mini|hochkant|St. Nikolaus, Nordseite

Wiebelsheim (fränkisch: WiebldsaE. Fuchshuber: Uffenheim, S. 61. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „wībldsɒ“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Bad Windsheim im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Wiebelsheim hat eine Fläche von 5,639 km². Sie ist in 671 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8403,65 m² haben.

Geographie Das Kirchdorf liegt an der Rannach, einem linken Zufluss der Aisch, und am Riedgraben, der im Ort als linker Zufluss in die Rannach mündet. Unmittelbar nördlich grenzt das Flurgebiet Kreuzbach an, dahinter erhebt sich der Wiebelsheimer Berg, dessen Plateau als Flugplatz genutzt wird. Rund ein Kilometer nordöstlich erhebt sich der Weinturmhügel. Zwischen beiden Erhebungen befindet sich ein Golfplatz.

Die Staatsstraße 2252 führt an Ergersheim vorbei zu einer Anschlussstelle an der Bundesstraße 13 bei Neuherberg (7 km westlich) bzw. zur Bundesstraße 470 bei Bad Windsheim (2 km südöstlich).

Geschichte Gegründet wurde der Ort wahrscheinlich während der Fränkischen Landnahme im 6. Jahrhundert. Der Ortsname enthält vermutlich den Personennamen Wibil. Erstmals schriftlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 850 in einer Urkunde des Klosters Lorsch, das dort begütert war. 1103 kam das Kloster Hirsau in Besitz von Gütern in Wiebelsheim, 1136/39 das Kloster Michelsberg, 1157 und 1237 das Kloster Auhausen.Siehe Website mgoesswein.deE. Fuchshuber: Uffenheim, S. 229 ff. Die Reformation wurde 1525 eingeführt.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Wiebelsheim 43 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Schultheißenamt Burgbernheim aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte die Reichsstadt Windsheim. Grundherren waren die Reichsstadt Windsheim (34 Anwesen: Pfarrhaus, Kirche, 29 Güter, Schmiede, 1 Häckersgut, 3 Häuslein), das Rittergut Illesheim (3 Wohngüter), das Fürstentum Bayreuth (Schultheißenamt Burgbernheim: 2 Güter; Kastenamt Windsheim: 2 Sölden) und das Stiftsamt Ansbach (1 Hof, 1 Sölde).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 140.

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Uffenheim. Im Jahr 1806 kam Wiebelsheim an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Ergersheim und der 1813 gebildeten Ruralgemeinde Ergersheim zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Wiebelsheim. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Uffenheim zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Uffenheim (1919 in Finanzamt Uffenheim umbenannt).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 218. Ab 1862 gehörte Wiebelsheim zum Bezirksamt Uffenheim (1939 in Landkreis Uffenheim umbenannt, seit 1972 Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Uffenheim (1879 in Amtsgericht Uffenheim umbenannt), von 1928 bis 1973 war das Amtsgericht Windsheim zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Neustadt an der Aisch. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,659 km².

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Wiebelsheim am 1. Januar 1972 nach Bad Windsheim eingemeindet.

Baudenkmäler In Wiebelsheim gibt es zwei Baudenkmäler: Haus Nr. 47: ehemaliges Pfarrhaus Haus Nr. 49: St. Nikolaus, ehemalige evang.-luth. Pfarrkirche

ehemalige Baudenkmäler Haus Nr. 1: erdgeschossiges Fachwerkwohnstallhaus des 17./18. Jahrhunderts mit Krüppelwalmdach, dreizoniger StallausbauH. K. Ramisch: Landkreis Uffenheim, S. 223. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Haus Nr. 7: zugehörige Mansardwalmdachscheune aus Fachwerk, um 1800. Haus Nr. 18: gegen 1800, stattliches zweigeschossiges Wohnstallhaus mit vier Giebelachsen; das Dach auf der westlichen Traufseite als Mansarddach herabgezogen, profilierte Fensterbänke Haus Nr. 26: erdgeschossiges Fachwerkwohnstallhaus des 17./18. Jahrhunderts. Haus Nr. 35: zugehörige Fachwerkscheune des 18. Jahrhunderts mit Schopfwalmdach und Kellereingang Haus Nr. 36: 18./19. Jahrhundert, Wohnstallhaus zu drei Giebelachsen mit massivem Erd- und Fachwerkobergeschoss Ecklisenen, an der massiven Westseite auch im Obergeschoss; zugehörige dreiseitige Hofanlage Haus Nr. 38: von 1802, erdgeschossiges verputztes Wohnstallhaus zu vier Giebelachsen, Krüppelwalmdach, an der Giebelseite Haustafel „Johann/Martin Strauß/Anno/1802“; Seitenmauern modern unterfangen

Bodendenkmäler In der Gemarkung Wiebelsheim gibt es sechs Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2011 2014Einwohner 207 217 205 218 209 242 246 217 218 221 206 203 233 232 199 191 193 192 171 248 260 240 204 221 269 246 242HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 44 41 48 47 46 46 38 43 42 66 Quelle

Religion Der Ort ist Sitz der Pfarrei St. Nikolaus und ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt. Die Katholiken sind nach St. Bonifaz (Bad Windsheim) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Bad Windsheim) Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Ersterwähnung 850 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim