Die Liste der Straßenbrunnen im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ist eine Übersicht der aktuell existierenden Brunnen„Für die Unterhaltung der Brunnen ist in den Berliner Bezirken jeweils das Straßen- und Grünflächenamt zuständig, die regelmäßige Beprobung der Wasserqualität wird durch die Gesundheitsämter veranlasst. Dies gilt sowohl für die Bundes- wie auch für die Landesbrunnen.“ in den Ortsteilen des Bezirks. Diese Liste ist ein Teil des Artikels Straßenbrunnen in Berlin.
Überblick Anzahl und Formen
Im Jahr 1951 wurde eine Richtzahl von 3500 Einwohnern je Brunnen festgelegt. In den 1960er Jahren wurde diese Richtzahl verringert: bei der gegenwärtigen Einwohnerzahl wären 223 (1500 Einwohner) bis 134 Notwasserbrunnen (2500 Einwohner) ausreichend.Oft ist in den äußeren Ortsteilen besonders in Einzelhaussiedlungen eine geringere Dichte der Notwasserpumpen gesetzt. Vor der Bildung von Groß-Berlin im Jahr 1920 gab es in Deutsch-Wilmersdorf und besonders der Großstadt Charlottenburg – wie in anderen Stadtgemeinden um Berlin – Maßnahmen zur Notwasser- und Löschwasserversorgung. Zu den damaligen Standorten und den Brunnen ist die Quellenlage gering. Nach der Drucksache 17/15418Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Christopher Lauer (PIRATEN) vom 27. Januar 2015 (Eingang beim Abgeordnetenhaus am 29. Januar 2015): Trinkwasserversorgung bei Stromausfall mit einer Antwort zu Frage 2: Dem Senat liegt eine aktuelle Auflistung vor. Die Auflistung der Landesbrunnen ist beigefügt. gibt es im Bezirk 151 Landesbrunnen, die ihrem eigentlichen Zweck nach für den Zivilschutz eingesetzt sind.
Die Liste enthält 182 „Plumpen“ unterschiedlicher Bauart und Ausführung. Ein Listeneintrag davon bezieht sich auf eine Lauchhammerpumpe mit lediglich Schmuckfunktion und vier stehen zu in letzter Zeit geschlossenen Standorten. Von den (verbleibenden) regulären Brunnen stehen 96 auf dem Gebiet des vormaligen Bezirks Charlottenburg und 81 gehörten zu Wilmersdorf. Zu den historischen Brunnenständern gehören die Lauchhammer-Brunnen aus der Eisengießerei Lauchhammer. Der Entwurf kam 1890 von Otto Stahn. Durch den Fischkopf sind 23 im Bezirk als Typ I zuzuordnen.
In der Großstadt Charlottenburg wurden ab 1890 die alten Kesselbrunnen mit Pumpe und bodennaher Grundwasseraufnahme zunächst durch Rohrbrunnen mit Kuntzeschem Pumpprinzip ersetzt. Ab 1900 folgten dann Brunnengehäuse aus Lauchhammer, die den Berliner Brunnen mit Wassermotiven (Frosch, Fisch, Muscheln) ähnlich waren. Als Zeichen der Selbständigkeit und des Bürgerstolzes waren diese Brunnen (statt mit dem Berliner Bären) mit den Charlottenburger Wappen versehen. Es stehen immer noch Straßenbrunnen mit dem Kennzeichen „Stadtwappen“: mit dem schwebenden gezinntes Burgtor mit aufgezogenem schwarzen Fallgatter im Durchgang des Mittelbaus.
Die Gemeinde Wilmersdorf (Einwohnerzahl 1901: 22.400) übernahm das Kuntzesche Prinzip des Rohrbrunnens und beauftragte in Lauchhammer ein eigenes Gehäuse. Wilmersdorf ließ sich um 1900 in Lauchhammer Brunnenverkleidungen fertigen deren Design vom Wilmersdorfer Bildhauer und Tierplastiker August Gaul geschaffen wurden. Dazu findet sich in den zeitgemäßen Wilmersdorfer Blättern: Wilmersdorfer Blätter, XI. Jahrgang, No. 3 [Juni 1908], S. 91: Während der Brunnen nahe vom Kurfürstendamm (Halensee Nummer 15) nach über 100 Jahren durch einen Typ-II der (Berliner) Lauchhammerserie ersetzt wurde, sind am Kirchhof keine Spuren geblieben.Karte von Berlin: Friedhof Wilmersdorf Ein solcher Wilmersdorfer Ständer stand 1954 an einem Drehort des Kinderfilms Emil und die Detektive in Berlin.
Zwei Brunnen sind von besonderer „Grunewalder“ Art: mit einem Gittermuster auf den Zylindern besteht die Brunnensäule aus drei verschraubten Teilen mit einem achteckigen Fuß für den Zylinder des Ständerteils. Der mittlere Zylinder mit einem Tierkopf als Austritt besitzt drei gleichartige Muster und auf dem Kopfteil für den Schwengel wiederholt sich das Muster nochmals.
Offensichtlich nicht original für den Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf geschaffen existieren zwei Pankower Brunnen mit dem „GP“-Wappenschild für „Gemeinde Pankow“.
Die Brunnen vom Typ „Schliephacke“ (Rümmler) sind mit 55 Standorten das noch immer meistverbreitete Modell. Diese wurden nach dem Mauerbau Ende der 1960er Jahre von der Westberliner Verwaltung in Auftrag gegeben, von Schliephacke gestaltet und von Baudirektor Rümmler eingeführt. Deren Aufstellung erfolgte in den 1970er Jahren. Die vom Groß-Berliner Magistrat bei der Firma Krause in Neusalz (Oder) Mitte der 1920er Jahre beauftragten neoklassizistischen Krause-Brunnen sind mit 14 Brunnen im Stadtbild vertreten. Ergänzt wird die Modellvielfalt durch 30 einfache, einteilige Rohrsäulen vom Modell Wolf und verbessert als Wolf 2. Später wurden insbesondere für größere Bohrtiefen die FSH-Brunnen mit Brunnenständer eingesetzt, die der Form nach als elf dreiteilige Säulen erkennbar sind.
Die als „Neue Krause“ bezeichneten Brunnenkörper sind am Brunnenfuß dicker, was (wohl) durch den (bestehenden) größeren Durchmesser am Sockelrohr bedingt war. In dieser Form gibt es zwei dicke Säulen mit dem verkröpften Unter- und Oberzylinder. In dieser Art stehen noch drei, deren Brunnenständer fest zusammengefügt (verschweißt) wurden. Ein Brunnenständer dieser Art besteht aus einer auf ein Krauseteil aufgesetzte Wolfsäule. Die seit den 2000er Jahren entwickelten „formschönen“ Borsigsäulen mit einem Sechskant-Ständer stehen bereits 30 mal an bezirklichen Notwasserstellen. Diese Borsigständer stehen berlinweit und sind mit den jeweiligen Bezirkswappen von 2002 versehen. Im Bezirk stehen Mitte 2018 bereits 30 solche Borsigsäulen, die bei Reparaturen oder nötigen Überbohrungen ersetzt werden. An 34 Bohrungsorten wurden die noch 2008 vorhandenen (nach fast 50 Jahren betriebenen) und wohl nicht mehr einsatzfähigen Brunnenständer im Schliephacke-Design durch neuere Brunnenkörper ersetzt. Vorzugsweise erfolgte der Ersatz durch sechskantige Borsigsäulen, in einigen Fällen durch FSH-Brunnenständer, die für tiefe Quellbohrungen empfohlen sind.
Listenbeschreibung Die Liste ist nach Ortsteilen, Flurabstand des Grundwassers (im Jahr 2009) und Pumpenform sortierbar. Nicht näher erkennbare Grundstücksnummern sind in Klammern und teilweise mit vorgesetzten „#“ in der Adresse markiert. Ein Sternchen (*) bezeichnet eine Lage, die zwischen den aufgeführten Hausnummern/Grundstücken liegt. In der Beschreibung sind markante Umstände zusammengetragen und weitere Bilder sind nach Ortsteil gegliedert auf Wikimedia-Commons anzusehen.Bilder der Wasserpumpen in Charlottenburg-Wilmersdorf Ergänzt sind die Angaben mit Weblinks zur Lage und auf OpenStreetMap. Die Straßenbrunnen spielten schon in früheren Tagen eine wichtige Rolle. Das mag ein Zitat aus der Zeit des Kapp-Putschs belegen: Helmut Engel, Stefi Jersch-Wenzel, Wilhelm Treue (Hrsg.): . Teil 1 Die Historische Stadt, Nicolai, Berlin 1986.
Eine Bezirksamtsliste stand der folgenden WP-Liste nicht zur Verfügung. Die notierten Fakten beruhen einerseits auf den seit 2005 gesammelten Angaben des „Projektes OpenStreetMap“, im Frühjahr und Sommer 2018 wurde durch „Begehungen“ und entsprechend ergänzt und festgestellt. Eine Anfrage von 201517. Wahlperiode Drucksache 17392: Straßenbrunnen – ein Auslaufmodell? aus der Piraten Partei ergab folgende Angaben: 153 Straßenbrunnen sind (2015) mit dem Schild „Kein Trinkwasser“ versehen, die Angabe für 2017 waren 104. Im Zeitraum 2010 bis 2015 wurden elf Straßenbrunnen stillgelegt und sechs neu errichtet. Es besteht ein Bürgerinteresse am Erhalt von Brunnen, wie ein Antrag von 2011 belegt.Drucksache – 2094/3 – Wasserpumpe an der Wilhelmsaue wieder errichten: Die Drucksache wurde am 7. September 2011 im Ausschuss für Bau, Liegenschaften und Grünflächen zurückgezogen
Entsprechend der AuskunftDrucksache 18 /21 334/Schriftliche Anfrage 18. Wahlperiode -*- Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Daniel Buchholz (SPD) vom 22. Oktober 2019 (Eingang beim Abgeordnetenhaus am 22. Oktober 2019) zum Thema: Kritische Infrastruktur Trinkwasser (II): Was tun die Verwaltungen gegen zu wenig Straßenbrunnen für den Notfall, nicht funktionsfähige Pumpen und schlechte Wasserqualität? und Antwort vom 7. November 2019 (Eingang beim Abgeordnetenhaus am 13. November 2019) des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf vom November 2019 stehen im Bezirk insgesamt 227 Brunnen, 2009 waren es 225. Für Trinkwasserzwecke nicht unmittelbar geeignet sind demnach 101 Standorte wegen chemischen und 40 wegen bakteriologischen Verunreinigungen. Für 2016 wurden aus dem Bezirksamt auf eine schriftliche Anfrage von 2017Drucksache 18 / 10 377 18. Wahlperiode, Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Daniel Buchholz (SPD) vom 2. Februar 2017. 106 funktionsfähige Brunnen genannt. Die Liste (Stand 11/2019) enthält 216 Einträge, wobei sich sieben auf abgebaute oder eingelagerte Straßenbrunnen beziehen. Bei einer angestrebten Anzahl von 1500 Einwohnern je Brunnen folgt aus der Einwohnerzahl (334.351) ein Bedarf von 223 Straßenbrunnen.
Die Zuständigkeit für die Straßenbrunnen liegt beim Bezirksamt, die Zuordnung unterscheidet allerdings zwischen „Landesbrunnen“ als Einrichtungen des Katastrophenschutzes und „Bundesbrunnen“ als Einrichtungen des Zivilschutzes. Die Finanzierung der Reparaturen und Arbeiten an den „Plumpen“ obliegt dem Bezirksamt. Kostenträger für die Landesbrunnen ist die zuständige Senatsverwaltung, eine weitere Gruppe sind die für den Zivilschutz geplanten Notbrunnen, der Bund als Eigentümer trägt die Kosten auf Anforderung des Landes Berlin. Die Anforderung für das Instandsetzen der Bundesbrunnen wird von der für Umwelt zuständigen Senatsverwaltung vermittelt. Bei regelmäßigen Beprobungen auf Wasserqualität (Gesundheitsamt) oder bei Komplexkontrollen durch Brunnenfirmen und das Ordnungsamt können Änderungen festgestellt werden. Im Bedarfsfall ist individuell der zeitgerechte Zustand am jeweiligen Standort festzustellen.
Eine aktuelle Standortbestimmung ergibt sich aus der Darstellung der Ergebnisse der Straßenbefahrung, die 2014/2015 vom Senat beauftragt wurde. Digital wurden danach die Straßenmöbel und Ausstattungszustücke ausgewertet und auf Kartenmaterial unter Geoportal des Landesvermessungsamtes dargestellt. Erreichbar ist das Kartenmaterial über den Link des Geoportals.Geoportal (FIS-Broker). „Das Online-Angebot der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen ist Teil des Stadtinformationssystems Berlin: www.berlin.de.“ Die für diesen Artikel wichtigen Kartendetails sind mit dem Suchwort „Straßenbefahrung 2014“ erreichbar und mit der entsprechenden Adresse zu suchen. Standorte der Straßenbrunnen sind mit einem blauen Quadrat markiert. Als Untergrund für die Darstellung kann verschiedenes Kartenmaterial ausgewählt werden. Der Überblick über die Standorte von Berliner Straßenbrunnen ist über eine OSM-gestützte Karte im Vergleich der WP-erfassten und der 2014 erfassten Plumpen zu erreichen.Straßenbrunnen: OSM - Straßenbefahrung 2014
Für die Ortsteile des Bezirks werden Abkürzungen der LOR-Listen des Statistik-Amtes genutzt.Amt für Statistik Berlin-Brandenburg Regionales Bezugssystem: nach VZ_AdrVerzeichnisLOR04_2015_BE.pdf Die Zahlen an den Säulen wurden innerhalb der Alt-Bezirke vor der Bezirksfusion vergeben und wiederholen sich für den Großbezirk.
Charl = Charlottenburg Weste = Westend CharN = Charlottenburg-Nord Wilmd = Wilmersdorf Halen = Halensee Grune = Grunewald Schma = Schmargendorf