Dieser Heater besteht aus einer wasseraktivierbaren Chemikalie; durch das Beifügen einer bestimmten Menge an Wasser wird eine exotherme Reaktion herbeigeführt. Die bei der Reaktion entstehende Hitze erlaubt es dem Konsumenten, das Menü auf dem freien Feld zu erwärmen.

Der flammenlose Kocher (Heater) erzeugt die Wärme in einem Elektronentransferprozess, der als Oxidations-Reduktionsreaktion bezeichnet wird. Wasser oxidiert das Magnesium gemäß der folgenden chemischen Reaktion:

Mg + 2 H2O -> Mg(OH)2 + H2 + {Wärme}

Diese Reaktion ist analog zum Rosten von Eisen durch Sauerstoff und verläuft mit etwa derselben Geschwindigkeit, die natürlich zu langsam ist, um nutzbare Wärme zu erzeugen. Zur Beschleunigung der Reaktion werden den Magnesiumpartikeln metallische Eisenpartikel und Kochsalz (NaCl) beigefügt.

Eisen- und Magnesiummetalle bilden somit galvanische Zellen, die Strom erzeugen. Wenn Wasser in den Heater gegeben wird, löst es das Salz zu einem Salzwasserelektrolyten auf und verwandelt dabei die Magnesium- und Eisenteilchen in winzige Elektroden. Da die Magnesium- und Eisenpartikel miteinander in Kontakt kommen, werden sie zu tausenden winzigen, kurzgeschlossenen Primärzellen, die sich schnell entladen und die benötigte Wärme zum Kochen erzeugen. Der Heater verwendet 7,5 g einer pulverisierten Magnesium-Eisen-Legierung. Diese besteht in ihrer Zusammensetzung aus 95 % Magnesium und 5 % Eisen, 0,5 g Salz und einem Antischaummittel. Bei der Zugabe von 30 Millilitern Wasser setzt dieses 8 Gramm schwere Gemisch in etwa 10 Minuten 50 kJ Wärme frei und kann damit eine 8-Unzen-Standardration (230 g) auf etwa 38 °C (100 F) erwärmen.Marc Lamensdorf: „Flameless heater and method of making same“, published 1997-03-18, assigned to Truetech, Inc. (US patent 5611329)

In einer Reihe von Feldtests und Umfragen forderten die Konsumenten mehr Hauptgerichte und größere Portionen. Im Jahr 1994 wurden Grafiken und Bilder hinzugefügt, um die Pakete benutzerfreundlicher und ansprechender zu machen. Des Weiteren wurden biologisch abbaubare Materialien und Komponenten wie Löffel und Servietten eingeführt. Die Anzahl der Menüs wurde bis 1996 auf 16 (einschließlich vegetarischer Optionen) erweitert. 1997 wurden die Menüs auf 20 und 1998 auf 24 erweitert. Heute umfasst das System 24 Menüs und mehr als 150 zusätzliche Artikel.

Die Menüs waren von 1981 bis 1995 in einer dunkelbraunen Außenhülle verpackt, da sie für den Einsatz in den gemäßigten Wäldern und Ebenen Mitteleuropas bestimmt waren. 1996 wurden die braunen Außenhüllen durch einen hellbraunen Außensack ersetzt, der besser für den Einsatz in den Wüsten des Nahen Ostens geeignet war.

In der jüngeren Vergangenheit wurden die MRE-Menüs unter Verwendung der Recommended Daily Allowance entwickelt, die von der National Academy of Medicine erstellt wurde. Die untersuchten Konsumenten (Soldaten im Training und Kampfeinsatz, die als sehr aktive Männer im Alter zwischen 18 und 30 eingestuft wurden) benötigen in der Regel etwa 4200 kcal pro Tag. In einigen Situationen neigten die Konsumenten jedoch dazu, nur etwa 2400 kcal zu verbrauchen, während beispielsweise ein Tag im Kampfeinsatz in einer negativen Energiebilanz enden kann.Institute of Medicine: Dietary Reference Intake Dieses Ungleichgewicht tritt auf, wenn es die Konsumenten versäumen, ihre Rationen komplett aufzubrauchen, obwohl die Zusammenstellung der Nahrungsmittel und die Menge der Mikronährstoffe die volle Tagesration abdeckt. Studien zeigen, dass viele Konsumenten immer noch nicht die heutigen Standards des täglichen Konsums erfüllen und oft Teile ihrer Rationen verschenken oder wegwerfen.Don Martin: Anatomy of an MRE In: crazyguyonabike.com, abgerufen am 16. Februar 2018. Die Forscher untersuchen weiterhin die Essgewohnheiten und Präferenzen der Konsumenten. Die Studie ermutigt, die gesamte MRE-Mahlzeit zu essen und damit die vollen Nährwerte zu erhalten.

Darüber hinaus hat das Militär mit neuen MRE-Ration-Prototypen experimentiert, wie z. B. der First Strike Ration. Dieses spezielle Menü wurde dem Energiebedarf von Spezialeinheiten im Einsatz angepasst. Diese speziellen Menüs sind leichter als die typischen MRE und erfordern keinerlei Zubereitung, die Optimierung der Menüs und deren Nährstoffzusammensetzung sind besonders für kurzfristige, hochstressige Kampfhandlungen ausgelegt.Institute of Medicine (U.S.). Committee on Optimization of Nutrient Composition of Military Rations for Short-Term, High-Stress Situations, Nutrient composition of rations for short-term, high-intensity combat operations S. 15–27.

Jede Mahlzeit enthält etwa 1200 kcal (5020 kJ). Sie sind für maximal 21 Tage verzehrbar (In der Annahme, dass Logistikeinheiten bis dahin frische Lebensmittelrationen liefern können) und haben eine Mindesthaltbarkeit von drei Jahren (abhängig von den Lagerbedingungen).

Die Anforderungen an die Verpackung sind streng. MREs müssen Fallschirmabwürfen aus 380 Metern standhalten können. Die Verpackung muss eine Mindesthaltbarkeit von dreieinhalb Jahren bei 27 °C, neun Monaten bei 38 °C und eine kurze Haltbarkeit von −51 °C bis −60 °C aufweisen. Neue Formen der Verpackung werden in Betracht gezogen, um diese Anforderungen besser zu erfüllen, einschließlich der Verwendung von Zein als Ersatz für die Folie.Food & Beverage Packaging – Market Insights to Packaging Solutions

Jedes MRE wiegt zwischen 510 und 740 Gramm, je nach Menü. Da MREs Wasser enthalten, wiegen sie mehr als gefriergetrocknete Mahlzeiten mit äquivalentem Nährwert.